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Wertingen

31.01.2019

Kinder schwärmen in Wertingen für die Bienen aus

In Wertingen informieren und werben Kinder während der Eintragungsfrist regelmäßig für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Verkleidet als Bienen verteilen sie Flyer und geben ihr in den vergangenen Wochen und Monaten gesammeltes Wissen über die Natur weiter.
Bild: Birgit Hassan

Wertinger Kinder haben sich intensiv mit dem Hintergrund des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ auseinandergesetzt. Ab heute können Menschen in ihren Rathäusern dafür ihre Stimme abgeben. Wie, wo und für was.

Wer heute Nachmittag gelb-schwarz gestreiften menschenähnlichen Bienen in Wertingens Innenstadt begegnet, kann sich wundern. Nämlich darüber, mit welchem Engagement sich 36 Hortkinder für den Erhalt der Wildbienen und unser aller Lebenswelt einsetzen. Ganz bewusst wollen sie Menschen animieren, ins Rathaus zu gehen und für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ihre Stimme abzugeben.

Eintragen können sich die Menschen bayernweit von heute an bis einschließlich 13. Februar in den örtlichen Rathäusern. Mitzubringen ist jeweils der Personalausweis. Das Wertinger Einwohnermeldeamt im ehemaligen Amtsgericht hat dafür zusätzliche Öffnungszeiten eingerichtet, wird während der beiden Wochen montags bis mittwochs auch am Nachmittag geöffnet sein sowie an einem Donnerstag bis 20 Uhr und an einem Sonntagvormittag. „Wir rechnen mit einem großen Andrang“, heißt es vonseiten einer Mitarbeiterin. Viele Menschen hätten nämlich in den vergangenen Tagen bereits nachgefragt.

Aktion in Buttenwiesen

Auf wache Mitbürger hofft auch Gernot Hartwig, Buttenwiesens Ortsvorsitzender vom Bund Naturschutz. Am kommenden Samstag, 2. Februar, wird er gemeinsam mit zwei örtlichen Imkern in dem familiengeführten Rewe-Betrieb in Buttenwiesen einen kleinen Stand aufbauen und informieren. Viele Jahre hatte der 72-Jährige beruflich am Schulamt des Landkreises Dillingen als Fachberater für Umwelterziehung Lehrer ausgebildet. Seit sieben Jahren ist der Buttenwiesener pensioniert. Sein Interesse an der Umwelt hat sich seitdem eher noch intensiviert, bleibt ihm jetzt doch dafür Zeit. Dabei beobachtet er: „Insekten und Bodenlebewesen gehen nicht nur zurück, ihre Existenz bricht geradezu zusammen.“ Für Hartwig heißt das: „Lebendiger Humus wird zu toter Erde.“ Immerhin hinge von den obersten 30 Zentimetern der Erde alles ab, was Leben bedeutet. Die Menschen bräuchten Essen, sprich Pflanzen. Und die Tiere leben auch nur, wenn sie was zu essen bekommen. Ohne Insekten werde der Humus unfruchtbar. „Es ist sozusagen unsere Lebensschicht.“

Kinder schwärmen in Wertingen für die Bienen aus

Mit ihren Unterschriften ermöglichen Bürger die Einbringung eines Gesetzesentwurfs in den Bayerischen Landtag. Dieser soll unter anderem folgende Punkte beinhalten:

- mehr ökologische Landwirtschaft und blühende Randstreifen an Gewässern – für alle Insekten

Trinkwasserschutz

- alle staatlichen Flächen pestizidfrei bewirtschaften

- alle Pestizide in Schutzgebieten ganz verbieten

- zehn Prozent aller Wiesen in Blühwiesen umwandeln

- Hecken, Bäume und kleine Gewässer in der Landwirtschaft erhalten

- eine bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere schaffen

- Naturschutz in die Lehrpläne aufnehmen.

Gerade der letzte Punkt spricht Hartwig aus dem Herzen. Für ihn ist es wichtig, dass bereits Kinder wieder mehr in der Natur unterwegs sind und sich mit ökologischen Abläufen beschäftigen.

Engagierte Hortleiterin in Wertingen

Dieses Anliegen verfolgt auch Marion Schindler. Die 39-jährige Hortleiterin im Wertinger Kinderhaus Sonnenschein hat gemeinsam mit ihren Kollegen dieses Schuljahr zum „Öko-Jahr“ ernannt. Das Volksbegehren zur Artenvielfalt bietet ihr eine gute Möglichkeit, die Kinder sowohl für Umweltaspekte als auch die Politik zu öffnen. So setzten sich die Grundschüler in den vergangenen Monaten sowohl mit dem Ablauf eines Volksbegehrens auseinander als auch mit dessen Hintergründen. In feinster Kleinarbeit gestalteten die Buben und Mädchen zudem kleine Bienen, drehten deren Körper aus Pfeifenputzern und drehten aus Butterbrotpapier kleine Flügelchen. „Uns wurde klar, wie wichtig Bienen für uns Menschen sind“, erzählt die neunjährige Phyllis. „Ohne Insekten können wir letztendlich nicht mehr leben“, ergänzt Inga (8). Sie haben sich mit dem Unterschied der Bienen eines Imkers und den Wildbienen auseinandergesetzt. Und sie wissen, dass es letztendlich um die notwendige Vielfalt von Insekten geht. Täglich werden sie während des Aktionszeitraums in Wertingen unterwegs sein und ihre Erkenntnisse an interessierte Passanten weitergeben. Ebenso werben sie bei ihren Mitschülern und in ihren Elternhäusern für den Einsatz zugunsten der Umwelt. Am letzten Tag der Eintragungsfrist werden die Erzieherinnen gemeinsam mit den Kindern zum Rathaus gehen. Während die Erwachsenen sich in die offiziellen Listen eintragen, wollen die Kinder ihre Listen übergeben und zeigen, dass auch sie sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Eintragen können sich alle Bürger ab heute bis 13. Februar, in ihren jeweiligen Rathäusern. Während dieser Frist müssen laut Landratsamt mindestens zu folgenden Zeiten Eintragungen in den einzelnen Gemeinden möglich sein: Montag bis Freitag, 8 bis 12 Uhr; Montag bis Donnerstag, 13 bis 16 Uhr; an einem Werktag bis 20 Uhr; an einem Samstag oder einem Sonntag zwei Stunden.

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar von Birgit Alexandra Hassan:
Es geht um unser Essen und Trinken und den Artikel
Was Sie zur Initiative Artenvielfalt wissen sollten


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