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23.06.2009

Neue Tonnen werfen viele Fragen auf

Landkreis Augsburg Ob grau, braun oder grün - rund 70 000 Müllgefäße sind im Landkreis Augsburg ausgetauscht werden, nachdem ab 1. Juli neue Firmen die Tonnen leeren. Das wirft eine ganze Reihe von Fragen auf.

l Warum werden die Tonnen ausgetauscht?

Auslöser ist die Ausschreibung der Müllabfuhr. Die war längst überfällig. Zuletzt war die Leerung 1998 ausgeschrieben worden und zwar für zehn Jahre. Der Vertrag läuft also heuer ab. Die letzten zehn Jahre wurden immer wieder neue Konditionen für jeweils zwei Jahre nachverhandelt. Das war aus Wettbewerbsgründen nicht mehr ganz richtig.

l Warum aber neue Mülltonnen?

Neue Tonnen werfen viele Fragen auf

Die Tonnen gehören dem bisherigen Entsorger, der Firma Remondis. Eigentlich wollte der Abfallwirtschaftsbetrieb die Tonnen abkaufen, sagt deren Leiter Günther Prestele, doch der Preis sei viel zu hoch gewesen. Die Rede ist von lediglich 20 Prozent unter dem Neupreis. Verhandlungen über eine Preissenkung waren nicht erfolgreich. Um allen Anbietern "Waffengleichheit" zu bieten, habe man die Leerung inklusive neuer Tonnen ausgeschrieben. Die gehören dann aber nach sieben Jahren auch dem Abfallwirtschaftsbetrieb.

l Wer sind die neuen Entsorger?

Remondis war nicht unter den günstigsten Anbietern. Das Gebiet des Landkreises wurde aufgeteilt auf drei Lose: Den Zuschlag erhielten für den Bereich Mitte die Arbeitsgemeinschaft Rada ( Augsburg, die Firma Dilger ( Dillingen) für den Norden und Westen, die Abfallwirtschaft Schwaben ( Gersthofen) für den Süden und Südwesten.

l Was passiert mit den alten Tonnen? Leser schimpfen, dass dies doch eine Verschwendung von Ressourcen sei, wenn sie nicht weiter verwendet werden.

Die alten Tonnen werden gereinigt und zu Regranulat verarbeitet und dann in den Kreislauf für die Herstellung neuer Tonnen eingespeist, sagt Prestele.

l Die neuen Tonnen sind aber kleiner, hat sich ein Leser beschwert.

Prestele kennt das Thema und ist sogar einmal nach Fischach gefahren, um dort einer Frau das Gegenteil zu beweisen. "Wir haben aus der alten Tonne den Müll umgepackt in die neue - da wäre sogar noch ein bisschen mehr reingegangen", sagt er.

l Wie funktioniert der Tonnenwechsel?

Die neuen Tonnen wurden zum allergrößten Teil bereits verteilt. Gewechselt wird mit der üblichen Leerung der grauen Restmülltonne. Die alte Firma leert das Gefäß, ein zweiter Wagen fährt hinterher und nimmt die leere Tonne mit. Eigentlich sollen beide Fahrzeuge fast gleichzeitig kommen, doch die Tonnenleerer sind etwas schneller als die Tonneneinsammler. Deshalb also unbedingt die alte Tonne noch den ganzen Tag stehen lassen. Nach der Leerung können die Bürger ihren Abfall in die neue Tonne werfen.

l Welche Tonnen werden ausgetauscht?

Gewechselt werden alle Gefäße: Beim Restmüll sind das die 80- und die 120-Liter-Tonnen sowie die Container mit 770 und 1100 Liter, soweit sie nicht in Privatbesitz sind. Getauscht werden auch die Papiercontainer (1100 Liter) sowie die Biotonnen (80, 120, 240 Liter).

l Ändern sich die Abholtermine?

Zum Teil. Im Norden und Südwesten bleiben sie unverändert, bis auf die Biotonne. Da gibt es in Adelsried, Altenmünster, Aystetten, Bonstetten, Diedorf, Emersacker, Heretsried, Horgau, Welden und Zusmarshausen am Mittwoch, 1. Juli, eine außerordentliche Leerung. Danach wird wieder alle zwei Wochen abgeholt.

Größere Änderungen gibt es im südlichen Landkreis, weil der Zuschnitt geändert und die Routen neu geplant wurden. Dort wurden die Bürger über die geänderten Abfuhrtage informiert. Die Stadt Königsbrunn zum Beispiel, wo sich die Abfuhr bisher auf fünf Tage verteilt hat, wird jetzt innerhalb von zwei Tagen entsorgt.

l Wohin können sich Bürger wenden, wenn was nicht geklappt hat?

Ansprechpartner sind die Gemeinden sowie die Abfallberatung unter Telefon (0 82 32) 96 43-22. Damit auch ja allen Bürger geholfen werden kann, hat der Abfallwirtschaftsbetrieb bis Ende Juli eine Urlaubssperre verhängt.

l Auch die neuen Tonnen werden maschinell geleert - Seitenlader sagen die Fachleute. Andere Landkreise sind bereits zur Leerung durch Müllmänner zurückgekehrt. War das im Landkreis kein Thema?

Doch, sagt Prestele. Aber auch: "Das entscheidende Kriterium ist für uns der Preis gewesen." Die allermeisten Firmen hätten die Leerung per Seitenlader angeboten. Seiten- oder Hecklader - das ist eine Frage der Firmen-Philosophie.

l Eine gute Hilfe bei der Frage, wann denn nun die Tonnen geleert werden, ist der Abfallkalender im Internet unter www.abfallwirtschaft-landkreis-augsburg.de

Der soll auch ab 1. Juli wieder ganz aktuell funktionieren, hofft Prestele. Derzeit werde mit Hochdruck an den Änderungen gearbeitet.

l Steigen die Müllgebühren oder sinken sie?

Zumindest bis zum Jahr 210 werden sie auf alle Fälle stabil bleiben. Ob dann eine Senkung möglich ist, mag Günther Prestele nicht prophezeien. Man habe zwar 8,8 Millionen Euro Rücklagen, müsse jedoch schauen, wie die nächsten Jahre laufen.

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