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Pfaffenhofen

04.10.2019

Kartoffelverkauf für Pfaffenhofens Pfarrhof

Der Pfarrhof in Pfaffenhofen ist derzeit unbewohnt. In dem kleinen Ort wird befürchtet, dass das Gebäude verkauft wird. Das Kirchenverwaltungsmitglied Richard Hiesinger will sich für den Erhalt des Gebäudes einsetzen.
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Der Pfarrhof in Pfaffenhofen ist derzeit unbewohnt. In dem kleinen Ort wird befürchtet, dass das Gebäude verkauft wird. Das Kirchenverwaltungsmitglied Richard Hiesinger will sich für den Erhalt des Gebäudes einsetzen.
Bild: Andreas Dengler

Plus Am Sonntag wird Hobbybauer Hiesinger eine Tonne Kartoffeln für den guten Zweck abgeben.  Pfarrer Klaus Ammich klärt gegenüber der WZ über die aktuelle Situation des Hauses auf.

Der ehemalige Pfarrhof in Pfaffenhofen befindet sich derzeit im Dornröschenschlaf. Das über 300 Jahre alte Gebäude steht unter Denkmalschutz. Seit etlichen Jahren ist das Haus und die kleine Scheune ungenützt. Jetzt taucht bei einigen Menschen in dem Buttenwiesener Ortsteil die große Sorge auf, dass das geschichtsträchtige Anwesen veräußert wird. Mit einem Kartoffelverkauf am kommenden Sonntag ab 10 Uhr direkt im Pfarrhof, gegenüber der Dorfkirche St. Martin, wollen Richard Hiesinger und Christa Hillenbrand auf die Immobilie und deren Zukunft aufmerksam machen.

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Ein Stück Geschichte der Gemeinde Buttenwiesen

Hiesinger und Hillenbrand sind beide Mitglieder der Pfaffenhofener Kirchenverwaltung. Gemeinsam setzen sich für den Erhalt des Gebäudes ein. „Wir wollen ein Stück Geschichte für die nächste Generation bewahren“, sagt Gemeinderat Hiesinger. Gemeinsam mit Hillenbrand will er handeln, bevor es zu spät ist.

Träumerisch rankt sich ein alter Weinstock die schon leicht baufällige Hauswand hoch. Die reifen Weintrauben warten darauf, geerntet zu werden. An der Fassade zur Straßenseite hin hat Hiesinger bereits ein Schild angebracht, auf dem zu lesen ist: „Du hast drei Möglichkeiten im Leben: aufgeben, nachgeben oder alles geben.“ Den Spruch sieht Hiesinger auch als Lebensmotto. Für den Erhalt des knapp 1200 Quadratmeter großen Anwesens will er alles geben.

Kartoffelverkauf für Pfaffenhofens Pfarrhof

Daher findet bereits am kommenden Sonntag ab 10 Uhr ein Kartoffelverkauf statt. Hiesinger, der auch Hobby-Landwirt ist, spendiert dazu einen Teil seiner Ernte. Insgesamt eine Tonne der Ackerfrüchte steht zum Verkauf. Die biologisch angebauten Kartoffeln der Sorte Ditta-Agria, festkochende Lagerkartoffeln, sind rund um Pfaffenhofen gewachsen. Mit dem Benefizverkauf solle einerseits für den Erhalt des Pfarrhofs geworben und andererseits Geld für mögliche Planungsarbeiten gesammelt werden, sagt Hiesinger. Im Rahmen der Verkaufsaktion sei es zudem möglich, das zweistöckige Haus zu besichtigen„Wir wollen die ganze Dorfgemeinschaft für den Pfarrhof und dessen Zukunft sensibilisieren“, erklärt Hiesinger die Motivation für die Aktion.

Ein spezieller Kartoffel-Truck in Pfaffenhofen

Eine kleine Überraschung verspricht er mit dem eigens für den Verkauf vorbereiteten Pfaffenhofener Kartoffel-Truck. Was sich dahinter genau verbirgt, soll eine Überraschung sein.

Etwas verwundert reagiert Pfarrer Klaus Ammich auf die Aktion, in die er selbst nicht einbezogen ist. Auf WZ-Anfrage klärt er über die aktuelle Situation des Pfarrhofes auf. Im Moment stehe das Gebäude leer. Bis vor einigen Jahren – in Ammichs Erinnerung sind es rund vier Jahre, Hiesinger spricht von zehn Jahren – lebte eine Familie in Miete in dem Haus. „So ist es aber einfach nicht mehr bewohnbar“, sagt Ammich klar. Und auch der Pfarrer weiß: „Ein Pfarrhof, der leer steht, wird kaputt gehen, und wir sind natürlich verpflichtet, das Gebäude so zu erhalten, dass es dem Haus und dem Dorf gut tut.“ Als Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Buttenwiesen, zu der die Pfaffenhofener Kirchengemeinde gehört, ist Klaus Ammich Vorsitzender der örtlichen Pfarrpfründestiftung St. Martin. Diese verwaltet traditionell die Pfarrhäuser und einige dazugehörige Grundstücke. Die Erlöse und Erträge sämtlicher Pfründestiftungen werden laut Ammich in einen Fonds eingezahlt, der von Regensburg und Augsburg aus verwaltet und für die Ruhestandsgehälter von Pfarrern verwendet wird. Die Kirchenverwaltung vor Ort sei dagegen zuständig für Gebäude, die pfarreilich genutzt werden. „Und sie hat ein Mitspracherecht, was mit dem Pfarrhof passiert – nach demokratischen Regeln, mit Abstimmung und Mehrheit“, erklärt Klaus Ammich. Seit einiger Zeit sei man daher im Gespräch und gemeinsam am Überlegen, wie es mit dem Pfarrhof weitergehen soll. Eine pfarreiliche Nutzung, eine Vermietung, ein Museum, (...) – Ideen gebe es viele. Wenn Mittel investiert werden, müsste dies aus der Kirchenstiftung der Pfarrei vor Ort geschehen. Der Pfarrer vergleicht die Situation mit einem Sportplatz: „Die Gemeinde stellt den Sportplatz zur Verfügung, für den Unterhalt muss der Sportverein zahlen.“ So würde im Fall des Pfarrhofs von Pfaffenhofen die Pfarrpfründestiftung das Gebäude zur Verfügung stellen, die Kirchenstiftung müsste für den Unterhalt, inklusive Sanierung, aufkommen.

Pfarrhof hat wunderbare alte Böden

Als lohnenswert sieht Klaus Ammich eine Sanierung in jedem Fall an. Erstens sei es ein ganz altes Gebäude, zudem hat es von seiner Bausubstanz wunderbare alte Böden und Kachelöfen, die wertvoll und erhaltenswert sind – „ein Gebäude, das unbedingt gerichtet, erhalten und genutzt werden muss“.

Die übrigen Pfarrhöfe innerhalb der Pfarreiengemeinschaft Buttenwiesen sind alle genutzt und bewohnt: In Buttenwiesen lebt Pfarrer Klaus Ammich, in Unterthürheim sein Kollege Mathias Kotonski. Der Lauterbacher Pfarrhof wird als Pfarrheim genutzt, die übrigen sind mittlerweile in Privatbesitz.

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