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Duo Gromes & Riem

30.06.2017

Musik intensiv erleben

Raphaela Gromes (Violoncello) und Julian Riem (Klavier) verzauberten das Publikum beim Konzert im Wertinger Schloss.
Bild: Karl Burkart/Musikschule

Ein Konzert-Auftritt, der die Fantasie anregte, bot sich den Zuhörern im Wertinger Schloss

Zu einer schönen Tradition geworden ist inzwischen das Gastspiel des Duos Raphaela Gromes (Violoncello) und Julian Riem (Klavier) in Wertingen an einem Abend des Juni. Heuer fand das Konzert erstmals an einem Sonntag und im Festsaal des Schlosses statt - die im Vergleich zu den Vorjahren viel zahlreicheren Zuhörer dankten dies.

Die 2016 mit dem Preis des Deutschen Musikrates ausgezeichnete Cellistin und der renommierte Pianist begannen den ansonsten ausschließlich Sonaten gewidmeten Konzertabend mit dem „Adagio und Allegro“ von Robert Schumann – in mehrfachem Sinn eine programmatische Eröffnung: Das Adagio setzt ein wie ein Abendlied, das Erinnerungen besingt, in dem altes Leid anklingt, doch sogleich versöhnlicher Rückblick überwiegt. Das Allegro lebt von immer neuen fragenden, drängenden, bestärkenden Sprachgesten. Im Mittelpunkt des ersten Teils stand die Sonate in a-Moll, „Arpeggione“ von Franz Schubert, der erste Satz wurde zum ersten Höhepunkt des Konzerts: So unterschiedlich die Melodien auch auf den ersten Blick scheinen, für das Duo zeigen sie verschiedene Facetten eines Erlebens, einer Persönlichkeit. Der zweite Satz führt in eine Traumwelt: Glasklare Glockenklänge des Klaviers werden in der – durch die unendliche, in geheimnisvollem Piano doch den Raum füllende Melodie des Violoncello geleiteten – Fantasie des Hörers zu den Glocken einer versunkenen Kirche.

In weiterem Sinn rondoartig, verspielt löst sich der dritte Satz nicht ganz vom Traum oder, anders gesagt, reißt den Hörer nicht ganz aus dem Traum. Tänzelndes Spiccato und behutsam eingesetzte grummelnde, fast schon geräuschhafte Klangeffekte dienen dem vielfältigen Ausdruck.

Nach der Pause dann wird der Träumende aufgeschreckt: Herbe, brüchige, trockene, flüchtige Klänge und die hereinbrechende Atonalität spiegeln im „Prologue“ von Claude Debussys 1915 komponierter Sonate für Violoncello und Klavier die Orientierungslosigkeit und das Ringen mit dem Abgestumpften und Abstumpfenden ihrer Zeit wider. So überwältigend dieser Eindruck gewesen ist, so überraschend zieht im attacca folgenden Satz „Serenade et Final“ ein immer wieder neu erstehendes, bald sirrendes, bald perlendes Spiel den Hörer in seinen Bann.

Einen zweiten Höhepunkt erreichte das Konzert mit dem Kopfsatz der Sonate in A-Dur von César Franck. Der Allegretto-Schlusssatz schlägt den Bogen zu Schumanns Liedgesang.

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