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 Konkurrenz fürs Gymnasium

17.12.2015

MdL Häusler will die Schule zu den Schülern bringen

Landtagsabgeordneter Johann Häusler (Freie Wähler) will einen Schülertourismus auf der B2 im Lechtal verhindern.
Bild: Erich Wandschneider

Landtagsabgeordneter Johann Häusler sieht keine Gefahr für das Gymnasium Wertingen im Falle einer Außenstelle von Gersthofen in Meitingen.

Das Thema eines Gymnasiums für Meitingen findet in Wertingen keinen positiven Widerhall. An der Zusam wird befürchtet, dass hunderte von einpendelnden Gymnasiasten aus dem Lechtal wegbleiben und damit das Wertinger Gymnasium schwächen könnten. Bürgermeister Willy Lehmeier (FW) kritisierte gestern in der WZ einen der Vertreter der Meitinger Schulidee, Fabian Mehring. Weiter ermahnte er den FW-Landtagsabgeordneten Johann Häusler, sich für die Wertinger Belange einzusetzen.

Johann Häusler verwehrte sich in einem Gespräch mit der WZ gegen die Kritik des Wertinger CSU-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, Dr. Johann Popp, der ihn in einem WZ-Artikel getadelt hatte. Er habe sein Büro in Wertingen eröffnet und nun werde von diesem Büro aus der Kampf gegen das Wertinger Gymnasium geführt. „Das hat mich geärgert“, so stellte sich Häusler vor seinen Teilzeit-Mitarbeiter Mehring.

Wie kam es überhaupt zur Idee eines Gymnasiums für Meitingen? Johann Häusler verweist darauf, dass es tatsächlich nicht um ein Vollgymnasium geht, sondern lediglich um eine Teilschule. Die Entstehungsgeschichte habe nichts zu tun mit dem Gymnasium in Wertingen, sondern mit dem Paul-Klee-Gymnasium in Gersthofen. Der Kreis Augsburg überlege sich derzeit entweder einen Neubau des Gersthofer Gymnasiums oder eine Sanierung mit Anbau. Im Vorfeld dieses 40-Millionen-Projekts habe Landrat Martin Sailer eine Schulbedarfsplanung in Auftrag gegeben.

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Es hat sich herausgestellt, dass täglich über 500 Schüler aus dem Meitinger Raum nach Gersthofen und Augsburg in die Gymnasien pendeln. Gleichzeitig pendeln an die 500 Schüler in Gegenrichtung zur Meitinger Realschule. Der frühere Königsbrunner Bürgermeister Ludwig Fröhlich (FW) habe die 84-seitige Schulbedarfsplanung analysiert und ihm sei dieser Schultourismus von über 1000 jungen Leuten unsinnig vorgekommen. Häusler fasste Fröhlichs Vorschlag in ein Schlagwort: „Die Schule zu den Schülern bringen – und dabei zudem Beförderungskosten einsparen.

Wie das bewerkstelligen? Der FW-Fraktionsvorsitzende im Augsburger Kreis, Dr. Markus Brem aus Hirblingen, schrieb am 7. Dezember 2015 einen „Antrag auf Beratung und Beschlussfassung“ an Landrat Sailer, in dem er wörtlich darlegte: „Vor dem Hintergrund dieser fachlichen Erkenntnisse stellt die FW-Fraktion im Kreistag den Antrag, ergebnisoffen zu prüfen, ob der Raumnot am Gersthofer Gymnasium durch eine Außenstelle der Bildungseinrichtung in Meitingen abgeholfen werden kann, während im Gegenzug eine Außenstelle der Meitinger Realschule in Gersthofen einzurichten wäre.“ Dr. Brem endete sein Schreiben aber mit der Bedingung: „Ferner gilt es im Zuge dessen, auch die etwaigen Auswirkungen dieser Variante auf benachbarte Realschulen und Gymnasien zu untersuchen.“ Laut Häusler geht es also darum, dass über 1000 junge Leute nicht mehr im Lechtal in entgegengesetzter Richtung herumfahren, sondern heimatnah ihren Schultyp besuchen können.

Johann Häusler versicherte, dass er im ersten Moment wie Bürgermeister Lehmeier wegen der Wertinger Situation erschrocken gewesen sei. „Aber als ich das Gutachten studiert hatte, war ich anderer Meinung. Ich denke, man soll diese Lösung für die 1000 Schüler durchprüfen. Es darf doch in solchen Fragen keine Denkverbote geben!“ Häusler betonte, dass es keineswegs um ein voll ausgebautes Gymnasium in Meitingen gehe, sondern um eine begrenzte Angelegenheit, welche eine Lösung für den Schülertourismus wäre, aber kein Schaden für Wertingen. Häusler gab ferner zu bedenken, dass es sich noch keineswegs um einen Bauantrag handle. Landrat Sailer habe signalisiert, dass er den gegenseitigen Austausch der Schüler im Kultusministerium prüfen lasse. „Falls das Kultusministerium die Klappe dicht macht, ist das Thema eh vom Tisch“, so betonte Häusler.

Und der Zwist in Wertingen? Häusler versicherte, dass er sich mit Bürgermeister Lehmeier zusammensetzen werde. „Ich bin in dieser etwas angeschürten Situation an seiner Seite und ich werde auch weiter dazu beitragen, die Stabilität Wertingens zu bewahren!“

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