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Synagoge

23.05.2015

Magier der Gitarre

Erstmals solo konzertierte der Gitarrist Roberto Legnani in der Synagoge Binswangen.
Bild: Ruf

Roberto Legnani begeistert als Solist

Man beschreibt ihn als „Magier der Gitarre“. Roberto Legnani, der in der kleinen Dorfsynagoge Binswangen bisher ausschließlich mit seiner Duo-Partnerin, der Cellistin Ariana Burstein zu Gast war, kam diesmal als Solist zu einem berauschenden Konzert. Der Auftritt des schon legendären Künstlers wurde zu einer Hommage an die klassische Gitarre und hinterließ einen unvergesslichen Eindruck. Große Virtuosität und tiefer Respekt Legnanis vor seinem Instrument runden sich mit seiner Begabung zu hoher Musikkunst.

Die Reise durch die faszinierende Welt der Gitarrenmusik ließ die Zuhörer die Zeit vergessen. Der brillante Gitarrist weiß mit seiner einfühlsamen Spielweise wunderbare Emotionen zu erzeugen. Er ist kein kühler Technokrat, sondern hat eine persönliche musikalische Handschrift, die bei Experten als unverwechselbar gilt. Wie Sternenstaub legt sich seine Musik auf empfindsame Seelen.

„Legnanis präziser Stil ist von höchster eleganter Meisterschaft“, so schwärmte schon die internationale Musikpresse nach Konzerten mit dem Künstler, der menschlich eine leise Note bevorzugt. Er wirkt wie ein spanischer Grande, der eben mal mit seinem Instrument vorbeikommt, um eine goldene Spur zu hinterlassen. Das Spiel des großen Gitarristen ist herausragend filigran, ohne Schnörkel und sein bescheidenes Auftreten fasziniert einfach nur. Er tourt mit der legendären Hopf-Gitarre „La Portentosa“ durch die Welt und machte glücklicherweise bei seinen selten gewordenen Solokonzerten diesmal in Binswangen Station, wo er die gute Akustik und die Historie des Synagogengebäudes besonders liebt.

Musikalische Highlights erlebte das Publikum mit „Las Abejas“ (Die Bienen) von A. Barrios, „Moods from the Song of King David“ (R. Legnani), dem heiteren „Recuerdos de la Alhambra” von F. Tarrega, Le Rossiniane Nr. 1 op. 119 von M. Giuliani sowie vielfältiger Gitarrenmusik aus Irland, Brasilien und Mexiko. Was war das für eine Klaviatur an internationalen Klangvariationen von unbeschreiblicher Schönheit und Klarheit, die sich da präsentierte. Die zarte spanische Romanze „Jeux interdits” wurde zum hinreißenden Türöffner beim Konzert.

Die Eigenkompositionen Legnanis fügten eine Reihe strahlender musikalischer Perlen dem außergewöhnlichen Konzertprogramm hinzu. „Musik ist ein Vehikel für Traurigkeit, aber auch für Freude. Und wenn es gelingt, beide Extreme zusammenzubringen, entsteht Magie“, hat der englische Popmusiker Paul Mc Cartney einmal gesagt. Roberto Legnani weiß diese beiden Komponenten meisterhaft zu verbinden. Am Ende verneigte sich das Publikum andächtig vor dem Instrumentalisten und mit großem Respekt.

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