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Heretsried

19.01.2018

„Schlag ins Gesicht“ für Holzwinkel-Bewohner

Die Verbindungsstraße Holzhausen – Peterhof soll ausgebaut werden und ist Thema in mehreren Gremien.

Der Ausbau der Peterhof-Straße nach Holzhausen ist ein großes Thema in Heretsried. Dort schießen die Gemeinderäte gegen Gersthofen

Der geplante Ausbau der Staatsstraße 2036 zwischen Heretsried und Holzhausen bewegt die Gemüter: Vor einer Woche trafen sich die Ausbaugegner am Peterhof. Jetzt diskutierten die Gemeinderäte von Heretsried über das Millionenprojekt. Bürgermeister Heinrich Jäckle ging mit der Stadt Gersthofen hart ins Gericht. Wenn sie Flächenfraß vorwerfe, solle sie sich zunächst einmal an die eigene Nase fassen.

Beim Treffen der Ausbaugegner am Peterhof seien laut Gemeinderat Winfried Jacob, der zufällig auf die Versammlung stieß, kuriose Behauptungen aufgestellt worden. „Die Leute sollten sich erst einmal richtig informieren und ein sachliches Bild machen, bevor sie urteilen“, meinte der Bürgermeister.

Es gebe gewisse Ausbaustandards für die Erneuerung von Straßen. Die Trassenführung der heutigen Straßen stamme noch aus Vorkriegszeiten, die Straße aus den 1950er-Jahren. Auf den Plänen, die Jäckle mittels Beamer zeigte, war deutlich zu erkennen, dass die neue Straße sieben Meter breit werden soll. Im Augenblick sind es sechseinhalb Meter. Die Wortwahl „Megatrasse“ sei daher völlig übertrieben. Am Peterhof müssten Fußgänger und Radler auch nicht die Straßenseite wechseln.

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Der bestehende Radweg bleibt. Lediglich für die Gasthof-Besucher sind künftig zwei Querungen geplant, die durch einen Radweg auf der Peterhof-Seite miteinander verbunden werden.

Zu den Protesten, dass etwa 1000 Meter des neuwertigen Radweges entfernt werden müssen, erklärte Jäckle: Im Baubescheid sei angegeben gewesen, dass die Möglichkeit bestehe, beim Ausbau der Staatsstraße Teile wieder abzubrechen. Und: Zum Zeitpunkt des Spatenstichs 2010 sei Jürgen Schantin, einer der jetzigen Kritiker, Bürgermeister der Stadt Gersthofen gewesen. Gemeinderat Jacob berichtete auch, dass Schantin auf der Protestveranstaltung gesagt habe, dass der Straßenausbau nicht benötigt werde.

Denn ohne Weiteres könne man aus dem Holzwinkel auch über Affaltern und Biberbach nach Gersthofen und Augsburg fahren. Einkäufe könne man in Wertingen erledigen. Nicht nur für die Bewohner der Gemeinde Heretsried sei das ein Schlag ins Gesicht, sondern auch für Affaltern, Emersacker oder Laugna.

Gemeinderat Karl-Heinz Tomaschewski sagte, dass offensichtlich das Motto „Gersthofen First“ gelte. Der Rest seien „nur Holzwinkeldörfer“. Überhaupt höre für Menschen aus Augsburg oder Gersthofen nach dem Peterhof offensichtlich die Welt auf.

Dies bestätigte auch Winfried Jacob. Er berichtete, dass die Landtagsabgeordnete Christine Kamm (Grüne) am Peterhof von der „schönen Strecke“ geschwärmt habe und dass die Straße doch in einem guten Zustand sei. Doch gerade der Abschnitt hinter dem Peterhof bis zur Einmündung nach Bonstetten sei vorsintflutlich, entgegnete Bürgermeister Jäckle.

Gemeinderat Jacob meinte, er habe den Eindruck, dass der Straßenausbau ein Dauerbrenner im Wahlkampf werden soll, mit dem sich einige Leute profilieren wollten. Ins selbe Horn stieß Gemeinderat Thomas Liepert. Es gehe nicht wirklich um den Ausbau, sagte er. Im Sommer weiche die Straße auf, jedes Jahr müsse gesplittet werden. „Das ist unverantwortlich gegenüber den Menschen, die hier wohnen“, so Liepert. Er erzürnte sich auch über den Vorwurf des Flächenfraßes. Gersthofen hätte riesige Umgehungen durch das Schmuttertal gebaut. Das sei offenbar kein Flächenfraß.

Der Gemeinderat befürchtet außerdem, dass der Zustand der jetzigen Straßen endgültig am Ende ist, wenn die Strecke demnächst als Umleitung für den Straßenbau zwischen Adelsried und Welden genutzt werde.

Auf ihr Recht auf „zukunftsorientierte Infrastruktur“ macht die Gemeinde nun in einem Schreiben an das Straßenbauamt aufmerksam. Die Staatsstraße sei eine Lebensader für den Holzwinkel.

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