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Kindheit

28.02.2015

Im Wald wachsen die Widerstandskräfte

4 Bilder

Die Kleinen suchen den Kontakt zur Natur und Bevölkerung. Große können davon lernen

Er war auf dem Land aufgewachsen, hatte mit seinen Freunden jede freie Minute in der Natur und im Wald verbracht. Kindergärten waren damals erst nach und nach entstanden. Heute ist Roman Zanker 52 Jahre und Vater von vier Kindern, die alle einen Kindergarten besuch(t)en. Das Jüngste von ihnen, der vierjährige Christoph, verbringt seine Zeit erneut überwiegend in der Natur. Er besucht den Wertinger Waldkindergarten.

Im Herbst 2013 konnte die Einrichtung im Wertinger Stadtwald nach längerer Platzsuche eröffnet werden. 20 Buben und Mädchen vergnügen sich seitdem zwischen halb acht und halb zwei Uhr zwischen Fichten, Buchen und Eichen. Und das im Sommer wie im Winter. „Schlechtes Wetter“ kennen die Kinder nicht. „Für sie ist ein Regentag wie jeder andere Tag, halt einer mit Regen“, erzählt Martina Götz. Die 45-Jährige leitet die Waldgruppe, arbeitet gemeinsam mit zwei weiteren Erzieherinnen und verschiedenen Praktikanten. Eine davon ist die 22-jährige Susanne Kramer. Als angehende Erzieherin liegen bereits mehrere Blockpraktika hinter ihr, gestern war ihr letzter Tag im Wald. Und sie zeigt sich beeindruckt von der natürlichen Abhärtung der Kinder. An ihrem ersten Tag vor vier Wochen war es bitterkalt gewesen, die Pfützen im angrenzenden Acker gefroren. „Ein paar von den kleinen Dreijährigen fielen hin, standen gleich wieder auf und weiter ging’s.“

An diesem Morgen scheint die Sonne. Gemeinsam begrüßen die Drei- bis Sechsjährigen das Wetter. Im Tipi-Zelt kommen sie morgens im Kreis ums Feuer zusammen, heißen sich gegenseitig ebenso willkommen wie Sonne, Regen, Wind und Schnee.

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Drei Kinder fehlen an diesem Tag, eines konnte die kranke Mutter nicht bringen, die zwei anderen nahmen sich einen „freien Tag“. Krank war kaum eines in diesem Winter. Langzeitstudien aus Schweden hätten erwiesen, dass Kinder, die sich täglich in der Natur und im Wald aufhalten, robuster und gesünder sind. „Wir beobachten das ebenfalls“, erzählt Martina Götz. Denn die Kinder haben Platz. Viel Platz. Den nutzen sie gerne, bauen mit ihren Fundstücken Mandalas und Unterschlüpfe, rennen sich gegenseitig nach, bemalen Äste und Zweige, brüllen Ärger raus und lassen ihren Ideen freien Lauf.

Zur Brotzeit setzen sie sich gerne zwischendurch in den kuschelig warmen Bauwagen und verlassen ihn genauso gerne wieder. Das Streu der Bio-Camping-Toilette nehmen Eltern täglich mit, ebenso bringen sie frisches Wasser im Kanister. Im Winter kochen die Kinder gemeinsam warme Suppen, im Sommer bereiten sie Müsli zu. Und sie sind nicht nur mit der Natur in engem Kontakt, sondern immer wieder im Austausch mit Joggern, Spaziergängern und Radlern. Wochennotiz

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