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Lauterbach

26.02.2018

Mit Kräutern möglichst gesund durch den Winter

Apotheker Johannes Riesinger informierte über die Wirkung von Kräutern.
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Apotheker Johannes Riesinger informierte über die Wirkung von Kräutern.
Bild: Ulrike Walburg

Wie Teeaufgüsse helfen können, darüber informierte Apotheker Johannes Riesinger bei einem Vortrag in Lauterbach.

Ist eine Erkältung bereits im Anmarsch und brennt es schon im Hals, vertraut nicht jeder auf die heilenden Kräfte aus der Natur. „Um Himmels willen, verschont mich mit Kamillen“, rief abwehrend schon damals Wilhelm Busch. Dagegen sieht heute Johannes Riesinger, Apotheker für Homöopathie und Naturheilkunde aus Buttenwiesen, bei Husten, Schnupfen und Heiserkeit in heimischen Kräutern „eine milde wirksame Medizin, mit der man eine gesunde Wirkung erzielen kann“. Am Donnerstagabend verteilte er zur Verkostung auf einer öffentlichen Veranstaltung der Freien Schule Lech-Donau zum Thema „Wie Heilkräuter helfen“ warme Teeaufgüsse in Trinkbechern.

Die Teilnehmer des Abends wählen den Teeaufguss wahlweise pur oder versüßt mit Honig und Fruchtsaft. „Dieser Tee schmeckt, man kann ihn gut trinken“, beurteilt Doris Weber. Es gibt drei verschiedene Teevarianten für drei unterschiedliche Anwendungsgebiete. Eine Mischung soll gegen Husten und Bronchitis helfen.

Der Apotheker hat sie nach einer speziellen Rezeptur aus sechs verschiedenen Kräutern, unter anderem mit Spitzwegerich und Thymian, zubereitet. Ein spezieller Erkältungstee aus Lindenblüten und anderen heimischen Heilkräutern soll ebenfalls gute Erfolge erzielen. Der Apotheker rät während der kalten Jahreszeit zu einem Haustee, nach einer speziellen Rezeptur und einer Zusammensetzung aus Himbeerblättern, Schafgarbenkraut, Fenchel, Melisse, Lindenblüten und Hagebuttenschalen. Damit soll es gelingen, gut über den Winter zu kommen.

Leider kommen diese Anregungen für viele angemeldeten Teilnehmer zu spät. Die Grippewelle hat einige von ihnen bereits erwischt, statt an der Veranstaltung teilzunehmen liegen sie krank im Bett.

„Mit kochendem Wasser übergießen und circa zehn Minuten stehen lassen, damit alle Wirkstoffe aus der Pflanze im Tee zum Tragen kommen“, gibt Riesinger Tipps für die Zubereitung. „Aus den Blättern einer Heilpflanze lösen sich die wertvollen Bestandteile allgemein schneller, als von der Wurzel einer Pflanze“, berichtet er. Die Teemischungen wirkten in der vorgeschriebenen Zusammensetzung entzündungshemmend und stärkten die Abwehr und heilen durch die Schleimstoffe.

In allgemein verständlicher Form beschreibt der Apotheker die biochemischen Grundprinzipien der verschiedenen Heilpflanzen, wie Huflattich, Thymian und Spitzwegerich und geht in seinem Vortrag spontan auf spezielle Fragen der Zuhörer ein. „Wie verhält es sich mit Pfefferminzöl?“ Das will eine Mutter wissen. Sie frage sich, ob sie dieses Öl bedenkenlos bei ihrem Kind anwenden könne. Der Apotheker verneint und weist auf eine nicht harmlose Wirkungsweise für kleine Kinder hin. „Die Atemwege können sich bei einem Kind unter sechs Jahren verkrampfen“, warnt er. Riesinger informiert über die Grundbausteine und wirksamen Prinzipien der verschiedenen heimischen Kräuter und bringt die Wirkung von ätherischen Ölen auf den Punkt. Er verweist auf das insektenabwehrende Citronellöl und lobt die Wirkung von Eukalyptus.

Wann hilft die schweißtreibende Holunderblüte und wann die beruhigende Melisse? – Heimische Kräuter seien hochwirksam und keinesfalls harmlos. Die wirksamen Prinzipien der Pflanzen müssen verstanden werden, so der Spezialist. Jede Pflanze habe ihre Wirkung. Diese könne im Bedarfsfall genutzt werden. Sei man wieder gesund, sollte man den Tee nicht weiter trinken, so Riesinger.

Beim Wildsammeln von Kräutern heißt es Augen auf. Riesinger: „Die Identität einer Pflanze muss kontrolliert werden.“ Beinwell und Huflattich sähen sich zum Verwechseln ähnlich, wirken aber ganz unterschiedlich. Eine Verwechslung könne unter bestimmten Umständen zu schlimmen und sogar zu tödlichen Folgen führen.

Nadja Wedekind aus Lauterbach sammelt ihre Kräuter selber, das Wissen um die Kräuter sei in ihrer Familie seit Generationen überliefert worden. Zum Kräutersammeln gehe sie mit offenen Augen raus in die Natur. „Ich achte darauf, wo die Kräuter wachsen und sehe, wo der Kater spielt und wo der Bauer spritzt.“

Eine Demeterbäuerin berichtet von verpflichtenden Verbandsvorgaben unterhalb der Nachweisgrenze und von dem Dilemma, das für ihren Hof entstand, als Schadstoffe von anderen Grundstücken ihre Kräuterernte belasteten und damit zunichte machten. Das Ehepaar Eva und Franz Mayr hat sich einen Solartrocknungsschrank gebaut und trocknet seitdem entwässernde Brennnesseln, vitaminreiche Petersilie und duftende Rosenblätter bei maximal 40 Grad auf schonende Weise selber.

Der Buttenwiesener Apotheker Johannes Riesinger sieht in den verschiedenen Tees aus heimischen Kräutern „eine milde Form von Arzneimitteln, die wir mit Verstand einsetzen und deren Wirkung wir kennen sollten.“ Er warnt davor, einfach drauf los zu agieren und weist auf den Qualitätsaspekt hin. Er schwört auf doppelte Qualitätskontrollen.

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