1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. „Ich hätte 100000 Euro auf seine Zuverlässigkeit gewettet“

Betrug an Kunden der Raiffeisenbank

14.06.2012

„Ich hätte 100000 Euro auf seine Zuverlässigkeit gewettet“

Copy%20of%20DSC_0242.tif
2 Bilder
Der ehemalige Filialleiter der Raiffeisenbank-Zweigstellen Konzenberg (oben rechts) und Haldenwang hat sich offensichtlich bei Sparbüchern und Girokonten mehrerer Kunden bedient. Vor Ort stößt das Verhalten des Bankers auf völliges Unverständnis, galt er doch als absolut vertrauenswürdig.

Kunden der Raiffeisenbank in Haldenwang und Konzenberg (Landkreis Günzburg) können es nicht fassen, dass der ehemalige Filialleiter Konten geplündert haben soll.

Von Berthold Veh

Haldenwang/Burgau In Haldenwang und Konzenberg gibt es seit Mittwoch fast kein anderes Thema. Dort hat die Nachricht von den betrügerischen Machenschaften des ehemaligen Leiters der beiden Raiffeisenbank-Filialen Bestürzung hervorgerufen. „Die Leute sind erschüttert und enttäuscht“, sagt Bürgermeister Georg Holzinger. Den Haldenwanger Rathauschef hat die Nachricht eigenen Worten zufolge geschockt: „Ich habe gezittert und fast geheult.“ Der Bürgermeister hat eine emotionale Nähe zum Thema. Holzingers Vater hatte die Raiffeisenbank in Konzenberg aufgebaut, die später mit der Raiffeisenbank Burgau fusionierte. Dem Leiter der beiden Filialen in Konzenberg und Haldenwang habe er uneingeschränkt vertraut. „Ich hätte 100000 Euro auf seine Zuverlässigkeit gewettet“, sagt Holzinger.

Die Wette hätte der Bürgermeister aber wohl verloren. Wie die Vorstände der Raiffeisenbank Burgau, Ingo Eberhardt und Stefan Bosch, am Dienstag unserer Zeitung mitteilten, hat sich der frühere Filialleiter offenbar bei Sparbüchern und Girokonten überwiegend älterer Kunden bedient. Der Banker soll sich dabei in den vergangenen fünf Jahren etwa 100000 Euro ausbezahlt haben. Nach derzeitigem Kenntnisstand seien sechs Kunden betroffen, hieß es.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der 56-jährige Banker habe unter keinerlei finanziellem Druck gestanden. Er erfreute sich offensichtlich allgemeiner Beliebtheit. Georg Holzinger sagt: „Er stand in hohem Ansehen und genoss ein großes Vertrauen bei seinen Kunden.“ Deshalb schüttle jetzt jeder über das Verhalten des einstigen Zweigstellenleiters verständnislos den Kopf. Eberhardt und Bosch hatten unsere Zeitung darüber informiert, dass der 56-Jährige den finanziellen Schaden selbst ausgleichen wolle.

Der Vorfall bekommt dennoch eine strafrechtliche Dimension. „Wir haben Strafanzeige bei der Kriminalpolizei Neu-Ulm gestellt“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank Burgau, Ingo Eberhardt. Die Bank müsse Strafanzeige stellen, weil sonst die Versicherung nicht einspringe. Darauf drängten am Mittwoch nach Informationen unserer Zeitung auch Kunden gegenüber der Raiffeisenbank Burgau. Auch Bürgermeister Holzinger hält es für richtig, dass eine Strafanzeige gestellt wurde: „Sonst heißt es noch, die Bank vertuscht etwas.“

Zur Staatsanwaltschaft Memmingen war die Sache am Mittwoch noch nicht durchgedrungen. Staatsanwalt Andreas Rossa sagte gegenüber unserer Zeitung nur so viel: „Das Vertrauen von Bankkunden ist schutzwürdig.“

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20IMG_6340.tif
Unterthürheim

Ein Stück Europa rund um das Unterthürheimer Bürgerhaus

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden