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Ausstellung

10.06.2013

Mit alten Techniken in die Moderne

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3 Bilder
Die Stipendiatin Charlotte Boesen beschäftigte sich in Wertingen mit dem Thema der Stille.

Charlotte Boesen und Markus Bläser zeigen Arbeiten in der städtischen Galerie

Wertingen Auf der Dokumenta oder Biennale Venedig seien künstlerische Ausdrucksformen wie sie jetzt in Wertingen gezeigt werden, kaum noch präsent. Dies stellte Oskar Dietrich, selbst Maler, in seiner Laudatio fest. Er attestierte den beiden Kunst-Stipendiaten Charlotte Boesen (Kopenhagen) und Markus Bläser (Leipzig), die im vergangenen Jahr für mehrere Wochen in Wertingen lebten und arbeiteten, ein „Urvertrauen in die Kraft traditioneller künstlerischer Ausdrucksformen“. Der Gestaltungsprozess ihrer Arbeiten – Malerei, Zeichnung und Druckgrafik – sei nicht technisch überformt, sondern direkt: „Kein technisches Medium schiebt sich dazwischen und strukturiert.“ Zwischen der Hand und dem Blatt Papier bestehe jeweils direkter Kontakt.

Stille spielt in Boesens Arbeit eine wichtige Rolle

Charlotte Boesen, 1964 in Kopenhagen geboren, lebt heute in Halle an der Saale. Die Künstlerin nahm auch in ihrer Wertinger Zeit visuelle Impulse in der Umgebung auf. Während des Bildfindungsprozesses entstanden surreale Bildräume, die sie stark reduzierte, sowohl in Farbe und in Form. Die Titel ihrer Arbeiten – „Ruhe/Stille“, „Zersprengte Stille“, „Lass mich in Ruhe!“, „Weite/Schwebe“ verdeutlichen, dass es sich letztendlich um innere Bilder handelt. Der Satz des Komponisten John Cage, „Stille ist die interessanteste Form der Musik“, spielt in Boesens Arbeit eine wichtige Rolle. In ihren Bildern gibt es ebenfalls Zonen der Stille, der Leere.

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Markus Bläser hat mit seinen Wertinger Bildern der Malerei zu einer kräftigen (Farb)Stimme verholfen. Kein Wunder, studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Hier entstand um die Jahrtausendwende die neue Richtung „Neue Leipziger Schule“ im Kunstgeschehen.

Destillation und Hochprozentiges

Bläser war im vergangenen Sommer in Wertingen mit Malblock und Aquarellfarben unterwegs und zeichnete: Kiesgrube, Tümpel, Mündung, Damm, Werkhalle, Uferbewuchs, Sandgrube. „Nicht gerade die touristischen Highlights in unserer Region“, so Dietrich. Bläser verwandelt den konkret erlebten Raum in einen abstrakten, er abstrahiert zugunsten einer Farb-Formen-Logik. So „übermütig“ wie er in Wertingen gemalt hat, ist er normalerweise nicht. Bläser reduziert stärker und tektonischer. „Viele Bilder durchlaufen einen farblichen und formalen Destillationsprozess – Ergebnis Hochprozentiges“, so Dietrich. Humorig prophezeite er Bläser Großes, denn schließlich stammen Baselitz und Richter, zwei hoch dotierte Künstler, auch aus Leipzig. Kräftig unterstrichen wurden die Sätze vom Saxofon-Quartett mit Eva Sing, Uli Ziegler, Melanie Weschta und Larissa von Ganski.

Ausstellung bis 7. Juli in der städtischen Galerie in Wertingen.

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