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24.06.2009

Keine roten Zahlen bei der Landkreisausstellung

Wertingen Die Erleichterung war groß bei den Wertinger Stadträten, als die Ausstellungs-Organisatorin Martha Binswanger in ihrem Bericht mitteilte: "Die Landkreisausstellung wird nach den ersten Überschlägen keine rote Zahlen erwirtschaften!" Die genauen Daten liegen noch nicht vor, aber man hat 90 000 Euro Einnahmen aus den Standgebühren, weitere 30 000 Euro aus Eintrittsgeldern und einen 5000-Euro-Zuschuss des Landkreises Dillingen. Das dürfte laut Binswanger die Unkosten abdecken.

Lob für die Organisatorinnen

Martha Binswanger referierte vor dem Stadtrat über die Schau und eine Umfrage, an der 52 Aussteller teilgenommen hatten. 2. Bürgermeister Johann Bröll, der für den wegen eines Trauerfalls verhinderten Bürgermeister Willy Lehmeier die Sitzung leitete, verlas einen Brief des Landrats Leo Schrell, der den Wertingern wegen der viertägigen Ausstellung gratulierte. Der Landrat, der die Gewerbeschau rings ums Schloss gleich zweimal unter die Lupe genommen hatte, sprach von einer "sehr guten Organisation" und von einem "abwechslungsreichen Rahmenprogramm".

Einhellig wurden die Organisatorin Martha Binswanger sowie ihre Kollegin Barbara Feistle für ihre Arbeit gelobt: "Eine immense Arbeit zusätzlich zum Tagesgeschäft", hob Johann Bröll hervor. Die Stadträte unterstrichen das Lob mit einhelligem Applaus.

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Getrübte Freude

Die Freude darüber, dass es wohl keine roten Zahlen bei der Endabrechnung der Ausstellung geben wird, war getrübt. Schließlich hatten nur 11 000 zahlende Besucher den Weg nach Wertingen gefunden. Vor acht Jahren zum Beispiel kamen noch 28 000 Besucher nach Wertingen und vor vier Jahren 14 000 Besucher. Franz Bürger warnte: "Wohin führt die Entwicklung der Besucherzahlen beim nächsten Mal?"

Was ist Ursache des Besucherschwundes? Martha Binswanger verwies darauf, dass viele Menschen anscheinend überfordert sind von den zahlreichen Events und Festen: "Schon das zehntägige Volksfest kurz vor der Ausstellung erschien manchen Bürgern als zu lang und zu viel. Und parallel zu unserer Landkreisausstellung fand in Nördlingen eine Gewerbeschau statt, in Augsburg machte das Wertachbrucker Thorfest unseren Rittern im Schlossgraben Konkurrenz, in Rain lockte die Gartenschau." Martha Binswanger zählte damit nur einen Teil der Events auf, die in Konkurrenz zur Ausstellung standen.

Wie soll man wieder mehr Besucher nach Wertingen bringen? Soll man auf den Eintrittsobolus verzichten? Dr. Johann Popp verwies auf die Attraktion Wertinger Volksfest, wo man ja auch keinen Eintritt bezahlen müsse: "Der Eintrittspreis hält viele Besucher ab!" Wirtschaftsreferent Peter Schneider verwies darauf, dass auch andere Messen Sorgen haben: "Die afa in Augsburg hat gewaltige Besucherrückgänge zu verzeichnen und Dillingen verkürzt die kommende Schau von neun auf nur fünf Tage!"

Wertigkeit einer Schau wird durch den Eintrittspreis bestimmt

Michael Buhl, der Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung Wertingen erhielt Rederecht im Ratsgremium und argumentierte: "Die Wertigkeit einer Ausstellung wird durch den Eintrittspreis bestimmt. Wenn man freien Eintritt einführt, dann kommen sicher mehr Leute. Das sind aber nicht unbedingt mehr Kunden, sondern mehr Zuschauer!"

Matthias Buhl warnte: Ohne Eintrittspreise müsste man die Standgebühren erhöhen - aber sind die Aussteller auch bereit, mehr zu bezahlen?" Ludwig Klinger verwies darauf, dass heutzutage die Kunden sich viel übers Internet informieren - das sei mit ein Grund für ihr Fernbleiben bei den Ausstellungen. Wolfgang Zenetti schlug vor, das Stadtfest gleichzeitig zu veranstalten und somit Tausende von zusätzlichen Besuchern anzuziehen. Die anderen Räte befürchteten hier allerdings die Konkurrenz.

Verwaltungschef Günther Weiser kündigte am Schluss der langen Diskussion an, dass eine weitere Ausstellung für das Jahr 2013 "angedacht" sei.

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