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07.02.2018

Kuno Knapp prägte Wertingen

Letztmals vor fünf Jahren hatte Kuno Knapp – gemeinsam mit Herbert Dlouhy und Rolf Lussem – in einer Sonderausstellung in der Städtischen Galerie in Wertingen ausgestellt.
Bild: Bärbel Schoen

Er war Künstler, Kunsterzieher und etablierte die Artothek – eine Einrichtung, die in der Region einzigartig ist. Nach längerer Krankheit ist der Kunstpreisträger des Landkreises verstorben

Oft hat er seine Malutensilien gepackt und ist hinausgefahren ins Donauried zu den Kiesweihern, um sich von der Landschaft Anregungen zu holen und auf den Augenblick zu warten, wo sein Innerstes den Stift führte. Denn, so sagte Kuno Knapp einmal, „die Natur ist der beste Lehrmeister für einen Künstler.“ Seine Werke – unter anderem das Wandbild in der Grundschule – werden den Wertingern auch nach seinem Tod in Erinnerung bleiben. Kuno Knapp ist am 27. Januar in Haunstetten nach längerer Krankheit verstorben. Vor fast genau fünf Jahren hatte der Grafiker und Kunsterzieher noch zusammen mit Herbert Dlouhy und Ralf Lussem seine Bilder gezeigt, die von Besuchern begeistert aufgenommen worden waren.

Für Altbürgermeister Dietrich Riesebeck war Kuno Knapp jemand, der Wertingen im Bereich Kunst jahrzehntelang geprägt hat: „Er hat großartige Arbeit geleistet“, blickt er auf die Anfänge in den 1980er Jahren zurück. Riesebeck habe den Künstler immer verehrt. Der Gedichtband „Ist es dem Licht ein Haus“ aus der Reihe der „Wertinger Hefte“, sei für ihn noch heute einer seiner wichtigsten Lyrikwerke. Kuno Knapp hatte darin die Gedichte von Joseph Buhl mit Zeichnungen bereichert. „Ich bewundere seine Art zu malen“, sagt Buhl. Er habe das Licht so zu zeichnen vermocht, wie er es selbst in seinen Gedichten beschrieb. Auf die Nachricht des Todes seines Kollegen und Künstlerfreundes verfasste Buhl spontan ein neues Gedicht – als Zeichen großer Dankbarkeit und Trauer.

Trauer herrscht auch im Kunstkreis. Ein liebenswürdiger Mensch sei Kuno Knapp gewesen, und einer, dem ethische Fragen wichtig waren und der an die Wirkung der Kunst glaubte. Die Stadt hat dem Verstorbenen viel zu verdanken. Für dessen Engagement hatte Bürgermeister Willy Lehmeier ihn vor zehn Jahren mit der Ehrennadel der Stadt ausgezeichnet. Wie etwa für die Kunst-im-Schloss-Ausstellungen, die Künstlerstammtische, die Gründung der Städtischen Sammlung, die Ausschreibung von Stipendien sowie die Einrichtung einer Artothek mit über 200 Kunstwerken. Letztere ist für Wertingen zum Aushängeschild in der Region geworden. Für eine Kleinstadt mit 9000 Einwohnern dürfte sie wohl einzigartig sein in Deutschland. Die Stadt kann stolz sein auf den Protagonisten, der viele Jahre die Städtische Galerie betreute, der ihr ein profunder Berater in Kunstfragen war. 1989 erhielt er zudem den Kunstpreis des Landkreises Dillingen.

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Kuno Knapp wurde 1943 in Bad Mergentheim geboren. Er arbeitete zunächst als Dekorationsmaler und später als Bühnenbildner bei Film und Fernsehen. Von 1979 bis 2008 unterrichtete Knapp in der Realschule in Wertingen, eine Zeit, die er nie missen wollte, wie er einmal erzählte.

Aus einem VHS-Kurs heraus gründete er die sogenannte „Erli-Gruppe“, die er jährlich zum Malen und Zeichnen nach Italien einlud. Kuno Knapp hat Werke geschaffen, die die Stadt und darüber hinaus prägen und dessen Spuren sichtbar bleiben werden: In Skulpturen, Wandmalereien und Projekten (wie zum Beispiel auf dem Friedhof Wertingen, in der Mehrzweckhalle Binswangen oder im Kulturzentrum Garching).

Kuno Knapp hinterlässt seine Frau Mechthild, drei Söhne und vier Enkelkinder. Die Urnenbeisetzung findet am Samstag, 17. Februar, um 13 Uhr auf dem Friedhof in Wertingen statt.

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