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13.02.2015

Schilder wie in Schilda?

Der Wertinger Verkehrsexperte Otto Marchner kritisiert die Montage von Verkehrschildern inmitten der Gehwege an der Dillinger Straße. Das sei eine Gefährdung für radelnde Kinder.

Ein Wertinger kritisiert die Montage von Verkehrszeichen auf Gehwegen. Die Stadt Wertingen verweist auf Rechtmäßigkeit

Von Erich Wandschneider

Der Wertinger Verkehrsexperte Otto Marchner ist nicht zufrieden: „Die Stadt hat vergangene Woche zwei Verkehrshelfer-Zeichen aufgestellt, um die Autofahrer auf einen Schülerlotsen-Übergang in der Dillinger Straße hinzuweisen. Aber die beiden Verkehrzeichen sind nicht am Rande des Gehwegs, sondern auf dem Gehweg selbst aufgestellt worden. Radelnde Kinder könnten dagegen prallen und sich schwer verletzen!“

Otto Marchner ist seit Jahren in der Vorstandschaft der Dillinger Kreisverkehrswacht aktiv und zudem bei der Wertinger Agenda Verkehr engagiert, einer Bürgervereinigung, die sich vor allem um die Rodung des Verkehrsschilderwalds in der Zusamstadt verdient gemacht hat. Der Diplomingenieur und frühere TÜV-Experte kritisiert, dass die Stadt mit der Platzierung dieser beiden Verkehrsschilder nicht nur die Gesundheit der Kinder gefährde, sondern zudem möglicherwiese irgendwann einmal hohe Schadensersatzforderungen erfüllen müsse: „Schilder dürfen nicht auf einer Fahrbahn stehen, sondern müssen am Rande platziert werden!“

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Ist ein Gehweg eine Fahrbahn? Otto Marchner verweist auf die Straßenverkehrsordnung, die besagt, dass Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr mit dem Rad auf dem Gehsteig fahren müssen. Und bis zum vollendeten zehnten Lebenjahr dürfen Buben und Mädchen den Gehweg mit ihren Rädern benützen. „Ein Gehweg ist also für Kinder eine ganz legitime Fahrbahn“, argumentiert Marchner.

Der Verkehrsexperte hat die drei Wertinger Schülerlotsen-Überwege geprüft. In der Hans-Wertinger-Straße und in der Josef-Frank-Straße fand er die Beschilderung in Ordnung: „Die Schilder sind entweder ganz zur Straße hin oder ganz zur Häuserseite hin aufgestellt. Auf alle Fälle können radelnde Kinder vorbeisausen, ohne dass sie Gefahr laufen, anzustoßen!“ In der Dillinger Straße allerdings trennen die Schilder den Gehweg bei einem Drittel der Breite: „Zu gefährlich“, kritisiert Marchner, der nach eigenen Angaben bereits bei der Stadtverwaltung vorstellig wurde.

Die beanstandeten Schilder wurden erst Anfang Februar montiert. Günther Weiser, VG-Geschäftsleiter, betonte, dass keinesfalls ein Schildbürgerstreich vorliege, sondern dass der städtische Bauhof die gesetzlichen Vorgaben bei der Montage voll erfüllt habe. Laut Günther Weiser gibt es vor allem drei Punkte, die bei der Aufstellung zu beachten waren:

l Die Schilder wurden 60 Zentimeter von der Bordsteinkante entfernt errichtet, damit nicht ein Lkw, ein Bus oder ein großes Fahrzeug mit Rückspiegel oder Ladung daran hängen bleibt.

l Diese Schilder „Verkehrshelfer“ haben eine retroreflektierende Folienbeschichtung. Das soll die Lichter der Autoscheinwerfer im besonderen Maß zurückspiegeln und jedem Autofahrer signalisieren – vor allem auch bei Dunkelheit – dass hier ein Schülerlotsen-Überweg existiert. Weiser erklärte: „Hätten wir nun diese Schilder an den Rand des Gehwegs gerückt, wäre dieser Aufmerksamkeitseffekt nicht in vollem Maß erreicht worden. Das Autolicht auf der Dillinger Straße hätte nicht mehr so gut frontal auf die Schilder gestrahlt.

l Weiser weist trotz der von Marchner kritisierten Aufstellung der Schilder auf dem Gehweg darauf hin, dass eine gesetzlich vorgeschriebene Durchgangsbreite von 1,10 Meter übrig bleibt. „Da können zwei Fußgänger ohne Berührung aneinander vorbei. Auch radelnde Kinder kommen durch!“ Weiser betonte, dass radelnde Kinder auf den Gehwegen immer aufpassen müssen: „Da sind Fußgänger unterwegs, da stehen Mülltonnen herum.“ "Kommentar

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