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29.10.2009

Jakobsweg für Daheimgebliebene

Wertingen Wer nicht gleich den Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela in Spanien wandern will, kann sich Ursula Czerwenka anschließen. Mit ihren geführten Fastenwanderungen in unseren Gefilden bietet die 54-jährige Wertingerin neben den spirituellen Möglichkeiten auch begleitendes Fasten an. Gewünschter Effekt dabei: Die Kilos purzeln, der Körper wird entgiftet und der Geist frei.

"Wir fasten nach der Methode von Doktor Otto Buchinger", erklärt Ursula Czerwenka, die neben ihrer Fastenleiterausbildung auch gelernte Krankenschwester ist und sich in den vergangenen 14 Jahren der Altenpflege widmete. "Dieser Beruf hat mich sehr viel Kraft gekostet." Jetzt, so sagt sie, nachdem sie sich zurückgezogen hat, findet sie ihre innere Ruhe wieder. Eine große Hilfe ist für sie das Wandern. Man kann sagen, Ursula Czerwenka hat sozusagen "grenzüberschreitend" die Landkreise Augsburg, Dillingen und Donauwörth erkundet. Und das zu Fuß.

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Auf einigen Strecken kennt sie fast jeden Stock und Stein, weiß Geschichten über mystische Orte, entführt sich und jeden, der mag, in den Zauber der Natur. "Meine besondere Liebe gilt den Bäumen, schönen natürlichen, urwüchsigen Plätzen." Und diese gäbe es auch in unserer Region genug.

Das, was sie während der Wanderungen erlebt, schreibt sie auf, verfasst Gedichte, malt Phantasiebilder dazu. Ihr erstes Buch hat sie bereits veröffentlicht, ein zweites ist in Arbeit.

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Den Bewegungsdrang habe sie schon seit ihrer Kindheit. Diese erlebte sie in Wertingen. Von der Schule sei sie nicht wie alle anderen Kinder heimgegangen, sondern heimgelaufen, neudeutsch: gejoggt. "Ich hab nur nie ein Kind gefunden, das mitgelaufen ist, die haben mich alle für verrückt gehalten." Sie ging nicht gerne in die Schule, das Stillsitzen fiel ihr schwer.

Nach dem Abschluss der Realschule machte sie ein "Soziales Jahr" in München, danach kehrte sie nach Wertingen zurück. Während ihrer dreijährigen Ausbildung zur Krankenschwester lernte sie ihren Mann kennen, heiratete, bekam drei Kinder. Mitte der neunziger Jahre dann die Scheidung. "Ich habe viele Nachtschichten im Wertinger Krankenhaus gemacht, so konnte ich meinen damaligen Beruf als Krankenschwester und die Erziehung meiner Kinder in Einklang bringen." Und während all dieser Jahre ist sie gelaufen, wann immer es ihr möglich war. "Bei meinen Wanderungen spielt für mich der Genuss, in der Natur zu sein, die größte Rolle." Sie sagt, es sei jede Strecke zu schaffen, wenn keine Eile im Spiel ist. "Bei mir kann jeder sein eigenes Tempo laufen, der Schwächste bestimmt die Geschwindigkeit einer Fastengruppe."

Czerwenka bietet zum Beispiel während einer 14-tägigen Fastenzeit Wanderungen zwischen zwei und bis sechs Stunden und mehr an. Deshalb heißt ihr Motto auch: Fastenwandern für Gesunde. Gelaufen wird bei fast jedem Wetter und bei jeder Jahreszeit. Während der Zeit um Allerheiligen nennt sie ihre Touren "Obst-Gemüsefasten im Herbst". Erklärend fügt sie an: "Ich brauche die Jahreszeiten, auch die stille Zeit im November kann gut noch mal zum Wandern genutzt werden."

Jeden Tag der Natur und deren Schönheiten ein Stückchen näher

Ihren Traum, in einer Hofgemeinschaft ganz "natürlich" mit vielen Tieren und eigenem Gemüsegarten leben zu dürfen, konnte sie sich noch nicht erfüllen. Und doch kommt sie jeden Tag der Natur und deren Schönheiten ein Stückchen näher, überlässt ihre Erlebnisse dem Papier und behält so ihren Traum fest im Blick.

Geführte Fastenwanderungen mit Ursula Czerwenka, telefonische Auskünfte unter 08272/993141.

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