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Lehmeier hat turbulente Zeiten hinter sich

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Kommentar Von Benjamin Reif
03.08.2019

Der Bürgermeister hat in den vergangenen 18 Monaten viel Gegenwind ertragen müssen.

Noch zu Jahresbeginn war nicht zu erwarten, dass die Stimmung im Stadtrat so friedlich sein würde, wie sie im Moment erscheint. Die vergangenen 18 Monate im Gremium waren geprägt von allerlei Konflikten. Vor allem knirschte es zwischen den Freien Wählern, denen Lehmeier angehört, und der CSU. Diese hatte 2014 noch eine Wahlempfehlung für den Bürgermeister ausgesprochen.

Ein Rückblick: Im Mai 2018 wurde Bürgermeister Lehmeier noch vom CSU-Stadtrat Helmut Sporer im Stadtrat zu einer aus dessen Sicht unsauberen Genehmigung für einen Wohnungsbau harsch befragt – andere Stadträte sprachen von einem „Verhör“. Nur wenig später kritisierten eine Gruppe von Bürgern und einige Stadträte der CSU das Vorgehen der Stadtverwaltung beim Baugebiet „Marienfeld 2“, bei dem ein Bauherr aus deren Sicht begünstigt worden sei. Im Oktober vergangenen Jahres formierte sich erstmals der Widerstand gegen den Standort des neuen Kindergartens. Von Seiten zahlreicher Anwohner, aber auch der CSU, zog heftiger Gegenwind für Lehmeier auf, der aber schließlich die Mehrheit des Stadtrates hinter sich versammeln konnte. So wird der Kindergarten jetzt gegenüber der Buttinette gebaut. Und schließlich folgte die Haushaltsdebatte im Januar des Jahres. Auch in dieser Debatte schlug Lehmeier der Unmut der CSU ins Gesicht. Der Fraktionsvorsitzende Johann Popp kritisierte sowohl das Prozedere – der Haushalt war nicht öffentlich vorbesprochen worden – als auch fehlende Investitionen in Großprojekte wie die Nord-Ost-Tangente sowie das Baugebiet Marienfeld 2. Wirtschaftsreferent Alfred Schneid ging sogar noch einen Schritt weiter und verweigerte dem Haushaltsplan die Zustimmung, genauso wie seine Kollegen Helmut Sporer und Hans Moraw.

Nach diesen turbulenten Zeiten ist es ruhiger geworden im Stadtrat. Zumindest öffentlich scheint es so, als hätten sich Freie Wähler und die CSU wieder ein Stück weit angenähert. Die politische Großwetterlage in Wertingen ist zur Zeit nicht leicht vorherzusagen. Es zeichnet sich in der Stadt noch kein Herausforderer für die Kommunalwahl 2020 ab, der gegen Lehmeier antreten könnte – mit einer realistischen Chance, dem Bürgermeister nach 18 Jahren sein Büro im Rathaus streitig zu machen.

Lesen Sie den dazugehörigen Artikel: Lehmeier: „Kaum eine Verschnaufpause“

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