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02.07.2010

Mit dem Stich zum Arzt

Mit dem Stich zum Arzt

Region Da war die Party vorbei: Zum Grillen waren am Freitag ein paar Freunde zu Familie Steppe an den Waldrand nach Diedorf gekommen. Doch um 21.30 Uhr wollte keiner mehr draußen bleiben. Fast überfallartig waren mit der Dämmerung auch die Mücken gekommen - weitaus aggressiver als in den vergangenen Jahren, ist sich Stefanie Steppe sicher.

Region Da war die Party vorbei: Zum Grillen waren am Freitag ein paar Freunde zu Familie Steppe an den Waldrand nach Diedorf gekommen. Doch um 21.30 Uhr wollte keiner mehr draußen bleiben. Fast überfallartig waren mit der Dämmerung auch die Mücken gekommen - weitaus aggressiver als in den vergangenen Jahren, ist sich Stefanie Steppe sicher.

Es war der Regen der vergangenen Wochen und Monate, der den Mücken die besten Brutbedingungen geliefert hat, so Dr. Jakob Berger, Sprecher des bayerischen Hausärzteverbands aus Meitingen-Herbertshofen. Die verschiedenen Arten legen ihre Eier nämlich an Gewässern ab. Dazu gehören nicht nur Gartenteiche und Regentonnen, die möglichst dicht abgedeckt werden sollten, sondern auch tiefe Pfützen, wie sie teilweise noch bis vor Kurzem auf den Wiesen standen.

Gift haben die Mücken übrigens keines. Doch ihr Speichel, den sie über ihren Saugrüssel in die kleine Stechwunde pumpen, um das Blut flüssiger zu machen, ruft manchmal eine allergische Reaktion hervor. Kratze sich der Gestochene dann heftig, kann es freilich zu Entzündungen kommen. Die können nach den Bissen der Kriebelmücke allerdings auch richtig unangenehm werden, so Martin Miller, stellvertretender Leiter der Gesundheitsabteilung im Landratsamt Augsburg. Hier könnten die Bisse, wenn sie aufgekratzt werden, sich auch langwierig entzünden und bis zu Thrombosen führen.

Mit dem Stich zum Arzt

Doch auch Stiche von normalen Mücken beschäftigen derzeit die Hausärzte im Augsburger Land. Wer stark allergisch auf die Stiche reagiert, muss schon mal den Arzt aufsuchen, so Jakob Berger. "Gerade war ein Patient bei mir, der einen richtig geschwollenen Oberarm hatte", so der Mediziner. Er rät zu wirksamem Mückenschutz, entweder durch Abwehrmittel aus der Apotheke oder auch durch lange Kleidung. "Die ist vor allem ratsam, wenn man mit dem Rad oder zu Fuß in gefährdeten Gebieten wie Auwäldern unterwegs ist", so Berger.

Warum manche Menschen häufiger gestochen werden als andere, sei wissenschaftlich nie befriedigend geklärt worden, so Berger. Doch wenn es juckt, helfen ebenfalls Cremes oder Gels aus der Apotheke - oder auch Hausmittel. Den frischen Stich kühlen oder mit einer aufgeschnittenen Zwiebel belegen, empfiehlt Berger hier.

Nachschub in der Apotheke gibt es noch ausreichend, denn Mückenschutz und Stichsalben werden erst seit Kurzem nachgefragt - eben erst, seit es wieder warm ist, heißt es aus der Lindenapotheke in Diedorf.

Mückenschutz gibt's übrigens auch für Tiere: Da einige Kriebelmücken es vor allem auf die Ohren von Rindern und Pferden abgesehen haben, sieht man diese Tiere jetzt schon mit Ohrenschützern auf der Weide, so Dr. Paul Thierauf, Leiter des Veterinäramts im Landratsamt. (jah) "WZ-Anmerkung, Seite 24

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