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Wertingen

15.03.2016

Souvenir aus der Provence

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Die Zuhörer des Gemeinschaftskonzertes am vergangenen Samstag erlebten eine gelungene musikalische Zusammenarbeit zwischen dem Liederkranz Wertingen und der Orchestervereinigung Höchstädt -Wertingen.
Bild: Bild: Manuela Winkelbauer

Gemeinsame Unternehmung von Liederkranz und Orchestervereinigung begeistet die Musikfans im Zusamtal.

Es war einmal ein Chor namens Liederkranz, der zog einmal jährlich in die Fremde, um dort zu üben, zu musizieren und zu singen. Eines Tages dachte sich dieser Chor: Warum sollen wir nicht einmal in die Provence zum Singen fahren? Der Liederkranz lud sich noch ein paar Mitstreiter mit Instrumenten ein und fuhr im September 2015 tatsächlich dorthin.

Es folgte eine musikalisch inspirierende Woche, die in einem sehr erfolgreichen, vom Publikum gut angenommenen Konzertabend in der Kathedrale von Riez gipfelte. Schon auf der Heimfahrt überlegte sich der Chor, warum man diesen tollen Abend nicht auch in Wertingen wiederholen sollte? Gesagt, getan: die Sängerinnen und Sänger und die Orchestervereinigung Höchstädt-Wertingen trafen sich am vergangenen Samstag in der Stadtpfarrkirche zu Wertingen, um dem heimischen Publikum einen wunderbar vielfältigen musikalischen Nachmittag zu präsentieren.

„Es war einmal“, so beginnen Märchen, zumindest gute Geschichten im Allgemeinen. Gabriele Killensberger und Margarete Zahn sind aber sicher keine Märchentanten. Sie erzählten in der Pause des Gemeinschaftskonzerts eben jene Geschichte, wie es überhaupt dazu gekommen ist. Höhepunkt des Konzerts in der Provence vor dortigem einheimischem Publikum war ein Schmankerl, das sie speziell für die Musikliebhaber dort als Überraschung einstudiert hatten. Sie spielten - wie auch in Wertingen - als Auftakt die Provencalische Hymne. Das Publikum dort - und zuletzt auch das Orchester - erhob sich von den Plätzen und sang mit.

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Das passierte in Wertingen natürlich nicht. Dennoch war es ein kraftvoller Einstieg in einen sehr gelungen Konzertnachmittag. Abwechselnd präsentierten Orchester und Chor unter der Leitung von Werner Bürgle einen bunten Reigen aus der Welt der Musik. Mozart, Bach, Mendelssohn-Bartholdy und viele mehr waren mit ihren Werken zu Gast in der Martinskirche, die gut besucht war.

Manches wurde von den Zuhörern sofort erkannt, wie das Volkslied „Die Gedanken sind frei“. Bei anderen Stücken, wie der „Meditation aus Thais“ von Jules Massenet fühlte man sich durch die romantisch verspielte Melodie geradezu zurückversetzt in einen Liebesfilm aus den Sechzigern. Flottes wie „In meines Vaters Garten“ in deutscher Bearbeitung von G. Gunsenheimer wechselten mit Leiserem wie „Am Brunnen vor dem Tore“ von Franz Schubert ab.

Dazwischen präsentierte sich die Orchestervereinigung Wertingen- Höchstädt mit abwechslungsreichem Repertoire. Das Doppelkonzert d-Moll von Bach oder auch das Konzert für vier Violen ohne Bass: Gekonnt zogen die Musiker ihr Programm durch und bekamen verdienten Applaus.

Höhepunkte gab es viele an diesem Nachmittag. Das Andante C-Dur von Mozart war nur eines davon, aber die Leichtigkeit unverkennbar und direkter Hinweis auf den Komponisten. Doch auch „Lobe den Herren“ wurde in der Stadtpfarrkirche sicher selten ansprechender und kraftvoller gehört als an diesem Samstagnachmittag. Am Ende wurde der Chor kokett. „Bleib bei uns“, sangen die Frauen und Männer des Liederkranzes, bewusst, dass dies das Ende dieses Chorkonzertes war.

Das begeisterte Publikum konnte vielleicht nicht bleiben. Wiederkommen wird es aber ganz sicher. (wela)

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