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Wertingen

10.01.2021

Masken vom Schneidermeister sind im Wertinger Rathaus ausgestellt

Der Mund-Nasen-Schutz ist seit vielen Monaten aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Im Wertinger Heimatmuseum kann man nun sechs besondere Exemplare besichtigen: oben zwei vom Villenbacher Schneidermeister Rudolf Moosmüller gefertigte Stücke, in der mittleren Reihe ein Exemplar der Stadtverwaltung sowie eine privat gefertigte aus dem Hause Brandelik, die unteren zwei kommen vom Verein „Freunde des Krankenhauses“ und der Pfarreiengemeinschaft Wertingen.
Bild: Cornelius Brandelik

Plus In einer Vitrine im Wertinger Rathaus kann man sechs besondere Exemplare der mittlerweile allgegenwärtigen Gesichtsbedeckungen besichtigen.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat den Begriff „Corona-Pandemie“ zum Wort des Jahres 2020 gekürt. Auf den Plätzen zwei und drei folgen „Lockdown“ und „Verschwörungserzählung“. Blickt man im Januar des neuen Jahres auf das alte Jahr und müsste ein Objekt des Jahres 2020 wählen, käme man ziemlich schnell und vermutlich ohne Konkurrenz-Objekt auf den Mund-Nasen-Schutz.

Die Wirksamkeit der Maske wurde angezweifelt

Zu Beginn wurde dessen Wirksamkeit zum Teil misstrauisch betrachtet. Als seine Schutzwirkung allgemein anerkannt war, standen nicht genügend Masken zur Verfügung. Dies hatte zur Folge, dass sich manche Leute selbst Masken nähten, sagt der Wertinger Museumsreferent Cornelius Brandelik.

Die Corona-Krise eröffnet aus Sicht vieler Museen ein neues Sammlungsgebiet. Neben dem Deutschen Historischen Museum in Berlin haben bereits zahlreiche Stadtmuseen im März und April 2020 Pläne geschmiedet, um Objekte der Gegenwart für die Zukunft zu sichern. Auch das Museum Wien startete einen Sammlungsaufruf für Objekte aus dem Alltag der Pandemiezeit.

Die Arbeit eines Profis

Spontan entschloss sich Schneidermeister Rudolf Moosmüller aus Villenbach, diesen Aufrufen zu folgen und schickte dem Heimatmuseum Wertingen zwei seiner in Eigenregie gefertigten Masken. Bereits der Laie erkennt, dass es sich bei den beiden Exemplaren um die Arbeit eines Profis handelt. Die Maske ist zweiseitig tragbar. Da beide Seiten aus unterschiedlichen Stoffen gefertigt sind, entscheidet die Farbgebung der Kleidung, welche Seite man wählt. So ist dieser Mund-Nasen-Schutz zugleich ein modisches Accessoire. Zusätzlich besitzt die Maske zwischen den beiden Stofflagen eine Art Tasche, so dass hier ein Filter eingelegt werden kann und die Maske damit dreilagig ist.

Inzwischen haben verschiedene Einrichtungen ebenfalls individuell gestaltete Masken in Auftrag gegeben. So haben Verena Beese von der Stadtverwaltung und Alexandra Fiebig, Gestalterin aus Rieblingen, für die Stadt Wertingen und für den Verein der Freunde des Krankenhauses Wertingen Masken auf den Weg gebracht. Auch die Pfarreiengemeinschaft Wertingen mit Gottmannshofen und Binswangen besitzt eine Maske, auf der die verschiedenen Türme der drei Kirchen als Logo abgebildet sind.

Objekt des Monats Januar 2021 ist in der Rückschau auf das Jahr 2020 der von dem 82-jährigen Schneidermeister im Ruhestand Rudolf Moosmüller gefertigte Mund-Nasen-Schutz, der Anlass bietet, über die verschiedenen Maskentypen, aber auch über die Veränderung des Alltags durch die Pandemie nachzudenken.

Die beschriebenen Mund-Nase-Bedeckungen sind aktuell in einer Vitrine im Erdgeschoss des Wertinger Schlosses zu besichtigen.

Sogar Engel im Landkreis Dillingen tragen Maske

Der Mundschutz wurde im vergangenen Jahr sogar in einer Kirche im Landkreis verewigt. Wer das frisch renovierte Gotteshaus in Laugna betritt, sollte sich genau umsehen. Dort gibt es einen Hinweis auf die Corona-Pandemie, der vielleicht noch in 100 Jahren unsere Nachfahren an diese schwierige Zeit erinnern wird.

In der Laugnaer Kirche tragen die Putten Mundschutz.
Bild: Cornelius Brandelik

Der Hinweis ist nicht einfach zu entdecken. Es handelt sich um Putten, sprich Engelchen, die eine Maske tragen. Auch wenn die himmlischen Geschöpfe es mit der richtigen Platzierung des Mund-Nasen-Schutzes nicht ganz so genau nehmen, da die Nase nicht bedeckt ist. Die Putten befinden sich, wenn man Richtung Altar blickt, auf der linken Seite in der Nähe der Empore. Von dort aus hat man auch den besten Blick auf die Engelchen. Die Idee, den Hinweis auf die Pandemie zu hinterlassen, stammt von Wilhelm Kotschner. Der Kirchenpfleger, der dieses Amt seit fast 50 Jahren innehat, hatte mit seiner Frau einen Ausflug zum Kloster Maria Medingen unternommen und auf einem Deckengemälde in der Margaretenkapelle Engel mit Masken entdeckt. Kotschner, ehemaliger Kreisbrandmeister, wollte sich das Renovierungsergebnis nach dem Brand im Jahr 2015 ansehen. (mit elhö)

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