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Geschichte

19.10.2017

Sechs Brauereien, 20 Wirtschaften: In Wertingen wurde viel Bier getrunken

An viele Wirtschaften und Brauereien, die Alfred Sigg in seinem Vortrag nannte, konnten sich die Senioren beim Altenwerk noch erinnern.
Bild: Theo Hungbaur

Alfred Sigg berichtet beim „kleinen Oktoberfest“ des Altenwerks darüber, wie vielfältig früher das Angebot an Braun- und Weißbier in der Zusamstadt war. Manchmal wurde gerauft

An „Gastwirtschaften und Brauereien, die es früher in Wertingen gab“ erinnern sich viele Senioren. Deshalb war dies auch das Thema beim „kleinen Oktoberfest“, das das Wertinger Altenwerk organisierte. Erster Vorsitzender Theo Hungbaur begrüßte zahlreiche Besucher. Er hatte mit Alfred Sigg einen Referenten gewonnen, der umfassend zu dem Thema berichten konnte.

Michael Dicknether stimmte mit flotter Musik auf seinem Akkordeon auf den Nachmittag ein. Er stammt selbst aus einer ehemaligen Gastwirtschaft in der Dillinger Straße. Alfred Sigg wusste, dass auch in der Gegend um Wertingen Hopfen angebaut wurde. Nach dem Weinanbau ist das Bier aufgekommen. So hatte bald jeder Ort seine Brauereien. Davon gab es allein in Wertingen sechs! Biberbach brachte es auf vier Brauereien. Zu jeder Brauerei gehörten ein Eisweiher und ein Keller. Auf die Standorte ging Alfred Sigg näher ein. In der Gastwirtschaft „Zum grünen Baum“ (Kochsaal) wurde gebraut, ebenso beim „Weißen Ross (Seitz - heute Müller Markt), „Zum Hirsch“ (Birzele), beim „Ochsenwirt“ (Jeansladen), ebenso im „Bräuhaus“ (später Katzenkeller - heute Genoba).

Heute betreibt nur noch Familie Carry eine Brauerei in Wertingen - es ist somit die einzige in der Zusamstadt. Früher gab es hier, wies Sigg nach, noch rund zwanzig Gastwirtschaften.

Braunbier war das bessere Bier, Weißbier war einfacher und billiger. Laut Sigg wurde in katholischen Gegenden mehr Braunbier getrunken, anscheinend wurde da mehr gefeiert! Ab 1870 wurde die Einheitsmaß eingeführt. Den größten Umsatz konnte der „Häuflewirt“ und der „Lampelwirt“ verzeichnen. Nicht jeder durfte eine Wirtschaft betreiben. Eine Konzession war nötig, auch wurde geprüft, ob man die Wirtschaft überhaupt brauchte. Zum Bierbrauen gab es bestimmte Vorschriften.

Bei Schulen und Krankenhäusern durften sich Brauereien nicht ansiedeln. Wirtshäuser waren immer wichtige Einrichtungen. Es wurde und wird politisiert, debattiert, erwartet, dass die Wirtin oder der Wirt gut kochen kann und freundlich ist. Hin und wieder sprachen die Gäste dem Bier zu viel zu, eine Rauferei war deshalb nicht selten. Bereits 1845 gab es in Wertingen ein Volksfest. König Max von Bayern ordnete derartige Feste anlässlich der Geburt seines Sohnes, des späteren Königs Ludwig II. an. Bezahlen musste dies der Landkreis. 1957 führte der Augsburger Schausteller Würzinger das erste von dann jährlich folgende Volksfest ein. Mit manchmal nicht ganz astreinen Aussagen von Wirten, Sprichwörtern zu Essen und Trinken, beendete Alfred Sigg sein interessantes und informatives Referat.

Theo Hungbaur bedankte sich bei ihm mit einem zum Thema passenden Geschenk. Zudem dankte der Vorsitzende einer Abordnung der Kolpingfrauen. Diese spendeten dem Altenwerk aus dem Verkauf ihrer Handarbeiten einen namhaften Betrag, von dem ein Teil schon für die Bewirtung bei der Veranstaltung verwendet wurde.

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