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Binswangen

23.04.2019

Mit Gitarre und Cello einmal um die Welt

Das außergewöhnliche Duo aus Gitarre und Cello in der Synagoge in Binswangen, links das Multitalent Legnani an der Konzertgitarre, rechts die temperamentvolle Ariana Burstein am Cello.
Bild: Elmar Greck

Das Duo Burstein & Legnani musizierte in der Synagoge Binswangen. Dabei zeigte sich: Cello und Gitarre ergänzen sich ideal.

Mit Sicherheit ist eine Weltumsegelung die teuerste, unangenehmste sowie abenteuerlichste Art, unsere Welt derzeit zu bereisen und bei einer schlechten Crew auch noch nervig und langweilig dazu. Das pure Gegenteil haben die Besucher bei der musikalischen Weltreise mit dem Duo Burstein & Legnani empfunden. Bequem und abwechslungsreich und günstiger hatten es die staufrei und kerosinfrei angereisten Zuhörer aus der Region in der wohltemperierten Synagoge. Wie aus den Biografien der Musiker hervorgeht, sind sie selbst wahre Weltenbummler und nutzten die Gelegenheit, die Welt der Musik in den verschiedenen Regionen des Globus zu entdecken. Im Reisegepäck nur eine edle Gitarre und ein ebenso würdiges Cello. Beide Instrumente ergänzen sich ideal.

Mehrere tausend Jahre Musikkultur

Das ausgefeilte Programm besteht meist aus kurzen Instrumentalstücken und präsentiert dabei nicht nur authentisch das lokale Kolorit der Regionen, sondern führt auch durch mehrere tausend Jahre Musikkultur bis zur Gegenwart. Insgesamt eine Reise durch Raum und Zeit! Am Anfang sind langsame, aufsteigende, anschwellende Glissandi hörbar und imaginieren die mystische Unterwelt der Kelten in Irland mit deren Vorstellung vom „ewigen Leben“. Dann treffen sich die Reisenden in den Karawansereien entlang der „Never Ending Roads“ und erholen sich dort, tauschen Erlebnisse aus und lauschen den musikalischen Darbietungen.

Das nächste Ziel ist schon ein gewaltiger Zeitsprung in den Barock und führt mit dem Concerto in D-Dur zu Vivaldi nach Italien. Mit der Eigenkomposition „Wilde Pferde“ landen die Zuhörer im 21. Jahrhundert. Lautmalerisch mit gezupften gedämpften Cellosaiten lässt sich mühelos eine Herde mit galoppierenden Pferden vorstellen. Am Schluss des Stückes klappt dann auch das Zusammenspiel der beiden Instrumente perfekt. Jetzt befeuert auch das begeistert kritische Publikum mit kräftigem Applaus. Bis dahin ist die Gitarre leider etwas kraftlos im Hintergrund untergegangen.

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Durch die Wüste Sinai bis nach Nordamerika

Die besten Beiträge liefert der Gitarrist mit perkussiver Rhythmik beim Gang der Israeliten durch die Wüste Sinai, dann gezupft die silbrig glänzenden, perlenden Arpeggien bei Asturias von Isaac Albeniz aus Spanien.

Über Nordamerika geht es nach Frankreich und dann temperamentvoll in das entlegene Osteuropa. Von da ist es nicht allzu weit zu einem chinesischen Liebeslied. Die musikalische Rundreise endet mit einem feurigen Flamenco von Manuell de Falla.

Mit unendlicher Fantasie entlocken die Musiker nicht nur die tonalen Klänge der verschiedenen Modi, sondern auch die ausdrucksstarken perkussiven Geräusche. Das begeisterte Publikum spart nicht mit Beifall, ein volles Haus wäre da schon wünschenswert gewesen.

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