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19.02.2018

Mutiger Einsatz im brennenden Haus

Bei einem Brand zählt jede Sekunde, wenn ein hilfloser Mensch in Gefahr ist. Unser Bild zeigt nicht den Brand, der einen 87-Jährigen in Heidenheim bedrohte. Doch in einer ähnlichen Situation handelte die Villenbacherin Kerstin Jungblut sowie eine weitere Helferin geistesgegenwärtig und retteteen den Senior.
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Bei einem Brand zählt jede Sekunde, wenn ein hilfloser Mensch in Gefahr ist. Unser Bild zeigt nicht den Brand, der einen 87-Jährigen in Heidenheim bedrohte. Doch in einer ähnlichen Situation handelte die Villenbacherin Kerstin Jungblut sowie eine weitere Helferin geistesgegenwärtig und retteteen den Senior.

Zivilcourage Kerstin Jungblut aus Villenbach wurde für ihren Mut geehrt. Dank ihres Einsatzes konnte ein 87-Jähriger aus den Flammen gerettet werden

Villenbach/Heidenheim Dass sie an diesem Tag jemandem das Leben retten würde, kam Kerstin Jungblut nicht in den Sinn, als sie mit der Hundegruppe in Heidenheim unterwegs war. Das war zur Mittagszeit, am 1. Mai des vergangenen Jahres. Bei der Übungsstunde sollte ihre Deutsche Dogge lernen, wie sie sich zu verhalten hat, erzählt die 45-Jährige, die im Villenbacher Ortsteil Wengen wohnt. Doch an einem Haus, an dem die Gruppe vorbeikam, stand eine ältere Frau in der Tür. Kerstin Jungblut erinnert sich: „Hinter ihr kam Rauch heraus. Das war zu viel, als wenn jemand nur Mittagessen gekocht hätte.“

Als sie mit Stephanie Grath, der Hundetrainerin, zurückging und sie die Frau fragten, ob noch jemand drin sei, gab diese erst einmal keine Antwort. „Wir hatten kein Zeitgefühl. Dachten, das dauert ewig, bis sie sagte, dass ihr Mann noch oben im brennenden Haus sei“, erzählt Kerstin Jungblut, die vermutet, dass das in Wirklichkeit sehr schnell ging. Stephanie Grath rannte in den verqualmten Flur. Kerstin Jungblut beschreibt die Situation: „Zum Glück war die Treppe gleich neben der Haustür und der Mann direkt an der Treppe.“ So zog Stephanie Grath den Mann an der Hand die Treppe herunter. Kerstin Jungblut half ihr, den 87-Jährigen ins Freie zu bringen. Die Haustür machten sie zu, um das Feuer im Erdgeschoss nicht noch mehr anzufachen. Die Wengenerin rief nach einem Feuerlöscher. Als sie den bekam, ging sie nochmals ins Haus, um den Brand zu bekämpfen. Dann kam auch schon die Feuerwehr. Anscheinend wollte jemand in einem Ofen Feuer machen, und dabei haben die Zeitungen im Regal daneben Feuer gefangen, vermutet Kerstin Jungblut.

Dass die Wengenerin richtig reagierte und dass sie mit dem Feuerlöscher nochmals ins Haus ging, um den Brand zu bekämpfen, hat einen guten Grund. Seit über zehn Jahren ist Kerstin Jungblut aktive Feuerwehrfrau. So weiß sie auch, dass sie Glück hatten, dass der Mann direkt an der Treppe war und Stephanie Grath ihn an der Hand zu fassen bekam. Denn ohne Atemschutz weiter ins Haus zu gehen, wäre zu gefährlich gewesen. Sie hat sich gefreut über die Anerkennung des Polizeipräsidiums. Als Stephanie Grath von der Stadt Heidenheim geehrt wurde, war auch sie eingeladen. Allerdings fand an diesem Tag die Taufe ihres Patenkindes statt. So hatte nun Werner Filbrich die freudige Aufgabe, die Ehrung vorzunehmen. Villenbachs Bürgermeister sagt: „Ich finde es gut und bin stolz darauf, dass in unserer Gemeinde jemand wohnt, der so mutig und selbstlos handelt.“ Außerdem würde er sich sehr freuen, wenn Kerstin Jungblut dafür mit der Lebensrettungsmedaille der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet werden würde.

Natürlich freut sich Kerstin Jungblut über die Anerkennung. Doch der Dank gehört ihrer Meinung nach allen Feuerwehrleuten, die regelmäßig ihre Freizeit und viel Engagement einbringen. „Es ist immer wieder toll, was geleistet wird. Das wird zu wenig anerkannt.“

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