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Girlsday-Akademie

30.03.2015

Mädchen im Carbon-Labor

Mädchen der Wertinger Realschule werkelten in Schutzkleidung mit dem hochwertigen Faserverbundstoff Carbon, dafür besuchten sie das Schülerlabor im Bliensbacher Schullandheim. Die Wertinger Schule hat als einzige im Regierungsbezirk Schwaben den Zuschlag für eine Teilnahme an der „Girlsday-Akademie“ erhalten, ein zweijähriges Pilotprojekt der bayerischen Metall- und Arbeitgeberverbände und der Agentur für Arbeit in Donauwörth.
Bild: Hauke

Mädchen der Wertinger Realschule werden in einem Pilotprojekt an technische Berufe herangeführt

14 Mädchen in weißen Kitteln und mit Schutzbrillen auf den Nasen, die eine oder andere auch mit dünnen, schwarzen Gummihandschuhen versehen: Nur das Einhalten dieser Kleidervorschriften berechtigte die Schülerinnen von den letzen drei Schulklassen der Wertinger Realschule, das Faserverbundlabor im Bliensbacher Schullandheim zu betreten.

Den Besuch im Schülerlabor möglich gemacht hat ein zweijähriges Pilotprojekt der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände und der Agentur für Arbeit in Donauwörth. Denn als einzige Schule im Regierungsbezirk Schwaben haben die Wertinger den Zuschlag für eine Teilnahme an der „Girlsday-Akademie“ erhalten. Für ein paar Stunden werkelten die Schülerinnen im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren in dem Labor mit dem hochwertigen Faserverbundstoff Carbon, ein Material welches der Flug- und Rennsportbereich einsetzt und den inzwischen auch die Automobilindustrie für sich entdeckt hat.

Erst 2014 eröffnete der Trägerverein Schullandheim Bliensbach e.V. unter der Führung der Universität Augsburg dieses Schülerlabor. Seitdem betreuen Studenten der Uni die Schüler, wenn diese in dem Labor arbeiten und experimentieren. Auch den Wertinger Schülerinnen wurde gezeigt und erklärt, wie mit dem hochwertigen Material umzugehen ist.

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Wolfgang Schelzig ist Berufsberater der Donauwörther Arbeitsagentur und erklärte: „Das Pilotprojekt „Girlsday-Akademie“ soll zur vertiefenden Berufsorientierung dienen und die Mädchen an die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) heranführen.“

An diesem Vormittag im Bliensbacher Schullandheim lautete die Aufgabe, anhand einer Schablone einen Tischtennisschläger aus Carbon zu erarbeiten. Dafür schnitten und klebten sie, flochten und bügelten das Material weich. Bei der 14-jährigen Sarah aus der achten und der zwölfjährigen Julia aus der siebten Klasse schien die Initiative gefruchtet zu haben, beide interessieren sich ohnehin schon sehr für Mathematik und beide sagten: „In so einem Labor zu arbeiten, können wir uns schon vorstellen.“

Jörn Gebhardt, operativer Geschäftsführer der Donauwörther Arbeitsagentur bestätigte den bisherigen Erfolg des Pilotprojekts: „Wir hatten mehr Bewerberschreiben als Angebote.“ Auch er begrüßte das Bestreben, mehr Mädchen an die MINT-Fächer heranzuführen. „Zum einen wollen wir den Mädchen die Scheu vor diesen Berufen nehmen, indem sie die technischen Berufsbilder kennenlernen und zum anderen kann das auch ein Aspekt sein, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.“ Deshalb sei es erfreulich, dass man das Pilotprojekt „Girlsday-Akademie“ auch im Bliensbacher Faserverbundlabor realisieren durfte.

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