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Wertingen

26.03.2020

So reagiert die Wertinger Pfarrgemeinde auf Corona

Pfarrer Rupert Ostermayer ist in diesen Tagen oft am Telefon. Über dieses Medium ist die Pfarrei Wertingen erreichbar – Gottesdienste sind dagegen abgesagt, auch für das höchste christliche Fest an Ostern.
Bild: Michael Hahn

Plus Die Gottesdienste am Osterwochenende sind nun abgesagt. Die Pfarrgemeinde Wertingen bemüht sich um Alternativen für Gläubige.

Das Coronavirus betrifft alle Gesellschaftsschichten und schränkt das öffentliche Leben stark ein. Dabei steht unter anderem die Kirche vor großen Herausforderungen. Fast tägliche neue Anordnungen und die Absage beinahe aller Veranstaltungen erschweren auch die Planung der katholischen Pfarrgemeinde Wertingen. Dennoch gibt es bereits Initiativen, um in der Corona-Krise das Gemeindeleben so gut wie möglich aufrechtzuerhalten.

Das Bistum Augsburg hat die Feier aller öffentlichen Gottesdienste vorerst bis zum 19. April eingestellt. Dementsprechend gelten die „schwerwiegenden Gründe“, unter denen die Sonntagspflicht für Gläubige ausgesetzt ist. In diesen Zeitraum fallen auch die Gottesdienste am Osterwochenende. „Das Osterfest wird deshalb nicht öffentlich stattfinden“, erklärt der Wertinger Pfarrer Rupert Ostermayer. „Priester sollen alleine und unter Ausschluss der Öffentlichkeit die heilige Messe stellvertretend für die Gemeinde feiern.“ Auch Zusammenkünfte wie Konferenzen und Vorbereitungstreffen für Erstkommunion und Firmung sind ausgesetzt.

Für das persönliche Gebet bleiben die Kirchen offen

Für das persönliche Gebet des Einzelnen bleiben die Pfarrkirchen in Wertingen und Gottmannshofen und die Marienkapelle in Binswangen aber bis auf Weiteres geöffnet. Bestattungen erfolgen vorerst ausschließlich im engsten Kreis und bei Wahrung des Mindestabstands zwischen den Anwesenden. Taufen und Trauungen bis zum 30. April wurden vollständig abgesagt, ebenso wie alle Erstkommunionfeiern bis zum 26. April. Dies betrifft auch die Kommunionkinder in Binswangen.

So reagiert die Wertinger Pfarrgemeinde auf Corona

In der für die Kirche eigentlich so wichtigen Fastenzeit erleben die Gläubigen in diesem Jahr große Veränderungen. „Es ist Fasten, wie wir es noch nie vorher hatten, denn wir müssen dieses Jahr auf das Gemeindewesen und so auch auf das gemeinsame Feiern von Gottesdiensten verzichten“, sagt Rupert Ostermayer. Als Hilfe für Menschen, die sich nach der Feier eines Gottesdienstes sehnen, stellt die Pfarrgemeinde stattdessen vielfältige digitale Angebote bereit.

Die Gottesdienste für Ostern sind abgesagt

Gläubige haben zum einen die Möglichkeit, Gottesdienstübertragungen in Fernsehen, Radio oder Internet zu verfolgen. Täglich finden in Augsburg Gottesdienste mit dem Bischof Bertram Meier statt. Diese werden live von a.tv und Allgäu-TV im regionalen Fernsehen, auf dem Youtube-Kanal von katholisch1.tv und auf der Webseite der Augsburger Allgemeinen übertragen. Zum anderen stellt die Pfarrgemeinde täglich Liturgie und sonstiges Material online zur Verfügung. Eine solche Vorlage enthält Texte, Gebete und Fürbitten und soll eigene kleine Hausgottesdienste für die Gläubigen erleichtern. Auch für Schulkinder der dritten Klasse, für die der Religionsunterricht ausgesetzt ist, findet man auf der Webseite der Pfarrgemeinde Ideen, Bilder und Arbeitsblätter.

Der direkte Kontakt zwischen Pfarrgemeinde und Gläubigen solle weiterhin aufrechterhalten werden, so Rupert Ostermayer. „Wir kommunizieren zum einen über unsere Webseite, andererseits über den Gottesdienstanzeiger, ein Informationsblatt, das wie gewohnt in den Kirchen ausliegt. Es beinhaltet nun keine Gottesdiensttermine mehr, aber zum Beispiel Bibeltexte und praktische Informationen. Auch mit den Kommunionkindern und Firmlingen halten wir Kontakt, zum Beispiel kommunizieren wir sporadisch über klassische und neue Medien.“ Für die Mitarbeiter der Pfarrgemeinde habe sich der Arbeitsalltag aufgrund der Corona-Krise geändert, sagt Rupert Ostermayer. „Eine langfristige Planung ist nicht mehr möglich, weil Termine plötzlich ausfallen. Es ist eine Herausforderung, sich auf die neue Situation einzustellen, und wir müssen vieles aus dem Moment heraus entscheiden. Insgesamt geht es bei uns aber ruhiger zu. In dieser Zeit habe ich für mich persönlich einen anderen Weg entdeckt, um auf Menschen zuzugehen und sie zu unterstützen: Ich rufe jeden Tag Menschen an, vor allem solche, von denen ich weiß, dass sie momentan Sorgen haben.“

Ostermayer bittet, trotzdem zu spenden

Da keine öffentlichen Gottesdienste mehr stattfinden, können die Opferspenden für das Hilfswerk „Misereor“ nicht mehr auf die übliche Weise gesammelt werden. Die Pfarrgemeinde bittet deshalb darum, die Arbeit der Hilfsorganisation durch eine Spende per Banküberweisung zu unterstützen (Pax-Bank Aachen, IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10, BIC: GENODED1PAX). Das Opferkästchen, das Kinder zur Fastenzeit in der Schule erhalten haben, kann weiterhin in der Kirche abgegeben werden.

Obwohl die Pfarrbüros im Bistum vorerst schließen mussten, bleibt das Büro in Wertingen weiterhin telefonisch besetzt. Für persönliche Gespräche und Anliegen stehen Pfarrer Rupert Ostermayer und seine Mitarbeiter dienstags bis freitags unter Telefon 08272 2053 zur Verfügung.

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