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24.03.2009

Stammzellen eines jungen Mannes aus Osterbuch gehen nach Amerika

Donauwörth/Osterbuch (ble) - "Es ist selbstverständlich zu helfen - wann kann man schon einmal einem Menschen die Chance auf ein neues Leben schenken!", zieht Daniel Bühler aus Laugna-Osterbuch Bilanz. Er hat im Oktober 2008 Stammzellen für eine 50-jährige Amerikanerin gespendet. Zwischenzeitlich hat er auch Nachricht aus Amerika, dass die Patientin aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte, und dass es ihr gut geht.

Der 22-Jährige ließ sich am 4. März 2005 an der Berufsschule Donauwörth als Auszubildender des Unternehmens Eurocopter bei der jährlichen Typisierungsaktion als potenzieller Lebensretter bei der DKMS aufnehmen. Im August 2008 erhielt er Nachricht von der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, dass seine Gewebemerkmale mit denen eines Patienten übereinstimmen. Dann ging alles recht schnell. Nach weiteren Feintypisierungen und einem Gesundheitscheck stellte ihm der Arzt in Nürnberg die Frage: Sie sind der Einzige, der einer Patientin die Chance auf ein neues Leben schenken könnte - sind Sie bereit dazu? Daniel Bühler zögerte keine Sekunde, diese Frage mit 'Ja' zu beantworten.

Bei ihm kam die periphere Stammzellspende über das Blut zum Tragen. Es wurden die Termine abgestimmt, ab welchem der fünf nötigen Tage die kleinen Spritzen mit dem körpereigenen Enzym zu setzen sind, damit sich seine gesunden Stammzellen vermehren und aus dem Knochenmark ins Blut ausgeschwemmt werden. Gleichzeitig wurde bei der Patientin die Chemotherapie gestartet, mit der ihr eigenes krankes Knochenmark abgetötet wurde. Am fünften Tag reiste Daniel Bühler mit seiner Freundin Bettina Pach in der Entnahmeklinik in Nürnberg an. Nach einer Übernachtung wurden in der Früh die Venenzugänge gelegt, um sein Blut an einem Arm zu entnehmen, die Stammzellen mit einem Zellseparator herauszufiltern und das Blut über den anderen Arm wieder zuzuführen. Etwa drei Stunden harrte er unter der liebevollen Betreuung seiner Freundin im Entnahmesessel aus. Dann war es geschafft. Der Kurier stand schon bereit, denn innerhalb 48 Stunden müssen die Stammzellen beim Patienten sein - und nach Amerika dauert es ein bisschen. Und Daniel fuhr topfit mit seiner Freundin nach Hause.

Daniels Eltern und seine Freundin sind stolz auf ihren Lebensretter in der Familie. "Jederzeit wieder", sagt Daniel überzeugt, auch wenn ihn die angekündigten Grippesymptome aufgrund einer eigenen Erkältung stärker erwischten als andere Stammzellspender. "Alles hat super geklappt - vom ersten Anschreiben, den Terminvereinbarungen bis zur Freistellung von der Arbeit bei Eurocopter. Das regeln alles die Mitarbeiter der DKMS."

In der vergangenen Woche wurde Daniel Bühler an der Ludwig-Bölkow-Berufsschule gemeinsam mit 14 weiteren Stammzellenspendern ausgezeichnet. Unter dem Motto "eine Schule voller Lebensretter", hatte die regionale DKMS-Projektleiterin Brigitte Lehenberger aus Münster die Lehranstalt beim bundesweiten Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" angemeldet. Mit Erfolg, denn unter über 2000 Bewerbern aus den Bereichen Unternehmen, Schulen, Forschungsinstitute, Kunst- und Kultureinrichtungen sowie soziale Projekte oder Initiativen hatte sich die Ludwig-Bölkow-Schule den begehrten Eintrag in den Reiseführer der besonderen Art des DuMont-Reiseverlages in Ostfildern gesichert. Seite 313 beschreibt die dortigen Aktivitäten im Kampf gegen Leukämie. Da lässt es sich auch verschmerzen, dass die Schule in der Anschrift von der Redaktion des Verlages irrtümlicherweise nach Münster am Lech verlagert worden war. Einem Fehler, über den Schulleiter Winfried Schiffelholz großzügig hinweg sah.

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