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Erbschaft

25.04.2015

Kein Nachlass ohne Hindernisse

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Auch Kommunen und Vereine erben, manchmal aber mit Hindernissen

Das Thema Erbschaft löst bei den Hinterbliebenen nicht immer helle Freude aus, hin und wieder sind vermeintlich lukrative Hinterlassenschaften mit Auflagen verbunden, die es einem schier unmöglich machen, das Erbe anzutreten.

Das gilt für Privatpersonen genauso wie für Kommunen oder Kirchen. Alfred Sigg war rund vierzig Jahre Rechtspfleger der Stadt Wertingen und kann aus dieser Zeit über das Thema berichten: „In den achtziger Jahren wurde der Stadt in Geratshofen im heutigen Gewerbegebiet ein Grundstück vererbt, allerdings nur unter der Auflage, zu helfen, die finanziellen Verhältnisse eines Verwandten zu regeln.“ Doch Erbschaften in diesem Ausmaß seien eher selten, sagt Sigg. „Häufiger kommt es vor, dass die Menschen in ihren Testamenten festlegen, der Kommune Bilder oder andere Museumsstücke zu hinterlassen.“

Erbt jemand zu Lebzeiten, heißt es dann „Schenkung“. So legte ein Geratshofer Bürger 2010 quasi den Grundstock für das Wertinger Radiomuseum, indem er circa 70 Radiogeräte aus den 50er und 60er Jahren verschenkte, worüber sich Museumleiter Otto Killensberger noch immer freut. Inzwischen sind dort dank Schenkungen und Leihgaben rund 380 Stücke ausgestellt.

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Auch dem Besitz des großzügigen Grundstücks in Bliensbach, auf welchem heute das Schullandheim steht und das der Katholischen Waisenhausstiftung gehört, ging eine Hinterlassenschaft voraus. Die Witwe Therese Gaugler, welche 1963 verstarb, verfügte, dass nach ihrem Tod das alte Bauernhaus samt Bliensbacher Grund der Katholischen Waisenhausstiftung gehören und dass das Haus zu einem kleinen Kinderheim ausgebaut werden sollte.

Später wurde daraus die Idee des Schullandheims für den Dillinger Landkreis sowie den nordschwäbischen Bereich geboren. 1983 beschlossen Kreistag und Stadtrat, hierzu den Schullandheim-Trägerverein Bliensbach zu gründen. Bis heute sind der Landkreis Dillingen, die Stadt Wertingen und die Waisenhausstiftung Augsburg die tragenden Säulen des Vereins.

Doch bei aller Freude stellt sich für die Erbnehmer oft die bange Frage: „Wie hoch wird die Erbschaftssteuer ausfallen?“ Und überhaupt: Müssen auch Kommunen diese Abgabe berappen? Maria Falk ist Hauptsachgebietsleiterin der Erbschafts- und Schenkungssteuerstelle des Finanzamtes in Nördlingen und beantwortet diese Frage mit einem klaren Nein: „Es kommt öfters vor, dass Kommunen oder Kirchen Geld, Häuser oder Wälder vererbt bekommen. Wenn sie das für gemeindliche oder kirchliche Zwecke nutzen, bleibt die Erbschaft in diesen Fällen steuerfrei.“

Die Höhe der Erbschaftssteuer für Privatpersonen ist in Deutschland unterschiedlich, es können jedoch Freibeträge zwischen 10 000 bis zu 500 000 Euro geltend gemacht werden.

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