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Wertingen

22.03.2019

Soldaten bekommen in Wertingen „Gänsehaut“

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Generalleutnant Jürgen Weigt (Mitte), der stellvertretende Kommandeur des Dillinger Informationstechnikbataillons 292 Andreas Hadersdorfer (links) und Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier schritten beim Gelöbnis im Wertinger Schlossgraben die Formation der angetretenen Rekruten und Soldaten ab.

30 Rekruten des Dillinger Informationstechnikbataillons 292 geloben im Schlossgraben, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen. Warum der Kommandeur des Eurocorps in der Zusamstadt die Gelöbnisrede hält.

Es ist ein feierliches Gelöbnis im Wertinger Schlossgraben, das etwas aus dem Rahmen des Gewöhnlichen fällt. Und das liegt nicht nur am Sonnenschein und den frühlingshaften Temperaturen von mehr als 15 Grad. Beim zweiten Gelöbnis nach acht Jahren in Wertingen kommt ein hochrangiger Militärvertreter in die Zusamstadt. Es ist der Kommandeur des Eurokorps, Generalleutnant Jürgen Weigt. Und der erinnert sich vor den 30 Soldaten des Dillinger Informationstechnikbataillons 292, die am Donnerstagnachmittag auf das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verpflichtet werden, an sein eigenes feierliches Gelöbnis vor mittlerweile 42 Jahren. „Für mich war das ein Gänsehautmoment“, sagt der heute 61-Jährige zu den Soldaten.

Die Soldaten erfahren in Wertingen einen ergreifenden Moment

Etwa 250 Zuschauer verfolgen diesen besonderen Moment in einem Soldatenleben. Neben Interessierten aus der Region sind auch Angehörige der 30 Rekruten gekommen. Etwa Ralf und Cornelia Sautter aus Laichingen bei Ulm, deren Tochter Sabrina Garn sich als Zeitsoldatin verpflichtet hat und den Diensteid ablegen wird. „Natürlich ist das etwas Besonderes, und darauf sind wir stolz“, sagt Mama Cornelia Sautter. Die Bedingungen seien bei diesem Frühlingswetter traumhaft. Zur Feierlichkeit der Zeremonie trägt das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen bei, das in Wertingen groß aufspielt. Der stellvertretende Kommandeur des Informationstechnikbataillons, Andreas Hadersdorfer, begrüßt zahlreiche Ehrengäste – darunter auch Rathauschefs, deren Kommunen Patenschaften mit Kompanien der Dillinger Kaserne unterhalten. Dabei sind neben Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier (Patenschaft zur 5. Kompanie) Dillingens Oberbürgermeister Frank Kunz, Höchstädts Bürgermeister Gerrit Maneth, Offingens Dritte Bürgermeisterin Maria Luise Eberle und Vize-Landrat Alfred Schneid. Der frühere Gundelfinger Stadtpfarrer und heutige Militärseelsorger Frank Schneider hat zuvor in der Martinskirche einen ökumenischen Gottesdienst gehalten und dabei das Bundeswehr-Motto „Wir dienen Deutschland" aufgegriffen.

Bürgermeister Lehmeier sagt, dass es nur wenige Staaten auf der Welt gebe, in denen die Freiheit des Einzelnen einen so hohen Schutz genieße wie in Deutschland. Und diese Freiheit sei etwas, das man hüten (und notfalls verteidigen) sollte „wie einen Schatz“. Genau diese Frage, was es in letzter Konsequenz bedeutet, Soldat zu sein, stellt Generalleutnant Weigt in seiner Gelöbnisrede. Berufssoldaten legen einen Eid ab, „der sie verpflichtet, für Frieden, Recht und Freiheit einzustehen“. Und er sagte: „Ja, wir können stolz sein, Soldaten der Bundeswehr zu sein, wenn dies nicht mit falschem Pathos verbunden ist.“ Der Einsatz für diese Werte könne mit Gefahren verbunden sein. „Sie müssen bereit sein, dafür gegebenenfalls ihr Leben herzugeben“, sagte Weigt. Mit dem Dienen und dem Gehorsam gäben Soldaten aber nicht ihr Gewissen ab. Wenn in der Gesellschaft Unrecht geschehe, dann gelte es zu widersprechen und zu widerstehen. Am Ende verrät der Generalleutnant, warum zum Gelöbnis nach Wertingen gekommen ist: Zu den jungen Soldaten, die sich aufs Grundgesetz verpflichten, zählt auch „die Tochter meines ziemlich besten Freundes“, sagt Weigt.

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Gemeinsam wird in Wertingen die Bayernhymne gesungen

Funkerin Kerry Aileen Hoppe lässt die zweieinhalb Monate Grundausbildung in Dillingen Revue passieren. Da habe man erfahren, was Kameradschaft bedeutet, und das Wissen erlangt, was es bedeutet, bei Orientierungsmärschen und Nachtschießen über die eigenen Grenzen zu gehen. Nachdem die 30 Soldaten die Eides- beziehungsweise Gelöbnisformel gesprochen haben, wird die Deutschland- und die Bayernhymne gesungen. Hauptmann Jonas Hohenhorst wird in diesem feierlichen Rahmen zum Berufssoldaten ernannt.

Hagen Bredl gehört zu den 30 Rekruten (Soldaten in Ausbildungszeit), die sich in der Zeremonie auf das Grundgesetz verpflichtet haben. Er durfte die Formel mit wenigen anderen vorne bei der Fahne des IT-Bataillons sprechen. „Das war schon ergreifend – und als mir der Generalleutnant die Hand geschüttelt hat, was das auch ein Gänsehautmoment“, sagt der junge Mann aus Schwäbisch Gmünd. Zufrieden zieht auch der Wertinger Alfred Sigg, der mit der Reservistenkameradschaft Wertingen angetreten ist, von dannen. Die Bundeswehr, sagt Sigg, habe sich in der Zusamstadt gut präsentiert.

In der ersten Version dieses Textes hieß es, Jürgen Weigt habe sein Gelöbnis vor 47 Jahren gehabt. Richtig sind 42 Jahre.

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