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13.07.2010

Kindergarten künftig in gemeindlicher Trägerschaft

Nordendorf Die Gemeinde Nordendorf wird den Vertrag mit der Kirchenstiftung Christkönig über den Betrieb des Kindergartens zum 31. August 2010 kündigen. In Zukunft soll der Kindergarten in gemeindlicher Trägerschaft geführt werden. Dies beschloss der Gemeinderat mehrheitlich in seiner jüngsten Sitzung.

Bürgermeister Elmar Schöniger erläuterte vor zahlreichen Zuhörern einführend, dass der "Kindergarten" bereits seit einiger Zeit immer wieder Thema in den nicht öffentlichen Sitzungen gewesen sei. Auf Antrag einiger Gemeinderäte sei in der letzten Sitzung beschlossen worden, die Entscheidung nunmehr in öffentlicher Sitzung herbeizuführen. Schöniger skizzierte zunächst die "Geschichte" des Kindergartens Christkönig, in dem seit 1973 Kinder aus Nordendorf, Ehingen und Allmannshofen betreut werden. Die Baukosten seien seinerzeit zu einem Drittel von der Kirche und zu zwei Dritteln von den beteiligten Gemeinden getragen worden.

Nachdem sich in den Jahren 2008 und 2009 der Bedarf für eine fünfte und sechste Gruppe ergab - das jetzige Kindergartengebäude bietet Platz für höchstens vier Gruppen - und sich die Kirchenstiftung dafür nicht in der Pflicht sah, habe die Gemeinde Räume in der Schule bereitgestellt. 2008 sei darüber hinaus ein neuer "Defizitvertrag" mit dem Träger abgeschlossen worden, der die Gemeinden zur Übernahme von 80 Prozent der nicht gedeckten Kosten verpflichtet. Gleichzeitig sah der Vertrag auch ein Mitspracherecht der Gemeinden bei der Einstellung der neuen Kindergartenleiterin vor. Entgegen der Vereinbarung sei die Gemeinde jedoch bei der Stellenneubesetzung vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

Gebäude ist nicht mehr sanierbar

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Nachdem das bisherige Kindergartengebäude nicht mehr sanierbar ist und deshalb ein Neubau ansteht, gleichzeitig die Gemeinden Ehingen und Ellgau ab 1. September 2010 eigene Wege gehen werden, hat die Gemeinde Nordendorf ein neues Mehrzweckhaus geplant, in dem die künftige Kindertagesstätte - ausschließlich für den eigenen Bedarf - untergebracht werden wird.

Im Hinblick auf die künftige Trägerschaft seien Gespräche mit der Kirchenstiftung Christkönig, der Arbeiterwohlfahrt und dem Arbeitersamariterbund geführt worden. Nach Anhörung der verschiedenen Institutionen sei man zu der Auffassung gelangt, dass nur die Kirchenstiftung oder die Gemeinde selbst als künftiger Kindergartenträger in Betracht kommen.

Vorgespräche mit Kirchenstiftung und Diözese

Nach Vorgesprächen mit der Kirchenstiftung und der Diözese gäbe es nunmehr drei Möglichkeiten: neue Betriebsträgervereinbarung über 25 Jahre, wobei die Gemeinde mit einem Zuschuss von kirchlicher Seite bis zu 150 000 Euro rechnen könnte, oder neuer Vertrag über zehn Jahre (eventuell mit geringem Zuschuss) oder Sofortausstieg aus dem laufenden Vertrag.

In der regen Diskussion meldeten sich fast alle Gemeinderäte zu Wort. Vor allem Sebastian Egger setzte sich vehement für eine weitere langfristige Zusammenarbeit mit der Kirchenstiftung ein. Auf seiner Seite standen auch Petra Geisenberger, die die christliche Werteerziehung als wichtig bezeichnete, und Manfred Dinger, der die "atmosphärischen Störungen" in den letzten Jahren nicht als ausreichenden Grund sah, die Zusammenarbeit zu beenden - nicht zuletzt im Hinblick auf den in Aussicht stehenden Baukostenzuschuss.

Vor allem im Hinblick auf die Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und kirchlichem Träger in den letzten Jahren und damit fehlendem Vertrauen in eine partnerschaftliche Zusammenarbeit argumentierten die meisten Gemeinderäte für eine künftige kommunale Trägerschaft. Mehrere Redner hätten sich von der Kirche in den bisherigen Verhandlungen mehr Entgegenkommen erwartet. Einig waren sich die Gemeinderäte, dass die Probleme nicht auf Seiten des Kindergartenpersonals liegen und auch bei einer künftigen kommunalen Trägerschaft das Personal aus dem jetzigen "Pool" rekrutiert werden solle. Bürgermeister Schöniger brachte das Stimmungsbild auf den Punkt: "Wenn keine Probleme mit der Kirche in den letzten Jahren aufgetreten wären, gäbe es wohl keine Diskussion über die künftige Trägerschaft."

Erst nach einer Frist von einem Jahr wirksam

So aber entschieden sich die Gemeinderäte mit zehn gegen vier Stimmen für eine kommunale Trägerschaft. Mehrheitlich wurde die Vertragsbeendigung bereits zum 31. August 2010 beschlossen, wohl wissend, dass die Kündigung laut bestehender Vereinbarung erst nach einer Frist von einem Jahr wirksam werden kann. Da aber Ehingen und Allmannshofen ebenfalls bereits gekündigt haben, stehen jetzt erst einmal Verhandlungen an.

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