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Meitingen

15.02.2015

Nach tödlichem Unfall: Diskussion um Ausbau der Staatsstraße neu entfacht

Auf der maroden Strecke zwischen Langenreichen und Hohenreichen ist nur Tempo 70 erlaubt. Hier verunglückte in der vergangenen Woche ein junger Mann tödlich.
Bild: Günther Herdin

Nach einem tödlichem Unfall auf der Staatsstraße zwischen Langen- und Hohenreichen wird wieder über eine Erneuerung des Abschnitts diskutiert. Doch es fehlen die nötigen Flächen.

Es war ein tragischer Verkehrsunfall, bei dem am vergangenen Mittwochabend ein 24-jähriger Mann aus der Großgemeinde Buttenwiesen auf der Straße zwischen Langenreichen und Hohenreichen ums Leben kam. Ob die Ursachen überhöhte Geschwindigkeit, Unkonzentriertheit hinter dem Steuer, ein technischer Defekt am Auto, plötzlicher Wildwechsel oder irgend ein anderer Grund waren – „all dies ist reine Spekulation“, sagt Wolfgang Mayer von der Pressestelle der Polizeiinspektion in Dillingen. Ein Unfallgutachten, mit dessen Ergebnis aber erst in einigen Wochen zu rechnen sei, wird nähere Aufschlüsse darüber gehen.

War der schlechte Zustand der Straße am Unfall schuld?

Angesichts der Tatsache, dass die Teerdecke auf der Staatsstraße 2382 zwischen Langenreichen und Hohenreichen schon seit Jahren zahlreiche Schadstellen aufweist, sollte ein Aspekt nicht unerwähnt bleiben: Könnte die Ursache für den tragischen Unfall womöglich auch im allgemein schlechten Zustand der Straße gelegen haben? Einige Kritiker sprechen gar von einer Zumutung für die Verkehrsteilnehmer. Die schadhaften Stellen will auch der für den Straßenbau zuständige Sachbearbeiter im Staatlichen Straßenbauamt Krumbach, Martin Hatzelmann, nicht bestreiten. „Es gibt sicherlich bessere Straßen“, räumt er ein. In den vergangenen Jahren habe man sich stets mit „kleineren Ausbesserungsarbeiten“ begnügen müssen.

Bauern wollen kein Land für Neubau abgeben

Ein Vollausbau mit gleichzeitiger Erstellung eines parallel verlaufenden Radweges, wie es der Landtagsabgeordnete Georg Winter (CSU) für absolut sinnvoll hält, scheiterte bisher an den Bedenken der Grundstückseigentümer. Sie bremsten das angedachte Projekt aus. „Die Bereitschaft, von den Landwirten Flächen zu bekommen, war bisher nicht sehr ausgeprägt“, bedauert Martin Hatzelmann. Ob durch den Unfall in der vergangenen Woche nun neue Bewegung in der Angelegenheit kommt? „Es wäre zu wünschen“, sagt Politiker Georg Winter. Wohlwissend, dass dies für die Angehörigen des Verunglückten überhaupt kein Trost sein kann. Leider sei es jedoch oft so, dass erst nach schrecklichen Ereignissen bei bestimmten Menschen ein Sinneswandel eintrete. Winter erinnert in diesem Zusammenhang an den tödlichen Unfall im Herbst 2013 auf der Staatsstraße 2027 zwischen Wertingen und Roggden, als damals ein 20-jähriger Fahranfänger in der sogenannten „Hesselbachkurve“ tödlich verunglückte. Auch auf dieser Strecke war ein Ausbau aufgrund problematischer Grundstücksverhältnisse lange Zeit nicht möglich.

Die marode und kurvenreiche Straße zwischen Langenreichen und Hohenreichen vergleicht Georg Winter mit der Strecke zwischen Bocksberg und Emersacker. Diese präsentierte sich vor wenigen Jahren als reine Rumpelpiste mit hoher Unfallgefahr. Erst als sie völlig erneuert und zugleich ein Fahrradweg gebaut wurde, mache das Fahren auf diesem Abschnitt wieder Spaß.

Bürgermeister oft selbst auf der Strecke unterwegs

Für Buttenwiesens Bürgermeister Norbert Beutmüller hat der Unfall in der vergangenen Woche mit dem Zustand der Straße zwischen Langenreichen und Hohenreichen wenig zu tun. „Wer hier die Vorschriften einhält, der kommt einigermaßen sicher voran“, verweist Beutmüller auf Tempo 70, das hier maximal gefahren werden darf. Auch witterungsbedingte Umstände können am Mittwoch nach seiner Einschätzung nicht die Ursache für das Geschehene gewesen sein. „Es war weder glatt, noch hatte es Nebel.“ Beutmüller, der in Langenreichen wohnt und auf dem Weg ins Rathaus nahezu täglich auf der Staatsstraße 2382 unterwegs ist, fuhr am Mittwoch gegen 21.20 Uhr nur wenige Minuten vor dem Unfall von einer Veranstaltung im Pfarrheim Unterthürheim nach Hause. Dass der Straßenbelag auf dem Teilabschnitt zwischen Hohenreichen und Langenreichen trotzdem einem Flickenteppich gleicht, stellt er nicht infrage: „Man sieht deutlich, dass hier in den vergangenen Jahren nur der Mangel verwaltet worden ist.“

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