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Wertingen

30.01.2020

So landen Hubschrauber in Wertingen

Auf dem Gelände des Wertinger Krankenhauses dürfen seit 2013 keine Hubschrauber mehr landen. Seitdem wurde ein dauerhaftes Provisorium auf einem nahen Sportplatz eingerichtet. Manchmal hilft seitdem die Feuerwehr aus, um die Landung der Hubschrauber abzusichern.
Bild: Benjamin Reif

Plus Wenn ein Hubschrauber im Anflug auf die Wertinger Klinik ist, muss auch mal die Feuerwehr aushelfen, um bei der Landung einen Sportplatz abzusichern. Früher war das einmal anders.

Wenn die Wertinger Freiwillige Feuerwehr den Ebersberg hinauf fährt, dann brennt es nicht zwangsläufig irgendwo. Manchmal kommen die Ehrenamtlichen angefahren, um die Landung eines Hubschraubers abzusichern, der Patienten ins Wertinger Krankenhaus bringt oder aber zum Weitertransport abholt.

Das Wertinger Krankenhaus verfügt über keinen genehmigten Landeplatz für Hubschrauber. Deshalb landen Rettungshubschrauber in Wertingen auf dem Sportplatz gegenüber dem Krankenhaus, der auch für Schulsport genutzt wird. Diese Fläche gilt als sogenannte „Rendezvous-Fläche“, die in Ermangelung eines echten Landeplatzes als Anflugsort herhalten muss. Die Aufgaben der Feuerwehr bei den Landungen besteht im Wesentlichen aus der Sicherung der Landefläche. Das heißt, dass eventuell Personen zum Gehen aufgefordert oder Gegenstände von der Wiese befördert werden. Bei Landungen in der Nacht leuchten die Freiwilligen zudem das Feld aus, außerdem sorgen sie für die Einhaltung des Brandschutzes.

Manchmal hilft die Feuerwehr, manchmal nicht

Nur bei vergleichsweise wenigen Landungen muss die Feuerwehr dem Krankenhaus Hilfestellung leisten, im Jahr 2019 sicherten sie neunmal die Landestelle ab. Von Seiten des Landkreises heißt es, dass die Sicherung oft auch durch das Personal des Krankenhauses vorgenommen wird – oder überhaupt nicht notwendig ist. „Wenn der Hubschrauberpilot feststellt, dass kein Bodenpersonal für seine Landung notwendig ist oder es sich – wie bei Notfällen üblich – um eine kurzfristige Hubschrauber- landung ohne viel Vorlaufzeit handelt, wird in der Regel keine Feuerwehr alarmiert“, sagt ein Sprecher des Landkreises. Dieser ist für die Kreiskliniken in Dillingen und Wertingen zuständig.

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Im Dillinger Krankenhaus gibt es einen „echten“ Landeplatz für Rettungshubschrauber. In Wertingen diente bis zum Jahr 2013 eine asphaltierte Fläche im Krankenhausgarten als Landeplatz. Doch dieser habe nicht mehr die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, weder zur Ausstattung noch zur Anflugsituation für die Piloten, heißt es weiter aus dem Landratsamt. Denn hier gibt es strenge Vorgaben des Deutschen Luftfahrtbundesamtes. Vor allem braucht es freie Sicht und Einflugschneisen.

Der alte Landeplatz war nicht mehr geeignet

Für den Neubau des Krankenhauses 2013 musste das Krankenhaus den Landeplatz abmelden, in Folge entstand auf dem Gelände nicht nur der Neubau, sondern auch das Therapiezentrum Gantze. Eine gutachterliche Prüfung habe dann ergeben, dass auch ein neuer Landeplatz auf dem Krankenhausgelände nicht die gesetzlichen Anforderungen erfüllt hätte. Aufgrund der Tatsache, dass Wertingen nur vergleichsweise selten von Hubschraubern angeflogen werde, – die Verantwortlichen rechneten mit weniger als zehn Flugbewegungen jährlich – habe man sich damit begnügt, eine Rendezvous-Fläche auf dem benachbarten Sportplatz zu etablieren. Eine Änderung dieser Situation sei derzeit nicht geplant, heißt es aus dem Landratsamt. Kosten seien bisher nicht berechnet worden, ein Bodenlandeplatz jedoch ausgeschlossen. Es käme insofern nur eine Dachlandefläche infrage, sagen die Verantwortlichen.

Doch die Situation ist mittlerweile eine andere geworden, die Zahl der Helikopter, die das Wertinger Krankenhaus anfliegen, ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Am häufigsten wird Wertingen von Augsburg und Ulm angeflogen, wobei die Anzahl der Flugbewegungen aus Augsburg seit Etablierung des Hubschraubers an der neuen Uniklinik stark zugenommen haben. 2019 verzeichnete das Wertinger Krankenhaus 34 Helikopterlandungen. In 26 Fällen wurden Patienten gebracht, in acht Fällen vom Krankenhaus abgeholt.

Lesen Sie dazu den Kommentar unseres Redakteurs: Keine gute Außenwirkung

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