Newsticker
Johnson & Johnson verschiebt Einführung von Corona-Impfstoff in Europa
  1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. In der Adventskranz-Manufaktur

Lauterbach

28.11.2019

In der Adventskranz-Manufaktur

In Lauterbach werden derzeit Adventskränze im Akkord gebunden. Die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins basteln Kränze und Weihnachtsschmuck für den Adventsmarkt. Dank der Arbeitsteilung schaffen die Helfer die großen Mengen.
Foto: Andreas Dengler

80 Kränze und Gestecke basteln die Helfer des Lauterbacher Obst- und Gartenbauvereins für den Adventsmarkt. Worauf es beim Binden ankommt und welche Tricks es gibt.

Nach Weihnachten riecht es in dem kleinen Vereinsheim des Obst- und Gartenbauvereins Lauterbach. Der Duft von frisch geschnittenen Ästchen erfüllt die ganze Garage. Seit Anfang der Woche binden dort 27 fleißige Helfer Adventskränze und Weihnachtsgestecke. Bis in die späten Abendstunden werden Zweige geschnitten, Kränze gebunden und dekoriert. Mindestens einen Nachmittag muss man einplanen, wer selbst einen Kranz binden will, erklärt Thea Meilinger. Die Profis vom Verein schaffen das dank einer ausgetüftelten Arbeitsteilung schneller.

Warum Kränze der Verkaufsschlager sind

Die Bastler haben ein großes Ziel – den Lauterbacher Weihnachtmarkt. Bis Samstag fertigen sie insgesamt 80 Kränze und Gestecke, die dann verkauft werden. Meilinger ist die Vorsitzende des Vereins und behält an den arbeitsreichen Tagen den Überblick. In diesem Jahr geht der Markt in die 16. Auflage. „Mit 15 Adventskränzen haben wir damals angefangen“, erinnert sich Meilinger zurück. Inzwischen zählen die Kränze als Verkaufsschlager. In den vergangenen Jahren waren oft schon lange vor dem offiziellen Schluss die begehrten Stücke vergriffen.

Wieso alle Zweige gleich groß sein sollen

Anton Kraus, der einzige Mann in der Runde, hat eine wichtige Aufgabe. Er schneidet die großen Äste zurecht und bereitet die kleinen Büschel für die Binderinnen vor. Alle Materialien stammen aus Gärten in Lauterbach und wurden erst vor ein paar Tagen abgeholt. „Beim Schneiden kann man viel verkehrt machen“, sagt Meilinger. Wichtig ist, dass alle Büschel und Zweige, die später an den fertigen Strohkranz gebunden werden, gleich lang sind. Nur so erhält man ein schönes Endergebnis, erklären die Binderinnen. Insgesamt sechs Frauen stehen gerade in der Garage und verdrahten die kleinen Buschen aus Eibe, Buchs, Koniferen und Zypressen an den Kranz. Früher wurden die Kränze aus Tannenzweigen gebunden, inzwischen weicht man auf die anderen Nadelhölzer aus, erklären die Frauen. „Die Tannen nadeln einfach viel zu schnell.“

Mit Sorgfalt werden die kleinen Zweige aus den Lauterbacher Gärten mit einem Draht an den Strohrömer gebunden.

Ein wichtiger Hinweis für alle Einsteiger ist, dass zuerst der Draht an dem Strohkranz, der oft nur Römer heißt, befestigt wird. Erst dann werden die geschnitten Zweige an den Kringel gereiht. Gut eine halbe Stunde brauchen die geübten Frauen für das Fertigen. Die Kränze gibt es in zwei Größen, mit einem 25 oder 30 Zentimeter großen Durchmesser. Die kleineren Kringel werden entweder Türschmuck oder Single-Adventskränze, weiß Meilinger und schnappt sich einen fertigen Rohling.

Weniger ist mehr - auch beim Adventskranz

Die Dekoration der Gestecke und Kränze ist ein Stockwerk tiefer, im Kellerraum des Vereinsheims. Dort hängt ein großes Plakat mit Fotos, auf denen Kerzen, Bänder, Schleifen und Streuartikel arrangiert sind. „Das ist zur Orientierung, was auf einem Kranz gut ausschaut und was nicht“, erklärt Meilinger. Während sie spricht, greift sie beherzt in die verschiedenen Schachteln und Boxen auf dem Tisch. Darin liegen bunte Mini-Weihnachtskugeln, getrocknete Obstscheiben, Tannenzapfen, Baumanhänger, Sterne aus Metall, Rinde und Filz bereit. Ein Paradies für alle Bastelfans. Und auch Schleifen, Kordeln und Stricke sind in allen erdenklichen Farben vorhanden.

„Ich bin totaler Fan von Natur“, bekennt Meilinger und befestigt Apfelscheiben und etwas Rinde an den Kranz. „Weniger ist oft mehr“, benennt sie die zweite Deko-Regel. Farblich ist Rot, ganz klassisch, der Dauerbrenner. Die Kerzen werden mit einem extra Kerzenhalter aufgesetzt. Mit einem Halter ist es einfach sicherer, erklärt Meilinger. Zudem sind die meisten Kerzen mit einem Brennstopp versehen. Wer Kerzen ohne diese Vorrichtung hat, kann stattdessen an den Kerzenboden einen sauberen Joghurtdeckel oder Alufolie anbringen. Für das Binden braucht man eine Schere, Drahtzange, Gartenschere und Heißluftkleber, zählt Meilinger die notwendigen Geräte auf. Während sie spricht, befestigt sie noch gekonnt eine rote Filzkordel. Im Handumdrehen ist der Adventskranz fertig.

Der Lauterbacher Adventsmarkt findet am Samstag, 30. November, ab 16 Uhr, in der Bahnhofsstraße vor dem Dorfladen statt. Den Markt organisieren die Ortsvereine.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren