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Schulstart

11.09.2018

Schüler mit Hightech-Geräten auf dem Rücken

Viel zu tun für Christine Gerblinger: Die Expertin präsentiert einen Rucksackranzen mit vielen reflektierenden Elementen. Vor dem Schulanfang ist in dem Geschäft in der Wertinger Innenstadt viel los. „So ein Neustart ist doch immer etwas Positives“, sasgt sie.
Bild: Louisa Müller

Beim Einkaufen für den Unterricht hat sich einiges geändert. Sogar das Einbinden von Büchern kann man sich in Dillingen sparen. Und was es mit den Klett-Patches auf Schulranzen auf sich hat, wird in Wertingen erklärt

Die Fachgeschäfte von Christine Gerblinger und Heiner Brenner erweisen sich gerade als begehrte Anlaufstellen im ganzen Landkreis. Seit Tagen werden die Verkaufsräume von kleinen wie großen Leute gestürmt: Väter und Mütter, manchmal sogar ganze Familien drücken sich die Türklinke in die Hand. Die Einkäufe gelten dem großen Tag beim Schritt ins nächste Schuljahr oder sogar dem Moment, wenn ein Dreikäsehoch zum ersten Mal das Licht der Schul-Welt erblickt.

„Es macht einfach Spaß, sich mit den Menschen abzugeben und ihnen mit hilfreichen Tipps entgegenkommen zu können“, freut sich Christine Gerblinger in Wertingen. Sie kann bereits den 35. Schulbeginn verzeichnen. „So ein Neustart ist doch immer etwas Positives“, betont die geschätzte Literaturexpertin. Heiner Brenner vom gleichnamigen Büro- und Schreibwarenladen in Dillingen ist zum 37. Mal dabei, während Erwachsene wie Schüler die mittlerweile umfangreiche Schulmaterialliste zücken. „Auch wenn ich abends platt bin, fühle ich mich wohl unter den vielen ratsuchenden Leuten.“ Wie bei den Schultaschen oder den Sammel-Etuis für Stifte hat sich auch bei den Auflistungen wichtiger Gegenstände für Klassenzimmer manches geändert. Diese können zusätzlich übers Internet bei Gerblinger oder Brenner angefordert werden. Bei diesem Schulzettel-Service stellen flinke Heinzelmännchen, wie die sagenhaften stillen Helfer einst bezeichnet wurden, das ganze Material zum Lernen zusammen. Anderswo auch Elfendienst genannt, brauchen die Eltern dann das vorbereitete Sortiment nur noch abzuholen.

„Wir machen die Muttis glücklich“, bewirbt Geschäftsinhaber Heiner Brenner mit einem Schmunzeln sein Bucheinbinde-Angebot. Dabei entfällt das von vielen Eltern als lästig empfundene Einwickeln der Werke in der heimischen Küche, das angesichts der angewachsenen Schulbücherzahl oft zur Schwerstarbeit gerät. Stattdessen steckt Heinzelmännchen Brenner die Buchdeckel in ein mechanisches Gerät, die dort mit einem maßgeschneiderten, folienartigen Schutzumschlag wieder herauskommen. Dennoch gibt es für die betroffenen Eltern vonseiten der Artikel-Experten gute Noten: „Manche kommen gut vorbereitet zu uns und wissen genau, was sie wollen“, macht Heiner Brenner die Erfahrung, die Christine Gerblinger teilen kann. Etwa beim guten alten Schulranzen, der nun eher wie ein feines Hightech-Gerät daherkommt. Von dem früheren erschlagend, wie unbequem wirkenden Tornister ist da nicht mehr viel übriggeblieben. „Die Erwachsenen achten vermehrt auf Ergonomie und Qualität“, weiß Brenner und rät zu Produkten, die den Rücken schonen, leicht ausfallen und doch über ein großes Füllvolumen verfügen.

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Apropos: Das bislang größte Schulgepäck wird in vielen Modellen und Farben sowie wiederverwertbarem PET-Material offeriert. Solche Nachhaltigkeit erwarten gerade junge Eltern auch bei anderen Schulsachen wie speziell zertifiziertem Papier in Schulheften. Die neuen Tragetaschen weisen eine erstaunliche Flexibilität auf, die es mit vielen unterschiedlichen Geschmäckern und Launen der kleinen Hauptpersonen aufnehmen können. So lassen sich die zeitgemäßen Schulrucksäcke im Handumdrehen optisch variieren: Unterschiedliche Motive mit Klett-Patches werden je nach Vorliebe einfach ausgetauscht und bringen so Abwechslung auf die Deckelklappe und die bewegliche Vordertasche. Mal ist es eine Blume, am nächsten Tag ein Herz, heute ein Polizei-Emblem, morgen ein kleines Monster: „Diese flexiblen Schultaschen sind ideal, da sich der Geschmack des Kindes mit dem Alter verändert“, unterstreicht Heiner Brenner. Sonst müsse ja eigentlich jedes Jahr neu gekauft werden. Ältere Jahrgänge verlassen sich laut Christine Gerblinger eher auf spezielle Varianten mit Gurten, die sie mit der bis zu acht Kilogramm schweren Ladung aufs Rad hieven können. Besonderes Augenmerk legen die beiden Experten auf das Befestigungssystem am Körper: „Richtig eingestellte Beckengurte verlagern viel Gewicht vom Kreuz auf die stabilere Hüfte“, betont Brenner, der außerdem an die Verkehrssicherheit durch besondere Rückstrahler und fluoreszierende Streifen erinnert. Von den in Deutschland angebotenen modernen Ranzen mit kleinen Rädchen und verschiebbarem Haltegriff, die ein wenig an Reise-Trolleys erinnern, hält Brenner kaum etwas: „Das funktioniert spätestens beim Einstieg in den Bus nicht mehr.“

Kräftig modernisiert wurde auch beim beliebten „Schlamper- oder Faulenzermäppchen“, in dem früher wahllos Stifte, Lineale, Radiergummis und Papierscheren landeten. „Die haben jetzt ordentliche Fächer und sehen obendrein gut aus“, so Gerblinger. Mädchen wählen Pink und Lila, die Buben Grün und Blau. Beim Anblick der farbenfrohen Präsentation in den Fachgeschäften fehlt ausgerechnet ein Artikel, der schon im 19. Jahrhundert zum festen Bestandteil des Schulbeginns gezählt haben soll: die Schultüte. „Die ist bei uns ziemlich out“, erklärt Heiner Brenner. Werden die bunten und prall gefüllten Kegel doch eher im Kindergarten oder daheim vorproduziert. Notfalls zaubern die Geschäfte auch das Ersttags-Symbol über den Ladentisch.

Martina Roch kann in ihrem Geschäft am Höchstädter Marktplatz keine bestimmten Trendartikel feststellen, bestimmte Farben seien jedoch sehr beliebt. Auch hier sind es die Farben Pink und Lila bei den Mädchen sowie Blau und Hellgrün bei den Jungen. Eine Sache sei ihr allerdings dieses Jahr schon aufgefallen: „Qualität ist wieder auf dem Vormarsch. Die Leute geben lieber einmal im Schuljahr mehr Geld aus, bevor sie etwas zwei- oder dreimal nachkaufen müssen.“

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