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Hohenreichen

20.02.2021

Passiert auf dieser Schlagloch-Straße bei Hohenreichen noch was?

Die Staatsstraße 2382 ist in einem schlechten Zustand – und das schon lange. Zahlreiche Schlaglöcher machen die Fahrt beschwerlich, das Tempolimit wurde auf 70 reduziert. Heuer sollen erstmals seit langem wieder etwas größere Reparaturarbeiten stattfinden.
Bild: Ulrike Walburg

Plus Verkehr Seit Jahren ist die Strecke von Hohenreichen nach Langenreichen in einem katastrophalen Zustand. Schnee und Eis haben zusätzlich deutliche Spuren hinterlassen. Wann wird die Staatsstraße 2382 endlich grundlegend saniert?

Dr. Michael Kleine-Kraneburg ist wie viele Zusamtaler öfter mit dem Auto von Hohenreichen ins Lechtal nach Meitingen unterwegs. Immer wieder verdirbt dem Zahnmediziner dabei der Streckenabschnitt zwischen dem Wertinger Stadtteil und Langenreichen (Kreis Augsburg) die Laune. Und dabei geht es nicht um die aktuellen Geschwindigkeitsbeschränkungen. Der Zustand der Fahrbahn „ist seit mindestens sechs Jahren eine Katastrophe“, klagt der Zahnmediziner, der in Buttenwiesen eine Praxis betreibt. „Diese Staatsstraße besteht nur noch aus Löchern.“

Nach dem Passieren der Grenze in den Augsburger Landkreis sei der Streckenabschnitt zwischen Langenreichen und Hohenreichen dann in einem Topzustand. Zuvor sei die Fahrbahn aber eine „Schlaglochpiste“. Der Zahnmediziner sagt, er könne die Auskünfte von offiziellen Stellen bald nicht mehr ernst nehmen, dass die Staatsstraße 2382 saniert werden soll. Bereits 2010 habe das Staatliche Bauamt Krumbach die marode Straße in Angriff nehmen wollen. Doch die Pläne landeten in der Schublade. Die Widerstände vonseiten der Grundstückseigner waren damals zu groß. Am Schluss scheiterte das Vorhaben mangels Grund und Boden, der für einen Ausbau nötig gewesen wäre.

Buttenwiesener Zahnarzt kann nicht verstehen, wie der Straßenbau bei Hohenreichen so lange geschoben werden kann

Kleine-Kraneburg will sich damit nicht abfinden. „Es muss endlich etwas passieren, man kann doch diesen Straßenausbau nicht zehn Jahre lang aufschieben“, sagt der Buttenwiesener Zahnarzt. Seit einem Jahrzehnt scheitere das Projekt nun an den Grundstückseigentümern. Kleine-Kraneburg fordert, dass jetzt zumindest die obere Schicht der Straße abgefräst und ausgebessert werden sollte.

Kaum sind Schnee und Eis geschmolzen, kommen zusätzliche massive Straßenschäden auf der Staatsstraße, von Hohenreichen vorbei an der Abzweigung nach Possenried und Hirschbach hin zur Landkreisgrenze in Langenreichen, zum Vorschein. Wer dieser Tage mit dem Auto von Wertingen über Hohenreichen nach Meitingen oder zum Autobahnzubringer fährt, mutet sich und seinem Gefährt einiges zu. Auf dem betreffenden Streckenabschnitt ist die Straßenoberfläche übersät mit beachtlichen Straßenschäden und Schlaglöchern.

„Die Staatsstraße ist immer in einem schlechten Zustand, aber so schlecht wie zurzeit war sie noch nie“, sagt der Hirschbacher Michael Humbauer. Der Stadtrat der konservativen Wählerliste CSW hat sich deshalb bei dem zuständigen Staatlichen Bauamt in Krumbach beklagt. „Ich habe nachgefragt, wann denn die längst fällige Sanierung stattfinden soll,“ sagt er.

Amt ist der Zustand der Straße bei Hohenreichen bekannt

Im Amt ist man sich durchaus über den schlechten Zustand der Staatsstraße bewusst. „Wegen der vielen Straßenschäden haben wir aktuell eine ergänzende Beschilderung vorgenommen, mit der wir deutlich auf Straßenschäden hinweisen und haben eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometern auf der gesamten Strecke von Hohenreichen nach Langenreichen festgelegt“, berichtet der für den Landkreis Dillingen zuständige Abteilungsleiter Andreas Reiser. Humbauer fährt täglich diese Strecke und sagt dazu: „Zone 30 wäre hier fast besser, da man stellenweise wegen der vielen Schlaglöcher keine 70 Stundenkilometer fahren kann.“

Reiser weist auf die extremen Wintereinflüsse auf den Asphalt hin: „Abwechselndes Frost- und Tauwetter machen alles schlimmer und vermehrt die Schlaglochstellen.“ Weiter erklärt Reiser: „Wir führen deshalb eine regelmäßige Verkehrsschau durch. Doch wegen der aktuellen Witterung kann im Winter nur provisorisch ausgebessert werden. Da in dieser Jahreszeit kein heißer Asphalt auf der Straßendecke hält, versuchen wir uns mit provisorischen Ausbesserungen in das kommende Frühjahr zu retten.“

So beschreibt Reiser die Strategie, sich aktuell mit Reparaturasphalt zu behelfen. Doch zumindest ein bisschen besser könnte es bald werden, denn für das kommende Frühjahr seien etwas grundlegendere Reparaturarbeiten geplant. Dann soll an den Stellen mit Schlaglöchern abgefräst und neuer Asphalt aufgetragen werden.

Ausbau der Staatsstraße bei Hohenreichen soll vorangetrieben werden

„Grundsätzliches Ziel ist es, den Ausbau der Staatsstraße voranzutreiben“, sagt Reiser. „Die Staatsstraße hat die beste Zeit hinter sich,“ sagt er. Beim Ausbau soll es um die Linienführung, die Abflachung der S-Kurve bei Possenried und um die Aktualisierung der Straßenbreite gehen, da die heutige Straße zu schmal ist und nicht mehr den aktuellen Bestimmungen entspricht, führt der Vertreter des Staatlichen Bauamtes aus. „Ein Radweg und eine Radwegquerung sind geplant“, so Reiser.

Radfahrer könnten dann in wenigen Jahren auf einem Radweg von Hohenreichen nach Meitingen oder nach Rieblingen fahren, so der Plan. Doch all diese Vorhaben sind abhängig vom Grunderwerb und den damit zusammenhängenden andauernden Grundstücksverhandlungen – es wird also in jedem Fall noch dauern.

Unser Redakteur Benjamin Reif hat zum Thema einen Kommentar verfasst:

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