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Konzert

24.03.2012

Musikalisches Erdbeben in der Alten Synagoge

„The little earthquakes“ auf den Spuren von Tori Amos

Binswangen Nur wenige kannten bisher die Gruppe „The little earthquakes“ (das kleine Erdbeben) aus Regensburg. Seit ihrem Auftritt in der Alten Synagoge Binswangen sind Christina Reinholz (Gesang), Martin Kubetz (Klavier) und Andreas Weimar (Cello) in Musikkreisen der Region Gesprächsthema Nummer eins. Denn was die gut 70 Besucher zweieinhalb Stunden erlebten, war ein musikalisches Erdbeben.

Die drei jungen Musiker haben sich „mit Haut und Haaren“ den Songs der amerikanischen Liedermacherin und Sängerin Tori Amos verschrieben. Die Ausnahmekünstlerin, die schon mit fünf Jahren ein Phänomen am Klavier war, schreibt und komponiert ihre Lieder selbst. Sie ist allen Musikinteressierten dieses Genre für ihre leidenschaftlichen, gefühlvollen und oft auch radikalenTexte und Kompositionen bekannt, die authentisch die emotionalen Höhen und Tiefen ihres Lebens widerspiegeln. Sie verarbeitet in ihren Liedern vor allem die Sexualität zwischen selbst erlittener Vergewaltigung und gefühlvoller Liebe, den Kampf der Geschlechter und religiöse Erfahrungen, Alkohol- und Drogenexzesse nicht zu vergessen.

Leidenschaftlich und exzessiv

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Und diese leidenschaftlich exzessiven und melancholisch groovigen Melodien stehen über zwei Stunden im Mittelpunkt des Konzerts. Kaum erklingen die ersten Klavier- und Cellotöne, kaum intoniert Christina Reinholz den ersten Song, sind die Besucher gefangen von den genialen Melodien, dem virtuosen Spiel der beiden Instrumentalisten und der enorm oktavierenden Bandbreite der Stimme. Wer Tori Amos´ Lieder kennt, ist nach kurzem Staunen sprachlos, wie Christina Reinholz in deren Rolle schlüpft, wie Stimme und Körpersprache übereinstimmen, ob in weichen melancholischen Passagen, ob in explodierendem Fortissimo.

Deckt das dynamische Klavierspiel von Martin Kubetz anfangs die Stimme der Sängerin etwas zu, finden die drei Protagonisten immer mehr zu einer musikalischen Symbiose, die den einmaligen Konzertraum bis in den letzten Winkel ausfüllt und alle Sinne vibrieren lässt.

Kein Wunder, dass nach zwei Stunden eines unglaublichen Bühnenauftritts immer wieder „Zugabe“ gefordert wird. Erst nach drei weiteren Songs, die zum guten Ende von Sehnsucht, Hoffnung und Liebe erzählen, werden die Drei von „The little earthquakes“ unter stehenden Ovationen in die Vorfrühlingsnacht entlassen. (mas)

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