1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Regentänze und Unwetter

28.05.2018

Regentänze und Unwetter

Copy%20of%20IMG_20180430_164845.tif
4 Bilder
Der ehemalige Chef von Creaton, Johann Berchtold (von links), Altenheimreferent Leo Bunk, Schwester Oberin Lucina und Bürgermeister Dietrich Riesebeck mit dem „Schatzkästchen“ , das 3280 DM enthielt.

Serie Was war los in der Region vor 100, 50, 25 und zehn Jahren? Bei einem Besuch einer Emersacker Schule müssen Lokalpolitiker gleich gegen ein Gewitter ankämpfen

Das Blättern in alten Bänden unserer Zeitung birgt immer wieder Überraschungen. Ausführlicher als früher im Kalenderblatt auf der Service-Seite berichten wir in der Serie „Blick zurück“ einmal im Monat darüber, was vor 100, 50, 25 und zehn Jahren los war. Heute geht es um den Mai von anno dazumal.

Landkreis In der Mitgliederversammlung der Vereinigung der Gastwirte in München wurde vor 100 Jahren mitgeteilt, dass durch die beabsichtigte Biersteuer dreierlei Bierarten in Bayern verkauft werden sollten: das jetzige Dünnbier, das sogenannte Vollbier und das Starkbier, deren Preise sich für den Liter auf 40 Pfennige., 60 Pfennige und eine Mark einstellen würden.

Erschütternd sind die Zeugenaussagen der Eltern getöteter Kinder von vor 50 Jahren im Prozess gegen den Kinderfacharzt Dr. Fritz Kühnke, der vor dem Schwurgericht München I angeklagt war, im Rahmen des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms im Jahre 1941 in den Heilanstalten Egelfing-Haar bei München in 22 Fällen Mord in Mittäterschaft begangen zu haben. Übereinstimmend bekundeten die Zeugen, dass sie über die Behandlung und die beabsichtigte Tötung der Kinder völlig im Unklaren gelassen worden seien. „Das Kind wurde uns einfach weggenommen, erklärte ein Zeuge. Ein Augsburger Elternpaar, das seine geistig behinderte Tochter verloren hatte, sagte aus: „Wir hätten unsere Tochter nie in eine Anstalt gegeben, hätten wir gewusst, dass sie getötet wird. Ungerührt habe ihnen der Leiter der Heilanstalt in Haar, Dr. Pfannmüller, nach dem Tod der Tochter erklärt: „Um solche Kinder kämpft man nicht.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Geschenke wollte Johann Berchtold zu seinem 70. Geburtstag vor 25 Jahren nicht. Stattdessen bat der ehemalige Geschäftsführer der Firma Creaton seine Gäste und die Mitarbeiter um eine Geldspende für die Pflegestation des Altenheims St. Klara in Wertingen. Die Spenden erhöhte Johann Berchtold spontan auf genau 3500,01 Mark.

Die Besichtigung des Schulhauses hatten sich der Emersacker Bürgermeister Alois Heim und die Mitglieder des Gemeinderates wohl anders vorgestellt. Sie hatten sich unter der Woche um 18 Uhr mit der Schulleitung verabredet, und damit just zu dem Zeitpunkt, als ein starkes Unwetter inklusive Hagel und Starkregen einsetzte. Die neue Schule wurde vor den Augen der Besucher im Erdgeschoss und Keller überschwemmt. So waren die Kommunalpolitiker gleich unter den ersten Helfern. Dank vereinte Kräften mit der Freiwilligen Feuerwehr blieb die Turnhalle unversehrt und das Schulfest konnte stattfinden.

Zu einem Gespräch über die Zukunft des Tierzuchtamtes Wertingen und des Amtes für Landwirtschaft in Lauingen entwickelte sich der Empfang, den Bürgermeister Dietrich Riesebeck für den Präsidenten des Schwäbischen Bauernverbandes, Leonhard Keller, im Rathaus gab. Dabei verlangte der Wertinger Bürgermeister eine baldige Entscheidung. Für Anton Geßler, den Vorsitzenden der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsschlachttiere, ist das Tierzuchtamt von Wertingen „nicht mehr wegzudenken“.

Erstmals konnte der Wertinger Weltladen vor zehn Jahren eine Spende in Höhe von 500 Euro für ein Projekt geben, das in den nächsten Jahren als sogenanntes „Weltladenprojekt“ mit festen, jährlichen Zuwendungen unterstützt werden soll. Ausgewählt wurde von den Teilnehmern der Vollversammlung des Eine-Welt-Vereins auf der letzten Sitzung ein Projekt in Malawi im südlichen Afrika.

Wichtig war den Vereinsmitgliedern, dass in dem Projekt des im letzten Jahr neu gegründeten Freundeskreises „Sunganani“ Kinder gefördert werden, die mehrfach vom Leben ausgeschlossen wären. (jti)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20IMG_6693.tif
Abschied

Beschwingtes Ende der „Ära Lipp“

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket