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Villenbach

30.03.2015

Ortsumfahrung Hausen ist vom Tisch

Auf eine Umfahrung brauchen die Bewohner des Villenbacher Ortsteils Hausen in den nächsten Jahren nicht zu hoffen. Nachdem im Herbst 2012 bei einem Bürgerentscheid eine Umgehungsstraße abgelehnt wurde, ist dieses Thema momentan nicht auf der Agende von Bürgermeister Werner Filbrich und seinem Gemeinderat.
Bild: Günther Herdin

Was Villenbachs Bürgermeister Werner Filbrich in den nächsten Monaten und Jahren gemeinsam mit dem Gemeinderat anpacken möchte.

Herr Filbrich, vor einem Jahr haben Sie sich im Vorfeld der Bürgermeisterwahl geärgert, dass Villenbach neben der Nachbargemeinde Zusamaltheim die einzige Kommune im Landkreis Dillingen ist, die keine gewerblichen Flächen anzubieten hat. Hat sich an diesem Zustand seitdem etwas geändert?

Werner Filbrich: Nein, es hat sich bisher nichts geändert. Aber das Thema ist nicht völlig vom Tisch. Wir sind schon auf der Suche nach einem möglichen Standort. Möglicherweise lässt sich in interkommunaler Zusammenarbeit sogar gemeinsame Lösungen mit Zusamaltheim finden.

Auf Ihrer Agenda vor einem Jahr stand auch der Beginn der Dorferneuerung Villenbach/Hausen. Der zuständige Arbeitskreis, so sagten Sie, sollte sich speziell nochmals mit der Ortsumfahrung Hausen beschäftigen, nachdem die große Lösung „Umfahrung Villenbach-Hausen“ bei einem Bürgerentscheid im Herbst 2012 mehrheitlich abgelehnt worden war. Wie sieht‘s aus mit einer möglichen Umfahrung nur für den Ortsteil Hausen?

Filbrich: Das Thema wurde nicht mehr weiter verfolgt und ist vorerst vom Tisch. Die Gelder, die uns der Landkreis Dillingen bei einer Umfahrung vor drei Jahren noch in Aussicht gestellt hatte, sind weg. In Hausen haben wir inzwischen andere Prioritäten. Wir wollen unseren Dorfplatz, der ganz nahe an der Staatstraße liegt, sicherer machen. Deshalb planen wir eine Verlegung auf das Areal der ehemaligen Gaststätte Heichele. Weil dieses Gelände einer Erbengemeinschaft gehört, sind die Grundstücksverhandlungen alles andere als einfach.

Villenbach hat sich den Status „Bioenergiedorf“ erworben. Was bedeutet das für Sie und die Kommune?

Filbrich: Wir sind nach wie vor das einzige Dorf im Kreis Dillingen, das sich Bioenergiedorf nennen darf. Darauf sind wir stolz. Am 14. April werden mein Bruder Alfred und ich bei einer Veranstaltung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt in Augsburg zum Thema Wärmewende unser Energiedorf vorstellen. Daran sieht man schon, dass die Energiewende nach wie vor enorme Bedeutung hat. Wir in Villenbach haben derzeit noch bis 14. April einen Wettbewerb laufen, bei dem es um das Energiesparen geht.

Um was geht es da konkret?

Filbrich: Jeder Haushalt, der nachweisen kann, dass er gegenüber dem Vorjahr mindestens fünf Prozent Strom eingespart hat, nimmt am Wettbewerb teil und hat die Möglichkeit einen Geldpreis zu gewinnen. Insgesamt stehen 1500 Euro an Prämien zur Verfügung. 30 Haushalte haben für den Wettbewerb gemeldet.

Villenbach belohnt Menschen, die verantwortungsbewusst mit den Energie-Ressourcen umgehen. Gibt es weitere Maßnahmen in diese Richtung?

Filbrich: Ja. Seit Jahresbeginn bezuschussen wir Häuslebauer mit 500 Euro, wenn sie bei den Planungen einen Energieberater mit ins Boot nehmen. Energie, die nicht verbraucht wird, ist für mich die nachhaltigste Art, Energie zu sparen.

Vor einem Jahr lag Villenbach bei der Steuerkraft der Kommunen im Kreis Dillingen an letzter Stelle. Hat sich an diesem Ranking etwas verändert?

Filbrich: Wir sind um einen Platz nach vorne gerutscht. Hinter uns liegt nun Lutzingen. Mehr Steuereinnahmen sind natürlich wünschenswert. Nicht nur bei den Gewerbesteuereinnahmen sind wir hinten dran, auch der Anteil an der veranlagten Einkommensteuer ist im Vergleich zu anderen Kommunen eher gering.

Mit der Ansiedlung von Betrieben könnten die Gewerbesteuereinnahmen erhöht werden. Warum ist das bisher nicht gelungen?

Filbrich: Wie gesagt, es fehlt uns ein Gewerbegebiet in Villenbach. Auch verkehrstechnisch haben wir nicht die allerbesten Voraussetzungen. Orte wie Wollbach, die direkt an der Autobahn liegen oder Gemeinden wie Nordendorf an der B2 tun sich da schon etwas leichter. Dennoch geben wir nicht auf. Wir haben zum Jahreswechsel in Villenbach einen Gewerbe-Stammtisch ins Leben gerufen. 29 Vertreter waren da. Im April treffen wir uns wieder. Da können wir einige Dinge in lockerer Runde besprechen.

Seit einigen Wochen leben 15 Asylbewerber in Villenbach. Wie geht die Dorfbevölkerung mit dieser Situation um?

Filbrich: Noch sehr zurückhaltend. Es gibt aber einen Unterstützerkreis von circa zehn Personen, die sich um die jungen Männer kümmern. Beim Sportverein waren einige schon im Fußballtraining; außerdem wurde eine Fahrt zu einem Heimspiel des FCA organisiert.

Gibt es keine kritischen Stimmen zum Thema Asylbewerber?

Filbrich (schmunzelt): Offiziell nicht. Aber am Stammtisch mit zwei oder drei Halbe intus schon.

Sie sind seit elf Monaten im Amt. Was haben Sie in dieser Zeit gelernt und haben Sie auch schon Fehler gemacht?

Filbrich: Mit fallen keine großen Fehler ein. Aber das sollen anderen beurteilen. Völlig unterschätzt habe ich allerdings den Zeitaufwand, der für einen ehrenamtlichen Bürgermeister wie mich anfällt. Da kommt wesentlich mehr zusammen als gedacht. Trotzdem habe ich Spaß.

Im April leiten Sie Ihre ersten Bürgerversammlungen. Sind Sie aufgeregt?

Filbrich: Überhaupt nicht. Ich freue mich darauf. In der Woche vom 13. bis 17. April geht es jeden Abend in einen unserer Ortsteile.

Wohin geht es heuer in den Urlaub?

Filbrich: An Pfingsten mit der Pfarreiengemeinschaft Wengen, Riedsend, Villenbach und Zusamaltheim für einige Tage nach Rom und im September dann eine Woche mit meiner Frau nach Südtirol.

Gespräch: Günther Herdin

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