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30.03.2009

Schülerlotsen retten das Leben der Mitschüler

Wertingen Auf der Seitenstraße neben dem Wertinger Sportplatz blicken acht Buben und sechs Mädchen gebannt auf die Klötze zwischen den Leitkegeln, die am Wegrand ihr Ergebnis anzeigen. "Habe ich richtig gerechnet?" Mit 50 Stundenkilometern kommt ein VW-Bus an und legt eine Vollbremsung hin. Wo wird das Fahrzeug des Wertinger Polizeibeamten Peter Jurida stehen bleiben?

Josef Bayer, stellvertretender Vorsitzender der gastgebenden Kreisverkehrswacht Dillingen, fährt mit seinem Pkw 60 Stundenkilometer. Wessen Klotz steht jetzt auf der sicheren Seite?

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Im Ernstfall muss man den Bremsweg abschätzen können

Die Entfernung von Fahrzeugen schätzen und die Geschwindigkeit, mit denen diese an ihnen vorbeifahren, sind Voraussetzungen, um im Ernstfall den Bremsweg auszurechnen und einen Mitschüler im Zweifelsfall lieber zurückzuhalten, wenn er die Straße überqueren will. Denn diese Jugendlichen sind Schülerlotsen, die als Sieger der Kreisentscheide am vergangenen Samstag in Wertingen den schwäbischen Bezirkssieger ermittelten.

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Vor der Praxis hatten sie im Waldgasthof Bergfried schon einen kniffligen Fragebogen auszufüllen. "Die Fragen zum Allgemeinwissen waren schwierig, die zur Schülerlotsentätigkeit okay", meinte Stefan Tausend aus Winterbach (Verkehrswacht Günzburg) anschließend. Manuel Sälzer aus Kühbach (Aichach-Friedberg) erkannte eine Frage aus dem Schülerlotsentest. Seinen Spaß hatte der am Ende drittplatzierte Maxi Koppold aus Kühbach bei der ersten Übung des praktischen Teils, in dem jeder mittels Gas- und Bremspedal sein Reaktionsvermögen zeigen konnte.

Günter Fuchs, Vizepräsident der Verkehrswacht Bayern, lobte die Schüler für ihr Engagement: Sie müssten nicht nur früher aufstehen und kämen später heim, um bei jedem Wetter ihren Dienst zu verrichten, sondern zeigten dabei auch Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und Reaktionsschnelligkeit. "Damit rettet ihr das Leben eurer Mitschüler", bekräftigte Fuchs bei der Siegerehrung. Er erklärte, dass es "seit 1953, seit es Schülerlotsen gibt, an den von ihnen gesicherten Ampel- und Zebrastreifenübergängen keinen tödlichen Unfall mehr gegeben hätte."

In einem bundesweiten Wettbewerb der Deutschen Verkehrswacht und des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie stellen zurzeit 50 000 deutsche Schülerlotsen ihr Wissen und Können unter Beweis. 14 482 von diesen freiwilligen Helfern kommen aus Bayern. Der Erstplatzierte, Emanuel Mändle aus Burgau (Günzburg) und der Zweite, Simon Wilfer aus Buchenberg (Kempten und Umgebung) fahren nun im Juli für den Bezirk Schwaben zum Landesentscheid nach Neuburg an der Donau, wo den zwei Besten die Fahrt zum Bundesentscheid winkt.

Ein eigenes Programm gab es für die begleitenden Eltern am Vormittag. Sie erkundeten die Stadt und das Heimatmuseum in Wertingen. Michael Adam aus Memmingen, der seine Tochter Nicole und deren Freundin Lisa begleitete, war begeistert: "Ich habe meine Frau angerufen und ihr erklärt, hier müssen wir wieder herkommen."

Bei uns im Internet

Die Arbeit der Schülerlotsen ist vielfältig und spannend. Schauen Sie rein in unsere Bildergalerie unter

www.wertinger-zeitung.de/bilder

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