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Ausblick

12.01.2018

In Wertingen gibt es viel zu tun

Da für das Pohltec-Gebäude, in das der Wertinger Betriebshof einziehen soll, sehr strenge Brandschutzvorgaben gemacht wurden, geht die Stadt nun einen neuen Weg: Das Gebäude wird teils abgerissen und neu gebaut und in einen Warm- und einen Kaltbereich aufgeteilt. Der Umzug klappt wohl erst 2020.
Bild: Berthoild Veh

Bürgermeister Willy Lehmeier spricht über die anstehenden Aufgaben im neuen Jahr. Das Gebäude, in das der Betriebshof einziehen soll, wird zum Teil abgerissen und neu gebaut – der Brandschutz ist schuld

Als das Landratsamt den Plänen Wertingens, mehr zu investieren noch einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, hatte sich Bürgermeister Willy Lehmeiers noch merklich verstimmt gezeigt. Für ihn „schwer nachvollziehbar“ sei die Entscheidung gewesen, der Stadt eine höhere Kreditaufnahme zu untersagen, wo doch die Gelder aus der Unternehmenssteuer nur so sprudeln, sagte er damals. Als Lehmeier nun im Gespräch mit unserer Zeitung in seinem Büro sitzt, ist von Verstimmung nichts mehr zu spüren. Rückblickend habe sich diese Entscheidung nicht bemerkbar gemacht. Zufrieden zieht er unter das Jahr 2017 folgenden Schlussstrich: „Wir haben sauber gearbeitet.“ Für das kommende Jahr hat das Stadtoberhaupt aber gleich eine bedeutende Ankündigung zum aktuell wohl größten Projekt der Stadt: Das alte Pohltec-Gebäude, in das der städtische Betriebshof ziehen soll, wird teilweise abgerissen und neu gebaut werden. Der Grund dafür: Brandschutzvorgaben. Diese sind in Lehmeiers Augen unsinnig. Sie würden der Stadt vorschreiben, die neue Auskleidung des Gebäudes mit Brandschutzmaterialien nicht nur auf einen horizontalen Dachabschnitt, sondern auch auf die Innenseite des Kuppelbereichs des Daches auszuweiten. Dieser Bereich ist laut Lehmeier „hoch kompliziert“ im Aufbau und mit kreuzenden Stahlträgern gefüllt – eine solche Auskleidung wäre äußerst kostenintensiv, und steht in Lehmeiers Augen auch in keiner Weise in Relation zum effektiven Mehr an Schutz. Also geht man bei der Stadt einen anderen Weg, der laut Aussage des Bürgermeisters bis zu 300 000 Euro einsparen wird: Etwa die Hälfte des Gebäudes wird abgerissen und neu aufgebaut. Durch eine baurechtliche Richtlinie greifen so andere Brandschutzvorgaben. Denn nach dem Teilabriss wird das Gebäude in einen Warm- und einen Kaltbereich unterteilt werden. Im Warmbereich sind in Zukunft laut Lehmeier zum einen die Bürogebäude der Verwaltung sowie die Sozialräume angesiedelt. Außerdem müssen auch die Werkstätten, wie Maurer und Schreiner, mit Wärme versorgt werden. Hinter dem Warmbereich folgt dann der Kaltbereich mit einem Waschbereich sowie einer Garage für den Fuhrpark des Bauhofs. Der Bürgermeister erteilte gegenüber unserer Zeitung einem „Teilumzug“ eine klare Absage. Allerdings verschiebt man in der Stadtverwaltung den geplanten Umzugstermin noch einmal nach hinten. Bis der Betriebshof aus seinem derzeit äußerst beengten Areal, das er sich auch noch mit der Feuerwehr teilen muss (wir berichteten), in die Donauwörther Straße umziehen kann, dürfte es 2020 werden. Rund 1,5 Millionen Euro wird Wertingen im Jahr 2018 dennoch in den Bauhof investieren müssen, weiteres Geld wird in den Folgejahren bereitgestellt werden. Aus den neun Bürgerversammlungen hat Lehmeier einen großen Wunschkatalog erhalten – ganze 63 Punkte hat die Stadtverwaltung zusammengetragen. Viel zu tun für die kommenden zwölf Monate, verspricht Lehmeier doch, sich um die Punkte zu kümmern und sie „möglichst zeitnah abzuarbeiten“. In dem Wünschekatalog der Bürger finden sich Anregungen aus den verschiedensten Bereichen, wie beispielsweise eine Leinenpflicht für Hunde in der Kernstadt, die Entwicklung von mehr Wohnraum, Straßen- und Radwegsanierungen sowie als vielfach vorgetragener Wunsch der Kampf gegen Raser. Neben dieser Vielzahl von kleinen und großen Projekten wird Lehmeiers Terminkalender noch mit zwei Langzeitprojekten der Stadt aufgestockt werden: Dem Hochwasserschutz und einem Konzept zur Elektromobilität. Beim Hochwasserschutz macht man in Wertingen neuerdings gemeinsame Sache mit der Initiative „Bodenständig“, die sich um den Schutz der Grünflächen und Gewässer vor Hochwasser einsetzt. Derzeit ist das Amt für ländliche Entwicklung damit beschäftigt, die Flussläufe in der Region um Wertingen zu kartieren, wie Lehmeier informiert. Somit kann in die Koordinierungsphase übergegangen werden, in der es Lehmeiers Aufgabe sein wird, mit den Landwirten als große Landbesitzer zu verhandeln und sich um Ausgleichflächen zu kümmern. Erst dann könnten Projekte wie etwa die Erhöhung von Radwegen in Angriff genommen werden. Ähnlich verhält es sich bei der Elektromobilität. Es gilt, Weichen für die Zukunft zu stellen, und das geht in Lehmeiers Augen nur, wenn Stadtverwaltung und die heimische Industrie auf einem gemeinsamen Nenner sind. „Die Industrie steckt viel Geld in ihre Fahrzeugflotten, und sie sorgt für eine hohe Zahl von Pendlern“, sagt Lehmeier. Deshalb ist es seiner Ansicht nach unerlässlich, die Elektromobilität nicht als ein paar Ladesäulen für Privatpersonen zu betrachten, sondern als ein Großprojekt, dass schließlich die Art der Fortbewegung komplett verändern und passgenau an die lokalen Bedürfnisse angepasst sein soll. Hier arbeitet die Stadt mit der Firma Steinbacher Consult zusammen und ermittelt in der ersten Phase des Riesenprojekts sowohl die Potenziale, wo welcher Strom eingespeist und abgezapft werden könnte. „Die Frage ist auch, wie wir aus alten Abhängigkeiten herauskommen“, sagt Lehmeier im Hinblick auf die bislang auf Verbrennungsmotoren ausgerichtete Infrastruktur. Und auch ein Projekt, um das es im vergangenen Jahr sehr still geworden ist, geht in die Vorplanung: Die Arbeiten an der Nord-Ost-Tangente zwischen der Bauerngasse und der Donauwörther Straße soll im Jahr 2018 endlich konkrete Züge annehmen. Und wie sieht Willy Lehmeier die Ungewissheit der „Rahmenbedingungen“ durch die sich derzeit lange hinziehenden Regierungsbildung? „Ich glaube an die innovative Kraft der Menschen in der Region, Dinge zu bewegen. Dass wir unsere Zukunft gestalten können, ohne allzu sehr auf das ‘Große Ganze’ in Deutschland schauen zu müssen.“

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