Newsticker

Städte- und Gemeindebund fordert Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Junge Jongleure fangen in Wertingen Feuer

Wertingen

11.11.2019

Junge Jongleure fangen in Wertingen Feuer

Eine feurig-heiße Jonglage haben sich fünf Jugendliche aus Wertingen überlegt. Die „Brandstifter“ treten bei der Wertinger Nacht auf. Hier probt Kilian Leicht noch mit seinen Kartuschen-Poi für den großen Auftritt.
Bild: Andreas Dengler

Plus Die „Brandstifter“ treten bei der Wertinger Nacht mit einer selbst einstudierten Feuerakrobatik auf. Was der Reiz an der heißen Jonglage ist und worauf die Jugendlichen besonders achten müssen

Die Anwohner der Wertinger Wohnsiedlung „Am Ziegen-stadelfeld“ trotzen den kalten Temperaturen und harren auf ihren Terrassen aus. Andere stehen hingegen gespannt am Fenster im Warmen und schauen neugierig auf das Spektakel vor ihrem Haus. Geschäftig hantieren dort die fünf Freunde Antonia und Kilian Leicht aus Wertingen, Kilian Siebert aus Gottmannshofen, Anja Gottfried aus Bliensbach und Katharina Lang aus Wertingen an ihren Fackeln und Jonglage-Poi herum. Zusammen bilden sie die Künstlergruppe die „Brandstifter“. Gerade bereiten sie alles für die Probe vor.

In der verkehrsberuhigten Straße üben die jungen Wertinger bis zu drei Mal pro Woche ihre Feuerjonglage ein. Statt Häuser in Flammen zu setzen, haben sich die jungen „Brandstifter“ eine feurige Kunst auf die Fahnen geschrieben. „Die Jonglage mit Feuer sieht einfach super aus“, sagt Kilian Siebert. Der 14-Jährige schwingt seine Snake-Poi so schnell, dass am Ende nur noch zwei große Feuerkreisel zu sehen sind. „Die Gefahr ist das Reizende, aber so gefährlich ist es eigentlich gar nicht.“

Fünf Jugendliche treten auf

Bei der Wertinger Nacht am kommenden Freitag, 15. November, werden die fünf Jugendlichen auftreten. Und passender könnte das Thema der Aktionsnacht nicht sein. Denn das diesjährige Motto lautet „Feuer und Flamme“. Eine gute Viertelstunde dauert ihre Show, die mit Akrobatik und verschiedenen Hebefiguren beginnt und mit imposanten Feuerjonglagen endet. Abwechselnd an vier Standorten zeigen sie ihr Können.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Sobald der Abend hereinbricht, sind die fünf draußen. „Immer wenn es dunkel wird, fangen wir an“, sagt die 16-jährige Antonia. Sie ist der Kopf der Gruppe und hat sich auch die einzelnen Kunststücke, den Ablauf, die Musik und vieles mehr überlegt. Seit diesen Sommer tritt sie gemeinsam mit ihrem Bruder Kilian und ihren Freunden Anja, Kilian und Katharina auf. Neuerdings betreiben sie auch ein eigenes Instagramkonto, mit dem sie auf sich aufmerksam machen.

Bevor es losgeht, tunken die Brandstifter die Aramid-Dochte ihrer verschiedenen Fackeln in speziellen Brennfluid. Aus Sicherheitsgründen tragen alle, die eine brennende Einlage vorführen, eine Lederjacke oder zumindest brennsichere Handschuhe. Leder fängt nicht so schnell Feuer wie andere Textilien, erklärt Antonia.

Aus Sicherheitsgründen ist bei der Probe immer mindestens ein Elternteil anwesend, sagt Simone Leicht. Sie ist die Mutter von Antonia und Kilian. Aus dem Hintergrund betrachtet sie die Probe der jungen Truppe. Auch ihr Mann Jürgen und Robert Siebert sind Zaungäste bei dem Training.

Die Eltern unterstützen das Hobby

„Die Kinder sind sehr verantwortungsbewusst“, sagt Siebert lobend. Er unterstützt das Hobby seines Sohnes: „Sie zeigen ein rechtes Geschick mit dem Feuer.“ Zudem gibt es definitiv „schlechtere Möglichkeiten, die Freizeit zu verbringen“, ergänzt ihn Leicht. Damit lässt sie anklingen, dass sie froh ist, dass ihr Nachwuchs seine Freizeit nicht vor der Spielkonsole oder am Handy verbringt. „Außerdem hat man auch immer ein passendes Weihnachtsgeschenk.“ Denn für die Einlage ist einiges an Fachzubehör notwendig. Die Jongleure brauchen für die Show Fackeln, Fächerfackeln, Kartuschen-Poi, Snake-Poi, LED-Poi und Bälle. Aber auch Brennstoffe wie Fluide und Eisenpulver werden für die besonderen Effekte gebraucht.

Viel Zeit für Handy und Co. dürfte den fünf Teenagern sowieso nicht bleiben, denn neben der Schule sind sie auch in der Turnabteilung des TSV Wertingen aktiv. Von dort kennen sie sich auch. Mindestens zwei Mal die Woche sind sie im Training. Die Mädels haben zudem das Training der jüngeren Turner in der Abteilung übernommen. Und auch an Wettkämpfen, zuletzt an der Bezirksmeisterschaft, nehmen sie teil. „Wir haben sechs Tage die Woche ein Programm“, sagt Antonia. „Aber das ist auch gut so“, ergänzt Kilian Siebert. Vor allem die langen Trainingseinheiten am Freitag sind für ihn der perfekte Start ins Wochenende. Bei der Wertinger Nacht sind Die „Brandstifter“ mit ihrer Show am Schlossaufgang, in der Badgasse, am Marktplatz und in der Hauptstraße zu sehen.

Weitere Berichte über die "Wertinger Nacht": Wertingen ist Feuer und Flamme für die Wertinger Nacht 2019

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren