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Jubiläum

14.11.2019

Längst ein Wertinger Urgestein

Jeden Montag genießt der Ruheständler Günther Pischel den Gang auf die Anlage der Wertinger Eisstockschützen auf dem Judenberg. Am heutigen Donnerstag wird der ehemalige Stadtrat und TSV-Präsident 80 Jahre alt.
Bild: Günther Herdin

Der ehemalige Stadtrat und TSV-Präsident Günther Pischel wird heute 80 Jahre alt. Warum es keine Feier und nur einen kleinen Spaziergang gibt

Was muss man ein Leben lang gemacht haben, um als Urgestein bezeichnet zu werden? Zu den Menschen, die bei Gesprächen schnell mit ihrer Heimat assoziiert werden, gehört zweifelsohne der Wertinger Günther Pischel. Der Vater von zwei Kindern, fünf Enkeln und einem Urenkel ist in seiner Heimatstadt vor allem den etwas älteren Zeitgenossen ein Begriff. Einen Namen gemacht hat sich Günther Pischel vor allem in der sport- und kommunalpolitischen Szene. Und das mit derart viel Nachdruck, dass er eben zu einem Urgestein in Wertingen geworden ist. Am heutigen Donnerstag wird der ehemalige Stadtrat und langjährige Präsident des TSV Wertingen 80 Jahre alt.

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Auf eine Feier zu seinem runden Geburtstag verzichtet Günther Pischel allerdings. Auch aufgrund eines Fahrradunfalls, den er sich Ende Mai zugezogen hat und der bei ihm noch immer Prellungen sowie Leisten- und Hüftbeschwerden nach sich zieht. Außerdem befindet sich seine Lebensgefährtin aktuell noch in einer Reha, sodass mit ihr und der Familie die Feierlichkeiten nachgeholt werden. Einen Termin gibt es noch nicht.

An seinem Ehrentag hat sich Pischel einen kleinen Spaziergang vorgenommen, „vielleicht gehe ich auch in eine Gaststätte zum Mittagessen“, lauteten seine Planungen am gestrigen Mittwoch. Am 14. November 1939 im alten Wertinger Krankenhaus in der Dillinger Straße geboren, war der Vater bei der Geburt nicht mit dabei. Zwei Wochen zuvor begann der Zweite Weltkrieg, und Pischels Papa war da bereits beim Polen-Feldzug als Soldat im Einsatz. An seine Kinder- und Jugendzeit im Städtle erinnert sich Pischel gerne. Vor allem der Sport hatte es ihm angetan. Er war ein Bewegungstalent, das ihm im Laufe seines Lebens mehrere Sportarten ausprobieren ließ: Tischtennis, Tennis, Handball und natürlich Fußball.

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Im fortgeschrittenen Alter widmet er sich dem Eisstockschießen. Jeden Montagnachmittag trifft er sich mit Freunden und Bekannten auf der Anlage auf dem Judenberg, um dort seinen Stock möglichst nahe an die „Daube“ zu schießen. Noch wichtiger sind ihm freilich die Gespräche nach dem Training mit den vielen Gleichgesinnten. „Da wird über Gott und die Welt geredet“, lacht Pischel. Natürlich über den Sport, aber auch über die Wertinger Geschäftswelt und über Entscheidungen des Stadtrats, dem der Jubilar selbst von 1990 bis 2002 unter der Ägide des damaligen Bürgermeisters Dietrich Riesebeck angehörte.

Mit dem ehemaligen Rathauschef verbindet Pischel nicht nur das gleiche Alter – Riesebeck feierte im April seinen 80. Geburtstag – „wir haben früher auch gemeinsam Fußball und Tischtennis gespielt“, denkt er gerne an diese Zeit zurück. Kein Wunder, dass Pischel aufgrund seiner ausgeprägten Affinität zum Sport, vor allem zum Fußball, nach seiner aktiven Zeit bei mehreren Vereinen in der Region (TSV Wertingen, SSV Höchstädt, SSV Dillingen, TSV Aindling, TSV Meitingen, SV Holzheim) als Trainer tätig war. Nach seiner aktiven Zeit auf dem Fußballplatz als Spieler und Trainer übernahm er 1988 das Amt des Präsidenten beim TSV Wertingen als Nachfolger von Karl Förg. In arbeitsreichen 15 Jahren gründete er nicht nur eine TSV-Geschäftsstelle in der Innenstadt, sondern brachte mit seinen Vorstandskollegen die Sanierung der Sportanlage auf dem Judenberg zuwege und sorgte dort für ein zweites Spielfeld. Auch die Sanierung der Eisstockanlage zählt zu den Entscheidungen aus Pischels Amtszeit. Die größte Innovation aber war in den Jahren 2001 bis 2003 der Bau des neuen Sportheims am Judenberg. Im Jahr 2014 wurde Pischel wegen seiner Verdienste rund um den Sport mit dem Theo-Flemisch-Preis unserer Zeitung und des Landkreises Dillingen ausgezeichnet.

Gerne erinnert sich Pischel auch an seinen beruflichen Werdegang. Bei der Wertinger Textil-Firma „Alcron“ machte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann, besuchte später Mode-Messen. Auch als er zu einem Unternehmen nach Augsburg-Göggingen wechselte. Nach elf Jahren in der Textilbranche war dann aber Schluss.

Pischel ging zum Heimatverlag „Krauß & Söhne“ in Wertingen. Als Buchhalter und späterer Prokurist hielt er dem Unternehmen von 1963 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2003 die Treue. Als Freier Mitarbeiter der Wertinger Zeitung hat Pischel im Laufe von 40 Jahren manchen Presseartikel für die WZ verfasst, heute vergeht kaum ein Tag, an dem er nicht seine geliebte Heimatzeitung ausführlich liest. Dass diese heute über ein „Wertinger Urgestein“ berichtet, ist doch selbstverständlich.

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