Newsticker

Weltärztebund-Chef: Bei 20.000 Neuinfektionen am Tag droht zweiter Lockdown
  1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Mama, wie war das damals bei dir?

Unteres Zusamtalm

10.04.2015

Mama, wie war das damals bei dir?

Miteinander schauen Martina und ihr Sohn Felix Bobinger die Albe an, die heute anstelle eines Anzugs oder Kommunionkleids von den Kindern getragen wird.
Bild: Bunk

Am Sonntag ist der „Weiße Sonntag“: Martina Bobinger und ihr Sohn Felix sprechen über Brauchtum

Von Brigitte Bunk

Pfaffenhofen Als Felix Bobinger aus Pfaffenhofen mit seiner Mama Martina gemeinsam das Fotoalbum mit ihren Erstkommunionbildern anschaut, fragt er: „Mama, wie war das damals im Jahr 1983 bei dir?“

So manchen Unterschied sieht der Neunjährige auf den ersten Blick. „Die Jungs hatten Anzüge an und die Mädchen weiße Kleider. Wir haben Alben“, erklärt er. Die Alben gefallen ihm ganz gut. Er holt seine gleich her und erzählt, dass Pater Joe erklärt hat, wie man den Knoten binden soll. „Ob wir das noch zusammenbringen?“, fragt er seine Mama mit einem verschmitzten Lächeln.

Was genau er darunter tragen wird, am 19. April, wenn er seine Erstkommunion feiert, das weiß er noch nicht. Ein Anzug wird es auf keinen Fall sein. Den würde er nämlich nur dieses eine Mal tragen, und das findet er nicht gut. Martina Bobinger ist auch für die Alben. Nachdem diese schon seit einigen Jahren zum Einsatz kamen, habe es im Vorfeld überhaupt keine Diskussion gegeben bei den Eltern der elf Kinder aus Pfaffenhofen, Ober- und Unterthürheim, die miteinander in der Pfarrkirche St. Martin in Pfaffenhofen zur Erstkommunion gehen.

Auch die Kerzen sehen anders aus. Damals wurden sie fertig gekauft, erinnert sich die heute 41-Jährige. Die Kerze von Felix ist nicht so dünn und hoch wie die von damals, außerdem hat er sie wie auch die anderen Kinder im Pfarrstadel in Unterthürheim zusammen mit seiner Mama selbst verziert. Alle haben einen orange-gelben Kreis in der Mitte, damit man sieht, dass sie zusammengehören. Die Motive, das Kreuz und den Kelch mit der Hostie, hat Felix selbst ausgesucht. So sieht doch wieder jede Kerze anders aus.

Auch die Vorbereitung auf die Erstkommunion war anders. Sechs Gruppenstunden mit Pater Joe und sechs Weggottesdienste mit Pfarrer Klaus Ammich, bei denen die Themen der Gruppenstunden wieder aufgegriffen wurden, führten die Kinder auf den Weg zur Erstkommunion. Diese steht unter dem Thema „Der Schatz in meinen Händen“. Martina Bobinger erinnert sich an Gruppenstunden, die bei ihr zu Hause in Buttenwiesen stattgefunden haben. Auch dabei wurde gebetet und der religiöse Hintergrund erklärt, als sie beispielsweise Brot gebacken oder Masken, die sie zu Fasching gemacht haben, an Aschermittwoch verbrannt haben.

Lebensnaher findet sie die Buße bei der Beichte. Sie selbst musste zwei „Gegrüßet seist du, Maria“ beten. Ihr Sohn bekam als Aufgabe, heimzugehen und mit seinem Bruder zu spielen, nachdem er gebeichtet hatte, dass sie schon mal streiten.

An die Erstkommunion selbst hat Martina Bobinger auch viele Erinnerungen. Sie hatte damals lange Haare, die extra geschmückt wurden. Die Familie kam zusammen und feierte gemeinsam im Gasthof „Grüner Baum“ in Buttenwiesen. Viele Leute aus dem Ort, die sie selbst gar nicht kannte, brachten Geschenke.

Und alte Damen schenkten ihr Sammeltassen mit goldenem Rand, die sie heute noch hat. „Ich kann mich mehr an das Drumrum erinnern, als an das, was eigentlich wichtig war“, meint sie nachdenklich.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren