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Drohende Auflösung

25.02.2018

Noch besteht Hoffnung für den TSV Wertingen

Ob ein Nachfolger für den Wertingen TSV-Präsidenten Bernhard Rauch (Bildmitte) gefunden werden kann, ist noch unsicher. Immerhin zeigten die Mitglieder bei der außerordentlichen Versammlung großes Interesse an einem Fortbestehen des Vereins.

Bürgermeister Lehmeier fordert Mitglieder auf, gemeinsam Verantwortung zu tragen. Bei einem Treffen sollen alle, die mitwirken wollen, jetzt neue Wege erforschen.

Das Sportheim war voll, als Präsident Bernhard Rauch am Freitagabend dort insgesamt 78 Mitglieder des TSV Wertingen begrüßte. Rauch hätte es durchaus gefallen, wenn von ihnen bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung jemand aufgestanden wäre und sich bereit erklärt hätte, den Präsidenten-Posten zu übernehmen – damit gerechnet hat er nicht wirklich.

Schon 2016 hatten er und seine Vorstandskollegen angekündigt und später immer wieder bekräftigt, dass sie bei den turnusgemäßen Neuwahlen im Jahr 2018 nicht mehr für ihre Ämter zur Verfügung stehen würden. Trotz vieler Gespräche und der Arbeit einer eigenen Findungskommission sind jedoch keine Nachfolger in Sicht. Bevor er zu den Wortmeldungen überleitete, erklärte Rauch: „Ein Scheitern am Ende des Tages wäre mehr als dramatisch. Das wäre ein Horrorszenario für einen Verein mit mehr als 150-jähriger Tradition.“

Rauchs Stellvertreter Anton Deisenhofer liest vor, welche Aufgaben zu stemmen sind. Viele Aufgaben, die der verstorbene Schatzmeister Erwin Wirth alleine gemeistert hatte, erledigt inzwischen eine 450-Euro-Kraft, andere sind an ein Steuerbüro übergeben worden (wir berichteten). Das ist eine große Entlastung, die die Verantwortlichen im vergangenen Jahr auf die Bahn gebracht haben, stellen die Anwesenden fest. Außerdem stehe dem Vorstand stets die Stadt mit ihrer Verwaltung hilfreich zur Seite, betont Bürgermeister Willy Lehmeier.

Da es in der Diskussion lange Zeit nur um Haftung, Verantwortung und Aufgaben geht, die der Präsident und die Präsidiumsmitglieder inne haben, wirft der ehemalige langjährige Präsident Günther Pischel ein: „Das ist doch alles machbar.“ Auch Bürgermeister Lehmeier will das so nicht stehen lassen: „Der TSV Wertingen ist ein Traditionsverein mit unheimlich vielen Erfolgen!“ Er verweist auf dessen Bedeutung für den Breitensport, auf das Angebot für Kinder und Jugendliche. Und er erklärt, dass er keine Bereitschaft erwarte, den TSV zu beerdigen, sondern Verantwortung zu tragen. Lehmeier betont: „Die Verantwortlichen haben eine Menge bewegt letztes Jahr. Gebt ihnen ein Signal, ich bin dabei!“

Hoffnung keimt auf, als einzelne erklären, dass sie mitarbeiten könnten im Team. Sie versprechen, zum nächsten Treffen der Findungskommission zu kommen. Ein Termin wird festgelegt. Diejenigen, die bereits signalisiert haben, dass sie sich eine Mitarbeit vorstellen könnten, laden die Präsidiumsmitglieder ebenfalls dazu ein. In den einzelnen Abteilungen sollen die Verantwortlichen Werbung machen. Denn jede Sparte sollte im Vorstand vertreten sein, auch Beisitzerposten sind zu vergeben.

Wenn der TSV Wertingen trotz allem nach einem Jahr der Zwangsverwaltung kein neues Präsidium fände müsste er aufgelöst werden. Dann könnten die Hauptabteilungen Fußball, Handball und Turnen auch als eigener Verein bestehen. Das wollen sie aber nicht, erklären die Abteilungsleiter. Und was wird aus den kleinen Abteilungen? Könnten sich die Schwimmer das Training im Hallenbad noch leisten? Zahlen die Eltern mehrere Vereinsbeiträge, wenn ihre Kinder verschiedene Angebote wahrnehmen möchten, die bisher alle unter dem Dach des TSV Wertingen liefen?

Bernhard Rauch erklärt, dass es durchaus möglich wäre, die Mitgliederversammlung statt im März erst im August abzuhalten. Natürlich nur, wenn sich tatsächlich eine Lösung abzeichne.

Termin: Am Freitag, 16. März, um 19 Uhr im Waldgasthof Bergfried findet das nächste Treffen statt. Alle, die sich vorstellen können, im Vorstandsteam des TSV Wertingen mitzuarbeiten, sind herzlich eingeladen.

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