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Buttenwiesen

14.01.2019

Nach 40 Jahren eine „Größe“ im Zusamtal

Gäste aus allen Ortsteilen der Einheitsgemeinde Buttenwiesen beim Neujahrsempfang in der Riedblickhalle. Thema war die 40-jährige Einheit, die auch Landrat Leo Schrell in seiner Rede Revue passieren ließ.
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Gäste aus allen Ortsteilen der Einheitsgemeinde Buttenwiesen beim Neujahrsempfang in der Riedblickhalle. Thema war die 40-jährige Einheit, die auch Landrat Leo Schrell in seiner Rede Revue passieren ließ.
Bild: Hertha Stauch

Buttenwiesen wurde zusammen mit sechs weiteren Orten im Jahr 1978 zur Einheitsgemeinde. Wie und auf welche Weise diese bis heute zusammengewachsen ist, war Thema beim Neujahrsempfang.

In 40 Jahren hat sich Buttenwiesen zu einer „Größe“ im Zusamtal entwickelt: Legt man die Worte der Redner beim Neujahrsempfang in Buttenwiesen am Sonntagabend zugrunde, so ist die Gemeinde im Unteren Zusamtal heute nicht mehr wiederzuerkennen. Vor 40 Jahren bei der Neuordnung der Verwaltungseinheiten der Landkreise und Gemeinden in Bayern wurde der Grundstein für eine Entwicklung gelegt, die vieles möglich machte, was zunächst nicht denkbar schien. Sieben Orte wuchsen trotz etlicher Geburtswehen zu einer Einheit zusammen, die nun beim Neujahrsempfang sichtbar wurde.

Bürgermeister Hans Kaltner hatte die Gemeinderäte, Vertreter von Vereinen, kulturellen Organisationen und der Wirtschaft in die Riedblickhalle eingeladen, das neue Jahr zu begrüßen und die besagten 40 Jahre Revue passieren zu lassen: Am 1. Mai 1978 hatte für die Einheitsgemeinde Buttenwiesen die Stunde geschlagen – die vormals selbstständigen Gemeinden Buttenwiesen, Lauterbach, Pfaffenhofen, Wortelstetten, Frauenstetten, Oberthürheim und Unterthürheim mit jeweils eigenen, ehrenamtlichen Bürgermeistern und eigenen Gemeinderäten wurden zu einer Verwaltungseinheit zusammengefügt.

Aufschwung in Wirtschaft und Kultur

Was das damals für die Bevölkerung bedeutete, welcher Ruck durch das Zusamtal ging, schilderten Bürgermeister Hans Kaltner, Pfarrer Klaus Ammich und Landrat Leo Schrell in ihren Ansprachen. Alle drei kamen zu dem Schluss, dass die Gemeindereform für Buttenwiesen nicht zum Nachteil war – im Gegenteil eine Entwicklung in Gang setzte, die Buttenwiesen und seine Ortsteile zum wichtigen Wirtschafts- und Kulturfaktor und zum beliebten Lebensmittelpunkt im Zusamtal machte. „Es war eine notwendige und im Rückblick absolut richtige Entscheidung“, kommentierte Bürgermeister Hans Kaltner die Gebietsreform, die gerade in der Familie Kaltner aus Lauterbach hohe Wellen geschlagen hatte. Hans Kaltners Vater Georg war der erste „Einheitsbürgermeister“ in Buttenwiesen gewesen. Als ehemaliger Bürgermeister von Lauterbach musste er von heute auf morgen die hauptamtliche Leitung einer Großgemeinde übernehmen und die damals noch von der Gebietsreform aufgewühlten Gemüter der Bevölkerung in den Dörfern beruhigen und zum Zusammenwirken auffordern. Keine leichte Aufgabe, wie es Landrat Leo Schrell schilderte, denn die Vorstellungen der Bürger waren zunächst in eine andere Richtung gegangen, erzählte Schrell von einer gewünschten „Viererlösung“. „Buttenwiesen hätte sich mit Pfaffenhofen zusammenschließen sollen, Wortelstetten mit Frauenstetten. Eigenständig sollten Lauterbach und Thürheim, bestehend aus Ober- und Unterthürheim, bleiben“.

Die Thürheimer zogen für diese Lösung sogar vor Gericht – vergebens – der Bayerische Verwaltungsgerichtshof lehnte die Klage ab, die heute bestehende Einheitsgemeinde Buttenwiesen wurde gegründet. Die wichtigsten Aufgaben des ersten Einheitsbürgermeisters Georg Kaltner und seiner Gemeinderäte sei der Aufbau einer effizienten hauptamtlichen Verwaltung gewesen, äußerlich fiel darunter auch der Bau eines neuen Rathauses. Auch die folgenden Bürgermeister, Leo Schrell selbst, Norbert Beutmüller und der heute amtierende Hans Kaltner beschäftigte die Einheit der Gemeinde über Jahre in vielen Punkten. Eine gemeinsame Sporthalle für alle wurde gebaut – die Riedblickhalle – , die Schule in Pfaffenhofen wurde vergrößert, die Verbindungsstraße von Pfaffenhofen zur Kreisstraße DLG 23 nach Lauterbach und Buttenwiesen gebaut, zentrale Supermärkte entstanden, Baugebiete wurden ausgewiesen, die Gemeinde mit regenerativer Energie versorgt, Flurneuordnung und Dorferneuerung in Gang gebracht. Gerade Letztere wirkte sich positiv auf die Ortsteile aus und ist noch nicht abgeschlossen – Lauterbach bekam seinen Dorfladen, Pfaffenhofen seinen renovierten Zehentstadel, Unterthürheim sein Bürgerhaus mit neuer Umgebung – weitere Projekte in den Dörfern sind im Gange.

Auch die Pfarreien sind jetzt eine Einheit

Auch menschlich sind sich die Buttenwiesener näher gekommen. Darauf wies Pfarrer Klaus Ammich hin, der erste „Einheitspfarrer“ der erst in den vergangenen Jahren neu zusammengefügten Pfarreiengemeinschaft Buttenwiesen, deren Gebiet sich nun mit dem der Einheitsgemeinde deckt. „Die Menschen mussten sich in 40 Jahren von manchem verabschieden“, erinnerte Ammich an die schmerzlichen Momente. Plötzlich habe man „nicht mehr so einfach Dinge am Stammtisch erledigen oder im Wohnzimmer des Bürgermeisters heiraten“ können. Doch die Menschen hätten die Entbehrungen, ähnlich wie sie Jesus beim 40-tägigen Fasten in der Wüste erlebte, überwunden, aus ihnen sei Neues entstanden: „Miteinander ist nun manches möglich, was vorher im Kleinen nicht ging“, sagte Ammich, neue Beziehungen entstanden.

Trotzdem sei die Vielfalt geblieben, sei kein Einheitsbrei entstanden. „Vielfalt in der Einheit“ – dies Stichwort war auch den anderen Rednern wichtig. Und so durfte beim Neujahrsempfang, musikalisch bestens gestaltet von den „Zusamtalern“ – der Kapelle Hans Fischer – gemeinsam gefeiert werden. Bei einer Bayerischen Brotzeit, serviert am Buffet vom heimischen Metzgermeister Werner Schmid, tauschten sich die Gäste aus allen Ortsteilen, aus Politik und Verwaltung aus, darunter auch Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange und Landtagsabgeordneter Georg Winter, der selbst die Gebietsreform auf Kreis- und Gemeindeebene hautnah und aktiv miterlebt hatte.

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