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Weihnachtszeit

25.11.2017

In den Adventskranz darf vielfältiges Grün

Die 68-jährige Floristmeisterin Gudrun Hurler (links) unterstützt ihren Sohn Maximilian und seine Frau Nicole (rechs) im Geschäft. Beispielsweise vor und im Advent, wenn sie zahlreiche Adventskränze binden. Ihren persönlichen Adventskranz binden die beiden Frauen aber jeweils in aller Ruhe für sich zuhause.
Bild: Birgit Hassan

Gudrun Hurler bedauert „floristische Verirrungen“. Die 68-jährige Wertingerin legt großen Wert auf Natürlichkeit. Für den eigenen Adventskranz lässt sich die Floristmeisterin ganz viel Zeit

Bis wann hält das Grün? Was passt zu den Zweigen aus dem eigenen Garten? Mit 68 Jahren steht Gudrun Hurler täglich ein paar Stunden in der Gärtnerei ihres Sohnes, beantwortet Fragen und berät. Die Floristmeisterin spricht aus langjähriger Erfahrung. Der Advent naht. Glitzersterne, Windlichter und champagnerfarbene Federn funkeln in dem lichtvollen Laden. Zum Kontrast steht in der Ecke eine einfache naturbelassene grüne Nordmannstanne, hängt ein großer grüner Adventskranz an roten Bändern von der Decke. Vor dem Eingang stapeln sich vielfältige fertig gebunde Kränze – bereit für kreative Dekorationen. Irgendwann, weiß Gudrun Hurler, wird sie sich in der kommenden Woche einen Abend für sich nehmen und ihren ganz persönlichen Adventskranz binden.

Dazu braucht sie Muse. Wenn’s soweit ist, legt sie klassische Musik auf, holt sich ein Glas Wein und nimmt sich Zeit – so viel sie will. Jetzt geht es ihr ums eigene bewusste Erleben. „Das mach ich nur für mich selbst“, reflektiert sie, „das brauch ich für mein Seelenheil.“ Gudrun Hurler liebt pures Grün, mit ein paar Zapfen drauf. So bindet sie Zweig an Zweig. Mit fast 70 Jahren reduziere sich das Leben immer mehr auf das Wesentliche. Auf das, auf was es ankommt. Das spiegelt sich in ihrem Kranz wider.

Gudrun Hurler bedauert die „vielen floristischen Verirrungen“, wenn nur noch Draht und Silber, Sterne, Glitzer und Lichterketten ein Arrangement bestimmen. Jedes Material und jeder Werkstoff hat für die 68-Jährige eine Bedeutung. Das Grün gehört für sie zwingend dazu, sei es doch Sinnbild alles Lebens und Lebendigem. Ihr Blick richtet sich nach wie vor auf die Ästhetik. „An Schönem erfreue ich mich – das gibt’s erst recht im Natürlichen.“

Noch bleibt eine Woche Zeit bis zum ersten Advent. Viele Kränze haben in der Gärtnerei Hurler bereits ihre Abnehmer gefunden. Kränze, Gestecke, Arrangements – fünf Frauen arbeiten an diesem Tag konzentriert vor sich hin. Im Hintergrund läuft ein Klavierkonzert von Mozart. Zum Kaffee testen sie die ersten Plätzchen.

Alle Jahre wieder – der Adventskranz verdeutlicht den Jahreszyklus. Ohne Anfang und Ende geht es weiter. Ihn zu binden gehört für Gudrun Hurler zu den alljährlichen Ritualen, zum Beständigen und Traditionellem in ihrem Leben. Ebenso wie das Aufbinden des Christbaums. „Meiner sieht mittlerweile jedes Jahr gleich aus“, verrät sie. Ihn schmücken Engel, Kerzen, Glassterne, in die Jahre gekommene goldene Kugeln. Wenn einem nach jahrelangem Ausprobieren etwas wirklich gefällt, darf es für die Wertingerin ruhig jedes Jahr das Gleiche sein. „Was schön ist, kann und braucht man nicht mehr toppen.“ – Nur mit frischem Grün zu neuem Leben erwecken.

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