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Alte Synagoge

31.03.2011

Romantische Klassik zum Frühlingsanfang

Jerome Weiss (links) und Sandro Roj (rechts) begeisterten in der Alten Synagoge in Binswangen.
Bild: Foto: Ruf

Immenser Applaus für Gipsy Classic Duo

Binswangen Das Gipsy Classic Duo mit Sandro Roj (Violine) und Jerome Weiss (Klavier) wurde beim jüngsten Konzert in der Alten Synagoge in Binswangen stürmisch bejubelt. Die zwei jungen Musiker (17 und 24 Jahre alt) präsentierten sich mit romantischer Klassik sowie Filmmelodien und Zigeunerweisen in einer erstaunlichen musikalischen Reife.

Zugleich vermittelten die beiden Interpreten, die äußerlich nicht unterschiedlicher sein könnten, jugendliche Musikbegeisterung, die ansteckend wirkte. Das Konzert hätte noch mehr Besucher verdient. Wer nicht hinging, an diesem etwas verregneten Frühlingsabend, der hat etwas Besonderes versäumt.

Kultur auf dem Land, immer wieder ein etwas schwieriges Unterfangen für die Veranstalter. Jerome Weiss und Sandro Roj haben jedoch bei ihrem ersten gemeinsamen Konzert in Binswangen viele Menschen für sich eingenommen, so dass sie bei einem erneuten Auftritt sicher bereits eine Fangemeinde haben dürften. Der Geiger Sandro Roj kommt aus Augsburg. Er ist der jüngste Spross einer Sintifamilie, die auf den Ausnahmeviolinisten, der bereits heute als einer der besten Sinti-Geiger unserer Zeit gilt, mächtig stolz ist. Mit sieben Jahren erhielt der zierliche junge Mann bereits Unterricht auf einem Instrument, das er sich bis heute Schritt für Schritt eindrucksvoll erobert hat.

Romantische Klassik zum Frühlingsanfang

Ideale Partner

Mit dem Pianisten Jerome Weiss scheint Roj einen idealen Konzertpartner gefunden zu haben. Dasselbe könnte auch umgekehrt gelten.

Sie sind rundum sympathisch, diese beiden jungen Männer, die in Binswangen im ersten Teil ihres Programms mit Antonin Dvoraks „Humoreske“ sofort einen Volltreffer landen.

Das Publikum schwelgt dann bei den Altwiener Tanzweisen (Fritz Kreisler, 1875 bis 1962) „Liebesfreud und Liebesleid“ sofort in bester Laune. Der Funke ist übergesprungen, als Franz Schuberts „Die Biene“ erklingt.

Beim Ungarischen Tanz Nr. 5 in g-moll war dann spätestens klar, dass sich Sandro Roj und sein Klavierpartner blind verstehen. Der 24jährige Pianist Weiss stammt aus Franken und hat bisher eine glänzende Ausbildung erhalten.

Er ist bereits Inhaber mehrerer bedeutender Preise und konzertiert als Solist genauso wie bei Auftritten von Orchestern in ganz Deutschland und im Ausland.

Der junge Musiker beeindruckte in der Synagoge unter anderem mit der Eigenkomposition „Erinnerung“, die er für seinen verstorbenen Großvater schrieb. Er wirkt am Flügel kraftvoll aber auch sensibel und zärtlich, wenn es die Musikstücke erfordern. Eine tolle Symbiose, die seine weitere Entwicklung besonders prägen könnte.

Berühmte Filmmelodien

Im zweiten Teil des Konzertabends

bekommt das Publikum dann berühmte Filmmelodien wie etwa „Smile“ aus Modern times, verfilmt mit Charlie Chaplin, genauso zu hören wie das berührte Lied „As time goes by“ aus Casablanca. Michel Legrands „The summer knows“ interpretieren Weiss und Roj unsterblich schön, und die Titelmelodie aus „Schindlers Liste“ (John Williams) geht den Zuhörern mitten ins Herz.

Die Zigeunerweisen, die das Programm abrunden, präsentiert das Gipsy Classic Duo dann mit offensichtlich viel Spaß einem rundum glücklichen Publikum.

Es sind berührende Momente und Augenblicke ungeheurer Freude, die die Besucher bei diesem musikalischen Ereignis erleben. Man denkt an die Goetheworte „Verweile doch, du bist so schön“.

Am Ende wollen die Zuhörer die beiden jungen Protagonisten gar nicht mehr ziehen lassen.

Sie verneigen sich mit Standing Ovations und erwirken mehrere Zugaben. Roj und Weiss wollen gerne wiederkommen. Eine schöne Verheißung.

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