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Wertingen/München

08.05.2016

Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer

David Ekwe-Ebobisse, Michael Kneifel und Heike Rudolf unterstützen als Stellvertreter den Bundesvorsitzenden Roland Wegner  und Bundesgeneralsekretär Heiko Kremer-Bläser  bei ihrer Arbeit.
Bild: V-Partei³

Der gebürtige Wertinger Roland Wegner (40) übernimmt den Bundesvorsitz der neuen Partei. Er erklärt, wie es zu der Idee kam und was die Partei will.

Der in Deutschland vorherrschende Veggie-Boom erhält nun politische Unterstützung. Auf der VeggieWorld-Messe in München wurde die V-Partei³ gegründet, die Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer. Drei Minuten vor zwölf Uhr läutete der gebürtige Wertinger Roland Wegner als einer der Initiatoren die formale Parteigründung ein. Nach einer dreistündigen Diskussion wurde die Gründung formal beschlossen und der 40-jährige Verwaltungsbeamte (Kämmerer) einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Die Bundesgeschäftsstelle wird in Augsburg sein. Roland Wegner hatte immer wieder Schlagzeilen als Leichtathlet und Rückwärtsläufer gemacht.

Eine neue Partei, warum war das nötig Herr Wegner?

Roland Wegner: Ein großer Teil der Verbraucher fühlt sich von der aktuellen Politik nicht mehr vertreten. Gerade gesundheits- und umweltorientierte Menschen fühlen sich von Berlin und dem dortigen selbstherrlichen Establishment nicht mehr ernst genommen, TTIP lässt grüßen.

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Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer – heißt das, dass Fleischesser unerwünscht sind?

Wegner: Nein. Wir wollen jeden da abholen, wo er sich gerade befindet, zur Not auch an der Currywurstbude. Beitrittswillige müssen sich lediglich mit unserem Programm identifizieren und da geht es um viele alltägliche und vernünftige Dinge wie etwa das Ende von Glyphosat in unserem Essen, den Trinkwasserschutz, die Abschaffung der Zeitumstellung oder einen gerechteren Umgang mit dem Rundfunkbeitrag.

Was ist das Hauptziel der Partei?

Wegner: Mit der Agrar-Agenda 2030 will die V-Partei³ in den nächsten Jahrzehnten die Lebensmittelproduktion zusammen mit den Landwirten verändern – hin zu mehr Klima-, Mensch- und Tierschutz. Unser Kernthema bildet die biovegane Landwirtschaft als Zukunftsmodell für die Lösung vieler globaler Probleme. Wir müssen endlich die Zusammenhänge erkennen und aufhören, andere Kontinente und Menschen auszubeuten, indem wir Nahrungsmittel für die europäische Massentierhaltung importieren, während in jeder sechsten Sekunde ein Kind an Unterernährung stirbt. Das Getreide gehört den Kindern und nicht der Massentierhaltung!

Was sind die mittel-, was die langfristigen Ziele?

Wegner: Als Besitzer einer Haselnussplantage vergleiche ich die neue V-Partei³ mit einem kleinen Nussbaum. Bis dieser Früchte trägt, muss er vier bis fünf Jahre gepflegt werden. Also spätestens 2021 möchte die V-Partei³ eine parlamentarische Entfaltung erreichen. Dass das möglich ist, zeigt das stetige Wachsen unserer Hauptzielgruppe. Derzeit gibt es in Deutschland bereits knapp zehn Millionen Vegetarier inklusive Veganer. Das macht theoretisch ein Viertel der Wähler einer Bundestagswahl aus. Wenn die V-Partei³ in den nächsten zwölf Monaten in allen 16 Bundesländern ordentliche Landesverbände aufbauen kann, ist die Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl auch schon früher in Reichweite.

Wie aufwendig ist es bis zur Parteigründung gewesen?

Wegner: Das Projekt wurde über die sozialen Medien vorbereitet. Über diesen Weg haben wir rasch deutschlandweit tolle und überaus kompetente Mitstreiter gewinnen können. Notwendig waren dafür aber in den Abendstunden hunderte Telefonate, und nicht jeden Interessierten wollten wir im Team haben; ehemalige AfDler lehnten wir ab. Natürlich müssen viele formale Voraussetzungen beachtet werden. Aber das fällt mir als Verwaltungsbeamter nicht schwer.

War es von Anfang an klar, dass sie Bundesvorsitzender werden?

Wegner: Nein. Eigentlich würde ich bei diesem tollen Projekt gerne nur in der zweiten Reihe arbeiten. Mir ging es von Anfang an nur um die Sache, und meine jetzt gewählten drei Stellvertreter wären ebenfalls für den Vorsitz geeignet gewesen. Bis zur Gründungsversammlung vergangenen Samstag in München war diese Position vakant.

Hätten Sie je gedacht, dass Sie einmal bei einer Parteigründung dabei sein werden?

Wegner: Viele von der Politik enttäuschte Menschen haben schon mal gesagt, dass man eine eigene Partei gründen müsste. Einen richtigen Plan dafür habe ich erst Ende Januar entwickelt. Weltweit sind wir übrigens die erste Partei mit einem rein tierleidfreien Grundsatzprogramm.

Was war das einschlägige Erlebnis, der Grund, der Ausschlag, dass Sie und Ihre Mitstreiter(innen) diese Partei gegründet haben?

Wegner: Letztes Jahr wurde in Brandenburg ein Volksbegehren gegen die Massentierhaltung gestartet. Ich habe diesem Vorhaben keine große Chance eingeräumt. Anfang Januar 2016 kam dann die absolut überraschende Erfolgsmeldung: Knapp 104000 Menschen unterschrieben im kleinen Brandenburg gegen die Massentierhaltung! Ab diesem Zeitpunkt war meinen Freunden und mir urplötzlich klar, welch ein hohes Protestpotenzial bei den Verbrauchern zu diesem Thema vorhanden ist und dass es noch keine Partei mit einer solchen Ausrichtung gibt. Aber das haben wir am Wochenende ja nun geändert.

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