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Kulturtage

09.10.2017

Heitere Glücksmomente verschenkt

Hannes Mühlfriedel (Gitarre), Komalé Akakpo (Hackbrett) und Jörg Lanzinger (Zither) bilden das Trio Lanzinger.
Bild: Margot Sylvia Ruf

 Das Lanzinger Trio heimst in der Alten Synagoge Komplimente ein. Warum die Musiker wieder gut ankommen

Am Ende wurden sie mit Beifall nur so überschüttet, die drei Mitwirkenden des vielgeliebten Lanzinger-Trios. Überall, wo die musikalisch vielseitig begabten schwäbischen Kerle auftreten, die ihre Melodien und Lieder vorwiegend selbst komponieren, sind ihre Zuhörer rundum begeistert. Auch in der Alten Synagoge in Binswangen war dies anlässlich der Kulturtage nicht anders.

Wenn das Trio mit Hackbrett, Gitarre und Zither Sympathien einheimst und alle Register zieht, steht einem gelungenen Konzertabend nichts mehr im Wege. Jörg Lanzinger, Komalé Akakpo und Hannes Mühlfriedel wissen, wie es geht.

Jörg Lanzinger lobt gleich zu Anfang die tolle Akustik der Synagoge und es sei eine Freude, „in einem der schönsten Konzertsäle des ganzen Raumes“ spielen zu dürfen. Dann legt das Trio los mit „Pinky“ (kleiner Finger). Das Zusammenwirken der Musiker funktioniert traumhaft. Sie sind einfach eine eingespielte Formation, die Volksmusik auf eine eigene Weise umsetzt. Da ist nichts kitschig und nur einfach Beifall heischend, obwohl dieser dann immer wieder aufbrandet. Den Zuhörern wird echte musikalische Tradition vermittelt. „Wir wollen die Volksmusik weiterentwickeln, wissen aber noch nicht so recht wohin“, lacht Jörg Lanzinger bei seiner lebhaften Moderation.

Dann wird der Kali-Berg-Jodler serviert, bei dem Eindrücke von einer Reise vorbei an einem Kali-Bergabbau humorvoll verarbeitet wurden oder die Apfelpolka gespielt, bei der Jörg Lanzinger Begegnungen mit seiner Obst schmatzenden kleinen Tochter einfließen ließ. Die drei Protagonisten des Abends, allesamt Musiklehrer, spielen an gegen Einseitigkeit, kommerzielle Volkstümelei in den Hitparaden und musikalische Engstirnigkeit. Ihre Intention ist nachvollziehbar und irgendwie ansteckend. Handwerkliche Meisterschaft und eine fast maßlose und barock wirkende Lust am Musizieren und Komponieren kommt hinzu. Und dann beherrschen diese Charmeure auch noch die große Show mit kleinen Clownerien.

Doch das Lanzinger-Trio kann auch mit leisen Tönen imponieren. „Klingende Glücksmomente“ schenken die Musiker dem Publikum mit einer Eigenkomposition, die den ehrwürdigen Raum der Synagoge fast sphärisch anmutend ausfüllt. Wie Champagner perlen die Töne zum verzückten Hinhören schön. Später präsentiert das Trio noch traditionelle Volksmusik wie den „Schweinauer“, einen Zwiefachen. Der „Lego-Landler“ verweist auf die Günzburger Herkunft von zwei Bandmitgliedern. Der hinreißend lustige „Schwäbische Gruß“ mit endloser Verabschiedungszeremonie bringt das Publikum zum Lachen. Es gibt noch böhmische Musik und folkloristische aus Brasilien, wilde Klänge, bei denen die Musiker ihre Instrumente bis zum Äußersten ausreizen. Komalé Akakpo läuft dabei gefährlich explosiv zu Hochform auf. Und dann wollen die Zugaben einfach nicht enden, weil das ganze Auditorium euphorisch und rhythmisch klatscht.

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