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Holzheim

20.07.2017

Seiltanzen anstatt Unterricht

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Circus Lollipop zu Besuch in der Aschbergschule
Bild: Ulrike Walburg

Der Circus Lollipop gastiert in der Aschbergschule. Berühmte Artisten machen aus den Schülern kleine Akrobaten. Auch öffentliche Aufführungen vorgesehen.

Ein großes Zirkuszelt mit Platz für 400 Personen steht auf dem Schulhof der Aschbergschule. Schneller als geplant, ziehen Eltern und Artisten am vergangenen Sonntagnachmittag das Zelt hinter dem Schulgebäude in Holzheim hoch. Mit seiner roten Farbe hebt es sich von der grünen Wiese ab und ist schon von der Ferne zu sehen. Väter schlagen Pflöcke in die Erde und straffen die Seile. Eltern und Artisten bestuhlen gemeinsam das Zelt und bauen die Manege auf.

Die Vorfreude auf die kommende Woche ist spürbar. Der Schulverbandsvorsitzende und Bürgermeister von Aislingen Jürgen Kopriva kommt vorbei und „freut sich, dass so etwas zustande kommt.“

Das Schulprojekt „Lollipop“ der weltberühmten Holzheimer Artistenfamilie Brumbach, mehrfach auf dem Zirkusfestival in Monte Carlo ausgezeichnet, gastiert in dieser Woche erstmalig in der Region.

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Das bisher in Nordrhein-Westfalen bewährte und geschätzte zirkuspädagogische Konzept besteht bereits seit vierzig Jahren. Dort vermitteln die Schulämter die Kontakte zu den jeweiligen Schulen. Seit vier Jahren steht „ Lollipop“ unter der Leitung von Patrick Brumbach. Er wirft 99 Messer in einer Minute und ist somit „Herr der fliegenden Messer.“ Mit fünf Einträgen im Guinnessbuch der Rekorde ist er der schnellste Messerwerfer der Welt. Sohn Henry bereitet derzeit seine Anerkennung für seinen Weltrekord im Feuerschlucken vor. Er behält das Feuer 34 Sekunden im Mund.

In den Wintermonaten sind alle Artisten bei internationalen Auftritten aktiv. Während der Sommermonate ziehen sie mit Zirkus „Lollipop“ von Schule zu Schule. Mit anerkannter Zirkuspädagogik bringt das Team „Lollipop“ den Kindern kindgerechte und ungefährliche Nummern bei. „Die Kinder werden aus der Woche gestärkt hervorgehen“, ist sich Brumbach sicher. „Ich freue mich, an meiner ehemaligen Schule zu zeigen, welche Freude Kinder mit der Artistik erleben und dabei über sich selbst hinaus wachsen,“ sagt Brumbach.

Er und seine beiden Söhne Henry und Diego haben zur Schule „Am Aschberg“ ein besonderes Verhältnis. Denn es ist ihre „Stammschule.“

Im Sommer reisten sie als Zirkuskinder um die ganze Welt. Im Winter drückten sie die Schulbank in Holzheim. Diego besucht noch heute die Aschbergschule. „Wir sind ein Team“ ist das Motto dieser Woche. Henry Brumbach legt fest: „ Ihr müsst genau zu hören und die Regeln beachten.“ Teamarbeit und intensives Training sei die Basis im Zirkus, berichtet der Artist. „Wenn jemand etwas nicht schafft oder sich nicht traut, dann ermuntern wir ihn und helfen alle zusammen.“ Freude an der Arbeit führe zum Erfolg.

Das Lollipop- Team erarbeitet mit den Kindern die Nummern, zeigt ihnen, was zu beachten ist und worauf es ankommt. Zum Auftakt der Trainingswoche führten die Artisten am vergangenen Montag, unter großem Beifall der Kinder, eine Zirkusshow aus neun Bereichen der Artistik vor. Der starke Hans schwingt sich am Trapez hoch in die Luft, die Jongleure lassen leuchtende Kegeln und bunte Tüchern fliegen und die Clowns bringen das Publikum zum Lachen. 250 Schulkinder und ihre Lehrer sind im Zuschauerraum.

„Wer will Feuerspucker werden, wer geht zu den Akrobaten, wer zu den Seiltänzern und wer zu den Zauberern?“, ruft Henry Brumbach den Mädchen und Buben fragend zu. Die drängen sich jetzt selbst in die Manege. Sie tragen sich in Arbeitsgruppen ein.

Professionell geschminkt und in echten Zirkuskostümen wird jedes Kind in jeweils drei unterschiedlichen Vorstellungen in der Manege auftreten. Die fantasievollen und aufwendigen Kostüme des Zirkus „Lollipop“ werden von einer Schneiderin aus Holzheim angefertigt. „Ihr werdet viel Beifall ernten und Euer Publikum zum Staunen bringen“, verspricht der Zirkusdirektor.

Öffentliche Vorführungen sind am Freitag, 21. Juli, um 18 Uhr und am Samstag, 22. Juli, um 11 Uhr und um 15 Uhr bei der Schule am Aschberg in Holzheim.

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