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Binswangen

05.08.2020

So viele wollen beim neuen Chor mitsingen

Der neue gemischte Chor in Binswangen probt in der Alten Synagoge. Die Akteure sind im Alter von 20 bis 84 Jahre. Chorleiterin ist Annette Sailer, die die Sänger und Sängerinnen auffordert, kräftig zu singen, auch wenn mal ein falscher Ton dabei ist. Nur so wisse sie, ob alle die Vorgaben verstanden haben.
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Der neue gemischte Chor in Binswangen probt in der Alten Synagoge. Die Akteure sind im Alter von 20 bis 84 Jahre. Chorleiterin ist Annette Sailer, die die Sänger und Sängerinnen auffordert, kräftig zu singen, auch wenn mal ein falscher Ton dabei ist. Nur so wisse sie, ob alle die Vorgaben verstanden haben.

Plus Nach der Auflösung vor 15 Jahren formt sich eine neue gemischte Singgemeinschaft in Binswangen. Interessant ist die Altersmischung

Annette Sailer sitzt an ihrem Keyboard auf der Bühne der Binswanger Synagoge. Sie singt mit ihrer schönen Sopranstimme einzelne Passagen vor und gibt dann noch Hinweise zum Lied „A world of peace and harmony“.

Im Raum verteilt sitzen rund 25 Männer und Frauen, die genau zuhören und reagieren. Nun singen sie mit, erst die Frauen, dann die Männer, anschließend alle zusammen.

Die Akteure des neuen Chores in Binswangen sind im Alter von 20 bis 84 Jahren

Dass es diesen Chor gibt, ist etwas Besonderes. Die Gemeinschaft hat sich jetzt gebildet, in Zeiten von Corona, in der es für Chöre nicht gerade leicht ist. . Vorsitzender Hubert Kapfer freut sich über den Zuspruch, den der Aufruf Anfang des Jahres gefunden hat. Der Binswanger blickt zurück auf die Überlegungen, die zur Gründung geführt haben: „Vor etwa 15 Jahren hat sich der gemischte Chor der Chorgemeinschaft Binswangen-Höchstädt aufgelöst.“ Auch, weil keine jungen Frauen mehr nachkamen. Der Altersdurchschnitt lag deutlich über 60 Jahren. Seitdem gab es nur noch das Männerensemble, das auch jetzt weiter besteht.

Vor rund zehn Jahren gründete Melanie Spiegler einen Kinder- und Jugendchor, dem zu 80 Prozent Mädchen angehören. Hubert Kapfer erklärt: „Wir hatten bisher kein Angebot, damit sie nach dem Ausscheiden aus dem Kinderchor weitermachen können.“ Es gab unter dem Dach des Gesangvereins keinen Erwachsenenchor, in dem Frauen aktiv hätten werden können.

Die Männer, die im neuen Chor mitsingen, sind größtenteils auch Teil des Männerensembles. Einige der Frauen waren bereits zusammen mit Melanie Spiegler im Singkreis aktiv, der vor allem bei kirchlichen Feiern für die musikalische Umrahmung sorgt.

Momentan hat der neue gemischte Chor in Binswangen 40 Aktive

„Aber auch welche ohne Chorerfahrung sind dabei“, weiß der Binswanger Gesangvereinsvorsitzende, der schon weitere Anfragen von Singbegeisterten hat. Er sagt: „Momentan hat der Chor mit rund 40 Aktiven seine Sollstärke zwar erreicht, jedoch werden alle weiteren Anfragen vorgemerkt. Bei einem großen Chor gibt es immer eine gewisse Fluktuation, sodass im Zeitverlauf auch weitere interessierte Sängerinnen und Sänger mit eingebaut werden können.“

Annette Sailer wurde über ein Rundschreiben auf die Suche nach einer Chorleitung in Binswangen aufmerksam. Und beim Probedirigat war schnell klar, dass die Chemie stimmt. Zu den Liedern, die eingeübt werden sollen, meint sie: „Wir wollen die gesamte Bandbreite abdecken, von der Klassik bis zur Moderne, auch Kirchliches, damit wir irgendwann eine Messe gestalten können.“

Wenn die Corona-Situation es zulässt, wollen sie sich beim traditionellen Advents- und Weihnachtskonzert des Gesangvereins dem Publikum präsentieren - in welcher Form und in welchem Ambiente, ist allerdings noch offen.

Als Probenraum dient derzeit die Alte Synagoge. Wenn dort aber bald die geplanten Baumaßnahmen durchgeführt werden, muss auch darüber neu nachgedacht werden. Für Hubert Kapfer und Annette Sailer ist die Zeit der Proben spannend, trotz der Erschwernisse durch die erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen wegen Corona. Es gibt ein detailliertes Hygienekonzept, das von allen Beteiligten streng einzuhalten ist.

Die Chorleiterin, die unter anderem auch den Gesangverein Holzheim und einen Kinder- und Jugendchor auf selbstständiger Basis leitet, sowie am Bona und in der Aschbergschule tätig ist, sieht hier eine große Herausforderung: „Ich bin verantwortlich dafür, dass der Chor entsteht.“ Im Gegensatz zu einem bestehenden Chor, wo die Vorlieben bekannt sind, gibt es hier viel zu erarbeiten und zu entdecken. Der Freude nach zu urteilen, die der 42-Jährigen bei der Probe anzumerken ist, für die Musik Hobby, Beruf und Berufung ist, und auch der Freude der Sänger und Sängerinnen nach, die von „Peace and harmony“ singen, dürfen sich die künftigen Zuhörer auf viele unterhaltsame Stunden freuen.

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