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Wertingen

25.06.2019

Pfarrer Trauner blickt auf ewig Richtung Korea

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Pfarrer Rupert Ostermayer segnet die Büste von Anton Trauner. Der berühmteste Sohn der Stadt Wertingen bekam nun seine eigene Büste aus Bronze, nachdem er am 14. Oktober 2017 an seinem 95. Geburtstag verstorben war.
Bild: Benjamin Reif

Eine Büste des berühmtesten Sohnes der Zusamstadt steht nun an der Pfarrkirche. Zur Einweihung kamen viele Wertinger, die sich noch gut an den Gottesmann erinnern.

Viele Wertinger standen sichtlich bewegt im Halbkreis, als sie den eröffnenden Worten von Pfarrer Rupert Ostermayer lauschten. Sie hatten sich versammelt, um den Mann zu ehren, der einst von der Zusamstadt aus losgezogen war, um den Menschen in Korea die Nächstenliebe des Christentums näherzubringen. Pfarrer Anton Trauner, der am 14. Oktober genau an seinem 95. Geburtstag im südkoreanischen Busan gestorben war, hat wie kein zweiter Bürger aus der Region im Ausland gewirkt. Dafür wurde er sogar vom früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Seiner Heimat war er stets verbunden und reiste immer wieder zurück nach Wertingen. Außerdem ließ er sich als fernster Leser der Wertinger Zeitung regelmäßigzahlreiche Exemplare nachschicken.Seine Verbundenheit mit Wertingen wurde nun mit einer Büste besiegelt, die an der Seite der Pfarrkirche aufgestellt wurde. Pfarrer Ostermayer segnete diese am Sonntag im Beisein vieler Wertinger, die Trauner oft noch bei seiner Primiz in Wertingen erlebt hätten. Das sei damals ein außergewöhnliches Ereignis gewesen, erinnert sich ein Besucher. Trotz glühender Hitze hätten damals hunderte Wertinger gebannt im Freien ausgeharrt.

Wertinger Künstler Manfred Nittbaur erstellte die Büste

Die bronzene Büste wurde vom Wertinger Künstler Manfred Nittbaur gefertigt. Der alte Bekannte Trauners nahm für seine Arbeit kein Honorar. Die Materialkosten wurden von der Stadt Wertingen übernommen. Der Steinmetz Ulrich Kempter-Kaim fertigte den Sockel der Büste und beschriftete sie. Unter Trauners Büste ist ein Kelch mit goldener Hostie zu sehen, ein klassisches Priestersymbol.

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Die Büste selbst ist schlank im Körper und lebensgetreu im Ausdruck des Gesichts. Nittbaur habe tadellose Arbeit geleistet, sagte der langjährige Vorsitzende des Missionshilfevereins für Trauners Arbeit, Albert Wiesenbauer. Er erinnerte in seiner Ansprache noch einmal an die selbstlosen Taten Trauners.

Fast ohne Geld, aber mit dem unnachgiebigen Willen, Gutes zu tun, heuerte Trauner in den 50er-Jahren auf einem Frachtschiff an, um günstig nach Korea zu kommen. Dort fand er ein Land vor, dass durch einen furchtbaren Bruderkrieg verwüstet war. Die Bevölkerung war überwiegend buddhistisch geprägt. Doch Trauner schaffte es, eine Mission aufzubauen und im Laufe der Jahre zahlreiche Projekte zum Wohl der Bevölkerung zu vollenden. So baute er laut Wiesenbauer Schulen, ein Krankenhaus mit Geburtenstation, Kindergärten, Einrichtungen für Obdachlose und Menschen mit Behinderung, gründete einen Verlag und brachte eine Zeitschrift heraus.

Missionar Anton Trauner blickt nun Richtung Korea

Der Missionshilfeverein sei derzeit „In der Auflösung begriffen“. In Korea wirkt Trauners Werk noch stark nach – so waren kurz nach seinem Tod mehrere Ordensschwestern in Wertingen, die in Korea nach seinem Vorbild leben. Das Wichtigste in seinem Lebenswerk sei der Frieden und dessen Erhaltung gewesen, sagt Albert Wiesenbauer. Er zitierte abschließend Trauner selbst, der gesagt hatte: „Frieden beginnt bei jedem selbst.“ Die Büste solle alle daran erinnern, was Frieden bedeutet.

Der Standort der Büste ist laut Pfarrer Ostermayer nicht zufällig gewählt. Einerseits kämen viele Besucher vorbei. Und außerdem blickt er von nun an Richtung Osten – also nach Korea.

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